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Am kommenden 17. Januar vor fünf Jahren habe ich hier im Blog den ersten Post veröffentlicht. Ich wollte von Beginn an meine Erfahrungen, die ich – und andere Kolleginnen und Kollegen, beim Einsatz mobiler, digitaler Geräte und Medien im Unterricht machen würde, mit anderen teilen und transparent machen. Warum? Um Diskussionen anzuregen, Kommentare, Feedback und Anregungen von außen zu bekommen, aber vor allem auch, um meinem Kollegium und anderen Kollegien zu zeigen, dass es geht, dass man „diese digitalen Geräte“ im Unterricht als Arbeitsmittel produktiv nutzen kann. Das erste Projekt mit Tablets – und damals war das iPad von Apple tatsächlich das einzig verfügbare Tablet – an deutschen Schulen leitete ich zwar nicht, denn meines Wissens gab es bereits zwei oder drei andere Projekte, aber ich war wohl mit der erste Lehrer, der darüber bloggte. Und dadurch kam Bewegung in die ganze Sache. Wie mir heute noch Kollegen, die ich auf externen Veranstaltungen oder im Netz treffe, und die nun ebenfalls Tablet-Projekte oder Klassen leiten, mitteilen, war es Inspiration für sie zu lesen, was man mit den Tablet-PCs im Unterricht konkret tun kann, wo die Schwierigkeiten liegen und wie man ihnen begegnet. Das machte ihnen Mut. Heute kann man viele Blogs und Projekte dieser Art finden. Das ist gut, wobei „viele“ hier relativ ist, gemessen an der Zahl der Schulen, deren Schüler nicht wissen was ein Tablet-Projekt ist, geschweige denn ein Tablet im Unterricht je genutzt haben.

Da ist noch viel zu tun, denn die Digitalisierung der Gesellschaft macht wohl auch vor den Schulen nicht halt – soviel ist sicher. Die Gretchenfrage ist nur, was die Digitalisierung mit den Schulen macht. Das wird spannend werden… #Change will happen!

Was diesen Blog betrifft, wird der „Change“ noch viel früher passieren, denn, wie Sie liebe Leserin, lieber Leser des Blogs schon gemerkt haben, geht es hier nicht mehr ausschließlich um Tablets, sondern generell um das Lehren und Lernen mit digitalen Medien und immer mehr auch, um meine eigenen und vielfältigen Erfahrungen damit, auch außerhalb der Schule, an der ich unterrichte. Was das jetzt bedeutet? Nun, 5 Jahre und 227 Posts später werde ich diesen Blog in Kürze mit meinem eigenen Blog zusammen führen und dann auch den Schwerpunkt auf persönliche Erfahrungen, Einschätzungen und Meinungen im Bereich der digitalen Medien im Spannungsfeld Schule, Hochschule, Lehrerbildung und Medienberatung legen. Wie das konkret aussehen wird, erfahren Sie in Kürze – bis dahin bitte ich um etwas Geduld und freue mich, wenn Sie mir als Leserin und Leser erhalten bleiben.

Doch nun zum (p)Review:

#Review

Was war los in DE, was gab es hier im Blog zu lesen?

Wenn ich den Review 2014 lese – da klang ich etwas „pessimistisch“. Es hatte da einige Studien gegeben, die DE (= Digitales Entwicklungsland) bescheinigen, dass es im Bereich des digitalen Lernens nicht gut bestellt ist. Dennoch gab es viele Veranstaltungen und Aktionen zum Thema  – die aber irgendwie in 2014 doch nicht richtig zu zünden schienen. Woran liegt das? Das Trio: Ausstattung, Aus- bzw. Fortbildung und (umsetzbare) Konzepte ist der Schlüssel, so der allgemeine Konsens.

Und war das nun in 2015 anders? #nichtwirklich – aber: Die Taktrate der Veranstaltungen erhöht sich und – tatsächlich – Einiges wird bereits umgesetzt. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Medienberater und auch darüber hinaus bekomme ich mit, dass die Nachfrage für Fortbildungen zunimmt. Und auf den Fortbildungen selbst, werden die seit Jahren üblichen, ablehnend-kritischen Nachfragen immer seltener. Das bedeutet nicht, dass Medieneinsatz unkritisch betrachtet werden soll. Nein, in keinster Weise. Es bedeutet, dass man versteht, das Medieneinsatz ins Zentrum gehört, dass man ihn nicht mehr wegdiskutieren kann und, dass dies Konsens ist. Naja, meistens😉 – „spitzersche digitale Demenz“ oder die noch schlimmere „Cyberkrankheit“ spuken doch noch durch die deutsche Gesellschaft. Aber, auch diese Grippe werden wir überstehen. Meine Schüler und ich haben diese Grippe jedenfalls gar nicht erst bekommen – wir waren produktiv und haben mit digitalen Medien gearbeitet, Content erstellt, Filme produziert, Workshops gegeben und durch „trial, error, try again“ viel dazu gelernt. Lesen Sie selbst:

