Heute war es soweit und die iPads kamen im Unterricht zum Einsatz. Die erste Lerngruppe, die die neuen Geräte verwenden konnte war der Kurs 12 Musik und gleich danach ging es in eine Doppelstunde im Kurs 9 Religion.

Das Handling ist – in Ermangelung der Transportkoffer noch etwas umständlich, denn die Geräte müssen dann mit mehreren Schülern vom „iPad-Schrank“ zum jeweiligen Klassenraum getragen werden. Wenn die Trolleys da sind, kann man den kompletten Klassensatz dann einfach samt Laptop u. W-Lan Station in die Räume rollen.

Der Einsatz gestaltet sich denkbar einfach: W-Lan in die Netzsteckdose, Lan-Kabel in die Lan-Dose, iPads austeilen, online. Der ganze Vorgang dauert keine 3 Minuten.

Die Vorbereitungszeit der jeweiligen Doppelstunde war ebenfalls sehr kurz. Am Abend vorher stellte ich sämtliche Aufgaben, PDFs, Musikbeispiele etc. die ich für die entsprechende Stunde/Thema benötigte und die sich schon auf meinem Rechner befinden zusammen, schrieb die Aufgaben in einer Mail auf und hängte die Dateien, Mp3s etc. an diese Mail an. Über diese Blogseite (Reservierungsbereich) konnte ich dann eine „Sammelemail“ an alle iPads der Schüler von zu Hause aus schicken. Ausdrucken, kopieren, Mp3 anschliessen, etc. konnte ich mir sparen.

Nach einem kurzen Briefing der Schüler, wie man die Geräte einschaltet (Knopf oben rechts drücken), dass am Ende der Stunde die Displays geputzt und alles wieder vollständig bei mir abgegeben werden muss (leider 😉 ), konnten die Schüler die Mail, die sich nun automatisch im Postfach eines jeden iPads befand, öffnen und bearbeiten. Die Schüler arbeiteten selbstständig fast über den gesamten Zeitraum. Im Raum herrschte Ruhe, Disziplinschwierigkeiten: Fehlanzeige. Musikbeispiele konnten individuell und in beliebigem Lerntempo, auch mehrmals abgehört werden (die Schüler nutzen dafür ihre eigenen Kopfhörer, die sie sowieso dabei hatten). In der Doppelstunde Religion war ich nur stellenweise moderierend tätig. Am Ende der Stunde mailten die Schüler ihre Ergebnisse jeweils wieder an mich zurück. Schüler, die mit ihren Aufgaben nicht fertig geworden waren, mailten sich diese an ihre eigene Mailadresse nach Hause.

Die Aufgaben waren so gestellt, dass die Schüler neben fachlichen Aspekten den Schwerpunkt auch auf die iPads setzten und die darauf befindlichen Apps kennen lernten. Die Schüler in beiden Kursen konnte alle Aufgaben ohne weitere technische Anleitung erledigen. Kleine „technische Unklarheiten“ lösten sie untereinander.

Die Mails im Klartext:

  • Musik Kurs 12:

Auszüge aus der Mail

1. Sichere die angehängte Datei in iBooks
2. Beantworte die Fragen und schreibe deine Antworten in der App Pages auf. Recherchiere ggfs. im Internet. Maile deine Arbeitsergebnisse aus Pages an mich zurück und zwar an folgende Adresse: macbookkas2@xxxxxxx   Sende die Datei dabei im PDF-Format aus Pages ab. Wenn du nicht fertig geworden bist, maile dir die Datei als Worddokument an deine eigene Mailadresse zur häuslichen Weiterarbeit.
3. Höre das angehängte MP3 an und beschreibe den Charakter der Musik. Lege die Schwerpunkte auf klangliche Entwicklung, Tempoänderungen und Tonalität. Nutze für deine Stichpunkte/Mindmap das App Popplet und maile das Ergebnis als PDF an mich zurück.
  • Reli Kurs 9:
Auszüge aus der Mail

1. Navigiere zu unserem Blog http://reli9kas.wordpress.com/ und lies dir die letzen Posts durch. Evtl. möchtest Du dort einen Kommentar hinterlassen.
2. Welches Programm nutzt du auf dem iPad zum surfen im Internet?
3. Öffne die angehängten Dateien in iBooks
4. Kopiere den gesamten Text dieser Mail.
5. Starte Pages und öffne ein neues Dokument
6. Setze den kopierten Text aus der Zwischenablage in das neue Dokument in Pages ein. Beantworte die Fragen aus Nr3 und schreibe die Antworten in Pages auf.
7. Recherchiere im Internet über die Todesstrafe
8. Kopiere zunächst die gefundenen Links, die du als lesenswert und informativ empfindest in ein neues Pages-Dokument. Benenne beide Pages Dokumente mit deinem Vornamen und Nr1/bzw 2
9. Schreibe Argumente Pro/Contra als Mindmap mit dem Programm popplet auf. Maile das fertige popplet als PDF an macbookkas1@xxxxxxxxxxxx
10. Maile die beiden Pagesdokumente als PDF an macbookkas1@xxxxxxxxxxxx
11. Solltest du nicht fertig werden, forwarde diese Mail an deine eigene Mailadresse und maile dir die Pagesdokumente als Worddokument zur häuslichen Weiterarbeit.
  • Was gilt es zu verbessern?

