„Don’t just play on your phone – program it“ so etwa sagt es Barack Obama im Teaser-Video zur weltweiten „Hour Of Code“. Worum es bei der Hour of Code geht und wie man als Lehrender und Lernender mitmachen kann, habe ich bereits hier aufgeschrieben.

Wie bereits im letzten Jahr habe ich mir auch in dieser Woche ein wenig Zeit genommen, um mit meinen Lerngruppen jeweils für eine Stunde an der Hour Of Code teilzunehmen.

Hier ein paar kleine Impressionen aus meinem Unterricht:

Sinn der Aktion der gemeinnützigen Initiative Code.org ist es ja, die Schüler für das Thema Informatik und Programmieren zu begeistern. Die angebotenen Übungen haben dabei nichts mit trockenem Programmcode zu tun, sondern es ist zunächst eine eher spielerische Herangehensweise an die Materie – dies auch sehr zur Freude von mir, da ich ja kein Informatiklehrer bin. Meist werden also visuelle Editoren genutzt um kleine Programme, die sogenannten Apps zu erstellen. Wenn man möchte kann man jederzeit den „programmierten Code“ einsehen oder auch, je nach Anwendung direkt z.B. Java oder Python-Code eingeben. Genauigkeit und Konzentration ist dann stets gefragt, denn auch so ein kleines Programm verzeiht auch nicht das einzige Fehlen eines Parameters, Semikolons, etc. Es verweigert dann schlichtweg den Dienst, d.h. die positive oder in diesem Fall dann negative Bewertung folgt unmittelbar. Das spornt an und alle Schüler, die daran teilnahmen, haben in hoher Konzentration in Einzelarbeit oder in Teams gearbeitet und so entstanden in den letzten beiden Tagen  eigene kleine Flappy-Bird Spiele, es wurden Ritter durch gefährliche Labyrinthe geschickt und Eisprinzessinnen ritzten mit ihren Schlittschuhen geometrische und wunderbare Muster ins Eis. All diese „Spiele“ konnten die Lernenden meiner Klassen 5, 6, 7, und 10 direkt nativ im Webbrowser oder auch lokal mittels geeigneter Apps erstellen. Da weltweit bis gestern mehr als 73 Millionen Schüler an der Hour Of Code teilnahmen, waren die Webseiten teilweise am Limit und funktionierten träge, was die Schüler aber nicht davon abhielt weiter zumachen.

Vermittelt wurden dabei auf spielerische Art und Weise das strukturierte Denken, die Funktion von Wiederholungsschleifen, die Kombination von Haupt- und Unterprogrammen.

Viele Schüler waren so begeistert, dass sie sich den Link zur Seite notierten, um auch zu Hause noch ein wenig weiter machen zu können.

Und wer alle Level des jeweiligen Spiels zu Ende programmiert hatte, bekam natürlich nach erfolgreichem Abschluss wie das Beispiel unten zeigt ein Zertifikat 🙂

Im nächsten Jahr sind wir bestimmt wieder dabei, wenn es heißt: Don’t just play on your phone – program it, join the #HourOfCode !

HourCertificate_12.02.13_v4

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Über André J. Spang (@Tastenspieler)

Lehrender, Musiker, Komponist, Pianist, Blogger...

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  1. Beatrix sagt:

    Guten Abend André Spang! Ich gratuliere Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern zum erfolgreichen Abschluss von Hour of Code. Es erstaunt mich, wie Sie immer wieder Informatikthemen in Ihren Unterricht einbauen. Oder war die Teilnahme an Hour of Code ausserschulisch? Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sonntag. Beatrix R. Stämpfli-Gobet @BeatrixR

    Von meinem iPad gesendet

    >

  2. Hallo Beatrix, danke! Die Teilnahme an der Hour Of Code lief während des Schultages und es ist ja „nur“ eine Stunde pro Lerngruppe. Das konnte ich hinbekommen und ich finde es wichtig, die Lernenden dafür zu sensibilisieren, dass man mit digitalen Geräten und Internet etwas selbst gestalten kann und es nicht nur zum Konsum da ist. Bei der Hour Of Code ging es jetzt nicht wirklich explizit nur um „Programmieren“ – eher um einen kleinen Einblick in das Fach Informatik. Ein wenig Interesse ist jetzt geweckt und z.B, bei Khanacademy.org gibt es gute Lernvideos zum Thema Coding. Da können die Schüler, wenn sie weiteres Interesse haben auch selbst weiter machen. In anderen Unterrichtssituationen versuche ich immer die fachlichen Inhalte mit dem Einsatz von entsprechenden Tools und Methoden zur Förderung der Medienkompetenz und der digital Literacy zu verknüpfen. Das gelingt meist ganz gut, aber auch da bin ich selbst mehr Lernender als Lehrender.
    Viele Grüße!

  3. jowede sagt:

    Toll, dass du sowas machst. Dennoch bin ich versucht zu sagen „Wenig ist besser als nichts“. Gary Stager (http://www.twitlonger.com/show/n_1sj5ls9) hat es drastischer formuliert: If making computer science part of every child’s intellectual diet is a righteous and just cause, then why are we content with begging on bended knee for an hour of attention. It seems to me that Hour-of-Code is a placebo – what Martin Luther King, Jr. might call the „tranquilizing drug of gradualism.“ Where is Hour of Algebra or Hour of Five Paragraph Essay?
    Nachhaltige Wirkung verspreche ich mir davon eher nicht.
    Gruß, Joachim

  4. […] 2014: Im Dezember gibt es gleich zwei Berichte zum Thema Coding. Hier der Ankündigungstext und hier ein paar Beispiele aus dem […]

  5. […] habe auch in den vergangenen Jahren mit meinen Schülern teilgenommen (z.B. 2012 oder hier in 2013), wenn es sich angeboten hat und es war immer sehr motivierend und hat den Schülern Spaß gemacht. […]

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