Google Apps

Den Anfang des Jahres machten die GoogleApps – ich muss dazu sagen, dass diese Apps für mich schon lange zu meinem privaten Workflow gehören. Gerade, was die Kollaboration mit anderen „internetaffinen“ Kollegen (oft an anderen Schulen), Institutionen oder im Zusammenhang mit Projekten in denen ich involviert bin betrifft, sind sie nicht wegzudenken. Hier spreche ich vor allem von Google Docs und Hangouts. Auf dem iPad war dies allerdings bis zur Veröffentlichung spezieller Apps kein Spaß. Doch damit geht es nun sehr gut. Natürlich muss man klar sagen, dass aus Datenschutzgründen Google Apps für die schulische Nutzung, vor allem, wenn personalisierte Schülerdaten ins Spiel kommen keine Option sind. Aber, wie ich hörte, könnte sich hier etwas tun. We’ll see…

Nicht weniger Interessant: Die Microsoft Apps. Das Konzept ist ähnlich der GoogleApps, die zugehörigen Dienste, also Office 365 für Schulen sogar kostenlos und verbreiteter Standard. Meine Favoriten sind Sway (das ich z.B. hier nutze), One Note und, wenn es dann integriert ist die kollaborative Plattform Yammer. Auch hier können die Datenschützer wider tagelang … aber lassen wir das.

Die iOS eigenen Apps (Pages, Keynote, Numbers) erwähne ich der Vollständigkeit halber – sie sind natürlich seit Beginn fester Bestandteil des „App-Kanons“.

Papierfrei in der Cloud

Im Vorfeld der Didacta 2015 und als Reaktion auf die unsägliche Aussage des Präsidenten des deutschen Lehrerverbandes über die „totale Computerisierung der Schule“ habe ich zu Beginn des Jahres auch über den „papierfreien Unterricht“ und – in Anlehnung an die Aussage von Herrn Kraus – über die totale Wikifizierung des Unterrichts geschrieben. Ich denke, das sind zwei lesenswerte Artikel geworden, die viele Praxistipps enthalten – wozu solch ein Herr Kraus doch gut sein kann.

Die KAS.juniorEXPERTs

Dieses tolle Projekt gehört in jeden Review. Es besteht nun bereits seit 2013 und ich leite es zusammen in Kooperation mit der Stadtbibliothek Köln. Das neue Programm habe ich gerade erst hier veröffentlicht. Die juniorEXPERTS sind Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10-12, die ihr Know How im Bereich der digitalen Medien und Geräte in Workshops in der Stadtbibliothek Köln an interessierte Bürgerinnen und Bürger weiter geben. Eine sehr gute Sache, bei der richtig was fürs Leben gelernt wird.

Tablets in Kölner Schulen

Auch im Jahr 2015 gab es wieder eine Veranstaltung der Medienberatung Köln zum Thema Tablets. In 2014 fand dieser Workshop Tag an der Gesamtschule Rhodenkirchen statt, wo ich zusammen mit meiner damaligen Kollegin Annika Olsen präsentierte. Im März diesen Jahres war ich am Berufskolleg Lindenstraße zu Gast mit dem Thema #papierfrei mit dem iPad. Von den insgesamt 15 Kölner Tabletschulen stellten zwei ihre Arbeit vor und in World Cafés gab es dann kurze Workshops und die Möglichkeit sich Face to Face auszutauschen. Hier gibt es das Programm und weitere Infos zum nachlesen.

Sicher im Netz

Im Zusammenhang mit einem Wettbewerb haben meine Schüler in Klasse 8 und JGSt. 10 mehrere Videos zum Thema Cybermobbing und Prävention erstellt. Hier gibt es den Post dazu mit allen Einzelheiten und drei Videos.