 

  • die Sozialformen müssen abwechslungsreicher gestaltet werden
  • die Möglichkeit des kollaborativen Arbeitens, die die Devices bieten  müssen stärker in den Fokus genommen werden (Social Networks, Etherpads, Googledocs)
  • Kleine „In-Class-Präsentationen“ müssen eingearbeitet werden, z.B. Mindmaps etc. werden am Beamer kurz präsentiert.
  • Lernapps könnten ebenfalls etwas mehr Abwechslung in die Methoden bringen
  • die Arbeitsperiode mit den iPads muss verkürzt werden: Methodenwechsel. z.B. 20 min mit dem Device, danach Wechsel (Gruppenarbeit ohne Device oder nur zu Recherchezwecken), danach wieder Einzelarbeit mit Devices, am Ende Plenumsdiskussion, Ergebnisse an einer Twitterwall per Beamer.

Technische Infos:

  • Die W-Lans hielten gut, alle Geräte waren 4 Stunden ohne Ausfälle und sehr schnell im Internet unterwegs
  • die Akkuleistung verringerte sich nach 4 Stunden Dauereinsatz um nur 15%
  • Mailverkehr klappte reibungslos
  • YouTube funktioniert nicht, scheint ein Problem mit dem Serverport zu sein. Vorschläge?

Working on it!

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Über André J. Spang (@Tastenspieler)

Lehrender, Musiker, Komponist, Pianist, Blogger...

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  1. Tönt spannend!

    „Disziplinschwierigkeiten: Fehlanzeige“ gefällt mir besonders, weil dies von Gegnern neuer Medien oft ins Feld geführt wird. Wenns richtig gemacht wird, bricht kein Chaos aus – warum auch?

    Etwas neidisch bin ich natürlich auf die Akkuleistung, die wird bei unseren iPhones nämlich längers je mehr zu Problem.

  2. A.J. Spang sagt:

    Na, man darf nicht vergessen, dass das natürlich auch „der Reiz des Neuen“ ist, aber trotzdem war ich schon überrascht von einer stillen, engagiert durcharbeitenden 9. Klasse in einer Doppelstunde Reli. Die Akkuleistung ist prima! Wirklich beeindruckend. Allerdings haben wir das Problem mit der Ladung bis zum nächsten Tag noch nicht gelöst. Die iPads können ja zum Laden nicht irgendwo „offen“ bis zum nächsten morgen herum liegen. Wie ist das mit dem YouTube? Nutzt ihr W-Lan oder geht ihr mit den iPhones übers Mobilnetz online?

  3. Gibro sagt:

    Sehr aufschlussreich. Kannst du noch detallierter auf die Apps eingehen, die ihr benutzt habt? Was habt ihr im Religionsunterricht damit gemacht?

  4. A.J. Spang sagt:

    Ich werde detailliert auf die Apps eingehen! Im RU haben wir nur die Mailapp, Safari, Pages, Poplet u. iBooks genutzt – keine weiteren speziellen Apps. Das kommt noch. In Musik werden wir auf jeden Fall das MusicStudio ausprobieren. Ich bin gespannt wir die Kollegen spezielle Apps nutzen (z.b die App zur Darstellung der Körperzellen). Eine Schülerin in der 12, die sich „neben der Schule“ intensiv mit Bio beschäftigt u. auch im Bio-Lk ist, hat diese App ausprobiert u. war total begeistert. Sie hat mr auch erzählt, dass sie die Shakespeare App auf ihrem iPod hat und sie sehr gut findet u. privat viel darin liest. Ich denke MusicStudio wird am Donnerstag zum Einsatz kommen. Dann „hörst“ du hier bestimmt schon erste Ergebnisse.

  5. […] habe ich den Einsatz des iPads in der Unterstufe erprobt, nachdem gestern die Ober- und Mittelstufe erfolgreich gelaufen […]

  6. […] habe ich den Einsatz des iPads in der Unterstufe erprobt, nachdem gestern die Ober- und Mittelstufe erfolgreich gelaufen […]

  7. […] dem ersten Februar 2011, dem Start dieses iPad-Projekts („Modell: 1:n“) mit 30 iPads in 3 mobilen Rollkoffern […]

  8. […] aber auch einen Ausblick auf das kommende, nicht weniger spannende Jahr 2013 geben. Seit dem ersten Februar 2011, dem Start dieses iPad-Projekts (“Modell: 1:n”) mit 30 iPads. 2 MacBooks und 3 AirportExtreme […]

  9. […] gesagt, fand ich es sehr erhellend, mir den Blogeintrag zum Start des Projektes aus dem Jahr 2011 durch zu lesen. Dort ist noch eine klare Übertragung von […]

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