Seit dem Jahr 2002 veröffentlicht das „New Media Consortium„, eine Internationale Community, die aus Experten im Bereich der Bildungstechnologien besteht die sogenannten, jährlichen „Horizon Reports„.

Vor einigen Tagen wurde die Vorschau des nächsten Reports „Higher Education“ für 2012 veröffentlicht. Auch in diesem Bericht geht es um den Einfluss moderner Technologien auf die unterschiedlichsten Bereiche des Lernens, der Lehre, Forschung und des Informationsmanagements.

Der Preview zum diesjährigen „Horizon Report 2012 for Higher Education“  benennt drei Zeitfenster bezüglich der  Etablierung von mobilen Anwendungen, Technologien und Lernmethoden im Bereich der Bildung:
  • Erstes Zeitfenster: Zeitdauer bis zur Etablierung (Time to Adoption): 1 Jahr
MobileApps – Die mobilen Anwendungen, im Speziellen auf sog. Smartphones werden sich innerhalb dieser Zeit durchgesetzt haben. Im Jahr 2015 werden 80% der Weltbevölkerung das Internet mit mobilen Endgeräten nutzen.
Tablet Computing: In der Lehre werden mobile Geräte immer stärker eingesetzt, sei es nur zur Recherche aber vor allem zum Teilen von Inhalten, Videos, Bildern und Präsentationen. Diese Geräte der sog. „Post PC Area“ sind sehr leistungsfähig, einfach zu bedienen, extrem transportabel und visuell bestechend.
  • Im zweiten Zeitfenster, das mit einer geschätzten Dauer von 2-3 Jahren ab heute angegeben ist, geht es unter anderem um das sog. „Game-Based Learning“. 

Seit dem Jahr 2003, als der Einfluss des Spielens auf die kognitive Entwicklung von James Gee zunächst beschrieben wurde, ist dieser Zusammenhang immer stärker in den Fokus der Entwickler und der Forschung gelangt. Heute geht es in diesem Bereich des Lernens um vielfältige Anwendungen im Bereich der sozialen Interaktion, Rollenspiel, kollaboratives Problemlösen, um nur einige zu nennen und auch hier treibt die Entwicklung mobiler Apps die Akzeptanz voran.

Auch im Bereich der ‚Learning Analytics“, der Analyse des Lernfortschritts der Lernenden schreitet die Entwicklung durch stark verbesserte Möglichkeiten der Datenerfassung voran und ermöglicht es so, die Lernangebote wesentlich zu individualisieren und auf die Lernenden zuzuschneiden.
  • Im 3. Zeitfenster mit einer voraussichtlichen Dauer von 4-5 Jahren bis zur vollendeten Etablierung geht es um das sog. „Gesture-Based-Computing“ und das „Internet of Things“
Die Interaktion und Steuerung einer neuen Geräteklasse wie iPad, iPod-Touch, Tablets, Smartphones mit Touch Screen durch Gesten und Bewegungen wird weiter vorangetrieben und entwickelt. Dies macht die Eingabe mit Zusatzgeräten wie Keyboard und Maus überflüssig und ermöglicht eine ganz neue Art der Steuerung durch menschliche Gesten.
Das sog. „Internet der Dinge“ bezeichnet eine neue Geräteklasse an kleinsten Devices, die permanent mit dem Netz verbunden sind und Informationen abrufen bzw. an andere, externe Geräte weiterleiten und damit die Lücke zwischen der wirklichen und der virtuellen Welt schließen. Diese „Smart-Devices“ ermöglichen die Erfassung und Weiterleitung unterschiedlichster Informationen und können durch ihre geringen Ausmaße überall hin mitgenommen, angebracht oder installiert werden und sind durch eine individuelle Kennung TCP/IP-Adresse) im Netz eindeutig zuzuordnen und aufzufinden.
Zentrale Entwicklungen, Anforderungen und Auswirkungen:
Die sog. „Key Trends“ die diese Veränderungen im Bereich der Bildung bedingen und unterstützen sind ua.:
  • die Fülle an verfügbaren (Wissens-)Quellen und die Möglichkeit der globalen Interaktion und Vernetzung durch das Internet fordert die Lehrenden heraus ihre Rolle gänzlich neu zu denken
  • Lernformen wandeln sich und neue Formen des „online-Lernens“, der Kollaboration und gemischte Lernformen kommen neu hinzu
  • durch die ständige Verfügbarkeit des gesamten Wissens, können die Lernenden lernen, wo immer und wann immer sie wollen
  • die neuen Technologien sind „cloudbasiert“
  • das fördernde, selbstbestimmte und aktive Lernen rückt immer stärker in den Vordergrund
  • Medienkompetenz kann als „Alphabetisierung“ des 21. Jahrhunderts angesehen werden
  • neue Formen der Recherche, Forschung, der Erzeugung von Content und der Beurteilung (peer-review, reader-ratings), aber auch des Zitierverfahrens (z.B. bei der Nutzung von Social Media als Quelle) werden notwendig

Wir werden sehen, wie sich diese „Voraussagen“ in Zukunft bewahrheiten werden. Einiges wird eintreten, manches wird länger dauern oder sich gänzlich anders entwickeln, wie vergangene Prognosen des NMC Horizont Reports gezeigt haben, doch der eigentliche „shift“ wird stattfinden.

About NMC:

Über André J. Spang (@Tastenspieler)

Lehrender, Musiker, Komponist, Pianist, Blogger...

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  1. […] Zusammenfassung des HorizonReports wurde unter https://ipadkas.wordpress.com/2012/02/05/horizon-project-preview-2012/ auf dem Weblog der Kaiserin Augusta Schule, städtisches Gymnasium Köln […]

  2. […] also um das Lernen in der Informationsgesellschaft. Ausgehend von den Prognosen des aktuellen “Horizon Reports 2012″, der hier im Blog bereits Thema war, wurden die an der KAS bereits vorhandenen Entwicklungen in diesen Bereichen anhand konkreter […]

  3. […] ging es um das Lernen in der Informationsgesellschaft. Ausgehend von den Prognosen des aktuellen “Horizon Reports 2012″, der hier im Blog bereits Thema war, wurden die an der KAS bereits vorhandenen Entwicklungen in diesen Bereichen anhand konkreter […]

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