Schön fand ich auch, was ein Team in Klasse 7 als „Nebenprodukt“ einer Reihe zum Thema Posten, Netiquette und Bildrechte erstellt hat. Die Schüler kamen selbst auf die Idee ein Plakat zu erstellen und setzten diese auch um:

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#BiDeWe15 – Bildung in einer digitalisierten Welt

Zu diesem Thema veranstaltete die SPD Bundestagsfraktion einen Thementag im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages in Berlin. Ich war dort als Experte geladen und durfte einen kurzen Praxisworkshop halten. Im Nachgang habe ich zusammen mit meinem befreundeten Kollegen Bob Blume, der ebenfalls Lehrer ist einen Film produziert, der ein paar Eindrücke des Tages zeigt und auch einen Blogartikel für das „Hochschulforum Digitalisierung“ des „Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft“ verfasst. Hier geht es hin.

#KAS.digitalEXPERTs

Im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2014/15 hatten wir die Möglichkeit an einem Angebot des Kompetenzteams Köln/Medienberatung NRW unter Unterstützung des Vereins „Neue Medien für Kölner Schulen e.V.“ teilzunehmen.

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Im Rahmen dieses Projektes wurden insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler zu sogenannten „Tabletscouts“ ausgebildet – wir haben diese auf den Namen „KAS.digitalEXPERTs“ getauft, da sie sich mit Tablets und darüber hinaus mit Apps und dem Web2.0 auskennen. Weitere Informationen gibt es auf dem Blog der Experts. Über ihr Debüt an der Schule habe ich hier gebloggt.

Die #EDtechTipps

Nach den Sommerferien habe ich begonnen Tipps zu nützlichen Apps als Erklärvideo bereitzustellen. Hier sollen vor allem einfach zu nutzende Webanwendungen oder möglichst Plattform unabhängige Apps vorgestellt werden. Leider ist es bei Folge 1 geblieben, aber – ein guter Vorsatz für 2016 – weitere werden folgen, versprochen😉 Die No 1 ist hier zu finden.

MOOC oder Murks?

Das Thema MOOC treibt mich um. Ich finde, es ist ein zukunftsweisendes (didaktisches) Format, das genau wie OER zum Lernen mit digitalen Medien dazu gehört – aber, wie alle Formate muss es entwickelt und auch didaktisch durchdacht werden. Für die bpb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und sie hier aufgeschrieben.

Auszug:MOOC – das klingt geheimnisvoll, viel versprechend und soll – so sagen manche –  die Lösung aller Probleme des heutigen Bildungssystems sein: Viele, interessierte Menschen lernen freiwillig aus eigenem Interesse im Massive Open Online Course über mehrere Wochen zusammen, bereichern sich gegenseitig und bringen ihr eigenes Wissen und Kompetenzen ein. Noch dazu ist das Ganze dann meist auch noch kostenlos. Und gelernt wird im eigenen Tempo, always on, mobil, lebenslang und überall. Wenn man etwas verpasst hat – kein Problem, denn Videos, Materialien sind alle Online auch nach Jahren noch einsehbar. Eine solche Umgebung scheint das lebenslange Lernen von dem alle reden möglich zu machen. Oder?…“ ... weiterlesen!

#DED15 – der Digital Education Day der Stadt Köln

In den Jahren 2013 und 2014 durfte ich in der Organisation des 1. und 2. OERkoeln Camp für freie Bildungsmaterialien mitarbeiten. Aus diesen Veranstaltungen ist der DED (Digital Education Day) hervorgegangen, der 2015 erstmalig durchgeführt wurde. Was soll ich sagen? Das Engagement der Stadt im Bereich der Digitalisierung und des Amtes für Schulentwicklung im Bereich des Lernens mit Digitalen Medien finde ich einzigartig und besonders. Dies fanden die weit mehr als 200 (!) Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland, aber auch aus dem angrenzenden Ausland ebenfalls. Ich freue mich schon auf den DED16! Hier geht es zum Bericht.

#CodeWeekEU

Im Rahmen der Code Week waren die KAS.juniorEXPERTs aktiv – auch trotz der Ferien gaben sie Workshops in der Stadtbibliothek. Hier habe ich dazu berichtet.

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Andy und Thies aus meinem Grundkurs Musik haben sich vor allem mit dem MakeyMakey beschäftigt und mit ihm Musik gemacht. Dazu haben die beiden einen Text verfasst, wie der Makey Makey im Unterricht eingesetzt werden kann. Der Text wurde von fsm, fsf und Google herausgegeben, steht unter einer CC-by-sa-Lizenz und hier geht es hin!

#BesserLernen und #ExcitingEDU

Im Dezember fanden 3 Tage zum Lernen mit digitalen Medien in Berlin statt. Den Aufschlag machte die Firma Microsoft mit dem Tag „Besser Lernen – Ein Tag für Bildung“. Daran schlossen sich die beiden Tage des ExcitingEDU Lernlab und ExcitingEDU Lehrerkongresses an.

