Mein Fachkollege Dr. Markus Wirtz benutzt in seinem Unterricht ebenfalls häufig die iPads, teils zur Recherche, aber auch für Präsentationen und natürlich zur Musikerstellung. Hier bietet sich das bereits mehrfach erwähnte „GarageBand“ an.

Markus Wirtz schreibt folgenden, kleinen Bericht über den Einsatz der iPads und seinem Unterricht: „Zur Zeit verwende ich die iPads in der Jahrgangsstufe 9 zur Vertonung einer Filmszene. Die Klasse wird dabei in 3 Gruppen eingeteilt, die in 3 Räumen arbeiten: Die 1. Gruppe hat die Aufgabe, eine Filmszene (in diesem Fall aus „Notting Hill“) mit selbst ausgewählten Musikbeispielen zu unterlegen und dabei die unterschiedliche Wirkung der Musik zu untersuchen und zu beschreiben (z.B. paraphrasierend, polarisierend, kontrapunktierend). Die 2. Gruppe soll zu einer anderen ca. einminütigen Szene (aus dem französischen Filmklassiker „Les Valseuses“ mit Gerard Dépardieu) selber Filmmusik mit dem Programm „Garage Band“ auf den iPads produzieren.

Eine 3. Gruppe schließlich dreht selber eine kurze Filmszene, die mit Musik unterlegt werden soll. Ich konzentriere mich hier nur auf die 2. Gruppe, die mit den iPads arbeitet: Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die SchülerInnen mit der App „Garage Band“ musikalisch interessante und zugleich individuelle Ergebnisse erzielen können. Auch SchülerInnen, die gelegentlich nicht so konzentriert bei der Sache sind, arbeiten zielgerichtet und mit viel Spaß daran, eine passende Filmmusik zu der vorgegebenen Filmszene zu erfinden. Ein paar Worte zur technischen Durchführung: Auf einem der vorderen Tische im Raum läuft über einen Computer die Filmszene; die SchülerInnen können sie je nach Bedarf immer wieder neu einschalten. Gleichzeitig verfügt jede/r Schüler/in über ein iPad mit Kopfhörern, um in Ruhe an der eigenen Komposition arbeiten zu können, so dass es im Raum ausgesprochen leise ist. Weil die Filmszene mehrmals hintereinander gezeigt wird, können die SchülerInnen ihre musikalischen Einfälle komtinuierlich verbessern. Der Umgang mit „Garage Band“ erschließt sich größtenteils intuituiv; kein/e Schüler/in hatte größere Probleme damit, mit Hilfe von fertigen Loops bzw. selbst eingespielten Softwareinstrumenten ein eigenes kleines Stück zu erstellen. Die Rolle des Lehrers besteht während des Vertonungsprozesses darin, von Schüler/in zu Schüler/in zu gehen, Zwischenergebnisse anzuhören, Hilfestellungen und Tipps bei der musikalischen Umsetzung zu geben. Als Musiklehrer finde ich es natürlich ganz wichtig und unverzichtbar, dass SchülerInnen mit „richtigen“ Instrumenten umgehen – aber gerade bei dieser speziellen Aufgabe „Vertonung einer Filmszene“ gelingt es den SchülerInnen mit Hilfe der iPads meiner Meinung nach besser, ihre musikalischen Ideen in klanglich überzeugende Ergebnisse umzusetzen.“

 

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Über André J. Spang (@Tastenspieler)

Lehrender, Musiker, Komponist, Pianist, Blogger...

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