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Zu beiden Veranstaltungen, die ich als Experte, Lehrender und Lernender besuchen durfte, habe ich bereits hier etwas geschrieben.

 

Nominiert: d-elina 2016

Ganz kurz vor Ferienbeginn erreichte mich eine besonders erfreuliche Nachricht. Meine klassen- und fächerübergreifenden Projekten in Religion und Musik zum Thema #refugeesWelcome wurden für den d-elina School Award 2016 nominiert. Ob wir gewonnen haben, wird auf der didacta 2016 in Köln verkündet werden. #Yay!

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Um was es geht, kann man hier lesen:

#refugeesWelcome – Schülerprojekte mit Apps, Cloud und mobilen Devices
In diesem klassen- und fächerübergreifenden Projekt zur Flüchtlingsproblematik mit Schülern aus den Jahrgangsstufen 6, 8 und 12 an einem Gymnasium in Köln (Kaiserin Augusta Schule), haben meine Lerngruppen in den Fächern Musik und Katholische Religion Medienprodukte als Angebote für Flüchtlingskinder erstellt, um ihnen die deutsche Sprache näherzubringen, aber auch, um ihnen zu zeigen, dass sie willkommen sind und man ihnen helfen möchte, sich in einer neuen Heimat zurecht zu finden.
Dabei kamen Internet, Wikis, Apps und Tablets zum Einsatz, um Medien konstruktiv einzusetzen und Medienprodukte damit zu erstellen. Mit den unterschiedlichsten Apps wurden dabei Kurzfilme, interaktive Texte und Lernspiele (LearningApps) erstellt und auf Weblogs als offene Bildungsressourcen publiziert.
Eine Schülergruppe in Klasse 6 präsentierte ihre Arbeit im Rahmen der Neueröffnung des sogenannten „Sprachraums“ – einem interkulturellen Zentrum für Flüchtlinge und stellt die Apps und Filme auf dem Klassenblog bereit.
Meine Lerngruppe Katholische Religion in Klasse 8 kooperierte mit meinem Musikkurs JgSt. 12 und erstellt ComicFilme mit Musik zum Erlernen der deutschen Sprache, die man im Blog der Klasse ansehen kann. Die Kooperation erfolgte über ein Wiki.
Ich setze in meinem Unterricht schon seit 2009  Wikis, Weblogs und Social Media gewinnbringend ein und leite seit 2011 das Tabletprojekt der Schule, um Lernende zu „mündigen Internetusern“ zu erziehen und die 21st Century Skills in den Mittelpunkt des schulischen Lernens zu stellen.

#Preview

Das neue Jahr wird gleich spannend los gehen.

Aktuell zu nennen ist hier z.B. die Plattform des Landes NRW „bildungviernull.de“ und das bald im Rahmen der didacta16 in Köln stattfindende Barcamp für Lehrerinnen und Lehrer des Verband der Bildungsmedien, das #vbmcamp16 für das man sich schon ab sofort hier anmelden kann. Besonders freut es mich, dass das VBMcamp, welches ich zusammen mit meinem befreundeten Kollegen und langjährigen Teampartner Torsten Larbig mit unserem gemeinsamen (Lehrerfortbildungs-)Projekt #EDchatDE als Medienpartner unterstütze schon sehr schnell ausgebucht war.

Im Rahme der Initiative „BildungvierNull“ der Staatskanzlei NRW werde ich zusammen mit Torsten Larbig auch einen #EDchatDE Special live aus der Staatskanzlei in Düsseldorf moderieren. Mehr dazu kann man hier lesen.

EDchatDE-Special-bildungviernull

Was man sich sonst noch merken sollte:

 

Merry X-Mas & Happy New Year

(Weihnachtsgeschichte von Alexandra, Lilly und Sophia, Klasse 5)

Und nun wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest und alles Gute in 2016!
Stay tuned – wir lesen uns!

André Spang, Köln, 24.12.2015

 

 

Über André J. Spang (@Tastenspieler)

Lehrender, Musiker, Komponist, Pianist, Blogger...

Eine Antwort »

  1. […] Jahr auf einen Rückblick zu verzichten, weil ich ehrlich gesagt etwas müde war. Nachdem ich aber André Spangs interessanten Rückblick las, den er auf seinem Blog veröffentlichte, fühlte ich mich doch ermutigt. Besonders in Hinblick […]

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