#Summerbreak2015 – We’ll be back…

Ein ereignisreiches und produktives Schuljahr ist zu Ende gegangen.

Und jetzt sind Sommerferien :)

wenn man mobil unterwegs ist, kann man Beiträge wie diesen auch am Strand erstellen...;)

wenn man mobil unterwegs ist, kann man Beiträge wie diesen auch am Strand erstellen…;)

 

Nun findet man vielleicht ein wenig Muße, nachzulesen was so los war im Schuljahr 2014/15…

Kurz gesagt: Es war viel los! Ich habe deshalb ein paar Highlights, über die hier im Blog bereits berichtet wurde, zusammen gestellt.

Die entsprechenden Posts sind dann im Text verlinkt und man kann sie bei Interesse direkt aufrufen und lesen. Viel Spaß dabei!

Review Schuljahr 2014-15

  • LernLabKAS: Nach den Sommerferien 2014 starteten wir das „mobile Jahr” mit einer großen Veranstaltung zum Lernen und Lehren mit digitalen Medien. Weiterlesen
  • Hour of Code 2014: Im Dezember gibt es gleich zwei Berichte zum Thema Coding. Hier der Ankündigungstext und hier ein paar Beispiele aus dem Unterricht
  • Weiter geht es im Februar mit der Vorstellung eines Videos von Prof. Dr. Spannagel über 10 Irrtümer zum Einsatz digitaler Medien in der Schule.
  • Dann folgen zwei Praxisberichte aus dem Unterricht mit Tablets und Web: „Papierfreier Unterricht in Klasse 5” und – als Reaktion auf eine Äußerung des Präsidenten des deutschen Lehrerverbandes der Text „Die totale Wikifizierung des Unterrichts“.
  • Im März stellten die KAS.juniorEXPERTs ihr neues Workshopprogramm vor, das sie im Makerspace der Stadtbibliothek Köln anbieten. Das Projekt und die Kooperation mit der StadtBib besteht nun bereits im zweiten Jahr. Eine tolle Sache! Hier erfährt man mehr…
  • Das Internet ist kein Ponyhof – soviel ist klar. In dem Post „Nutze das Netz – aber sicher” kann man Schülervideoprojekte zum Thema Cybermobbing sehen und Details über die Erstellung der Videos erfahren.
  • Gamification im Unterricht? Geht das? Hier kannst Du lesen, welche Erfahrungen ich mit Schülern in diesem Zusammenhang habe.
  • Auch in der Klasse 7 haben wir uns mit der verantwortungsvollen und sicheren Nutzung des Internets beschäftigt. Herausgekommen sind ua. „Die 10 Gebote des Internets“.
  • Alles über unser neues Projekt „KAS.digitalEXPERTs” – einer Gruppe von Schülern, die Lernenden und Lehrenden in Fragen zu Tablets, Apps, digitaler Technologie und Internet zur Seite stehen, erfährst Du hier...
  • Persönliche Lernnetzwerke und weltweite Vernetzung mit Lehrenden: Wenn Du auf Twitter bist, empfehle ich Dir dem Hashtag #ipadED zu folgen. Er steht für „iPad-Education” und dort finden sich jede Menge Anregungen, Tipps und Hinweise zum Thema. Ich habe den Twitterstream auch links in der Seitenleiste dieses Blogs als Widget eingebunden. Schau mal rein, vernetze Dich und lerne ;)

Veranstaltungshinweise

Last but not least möchte ich es nicht versäumen, auf ein paar interessante Veranstaltungen hinzuweisen:

  • #EDchatDE: Unter dem Titel EDchat.de gründeten mein Frankfurter Kollege Torsten Larbig und ich vor fast zwei Jahren einen Twitterchat für Lehrende. Dieser Chat läuft wöchentlich immer Dienstag Abends unter dem Hashtag #EDchatDE zwischen 20 – 21 Uhr auf Twitter. Dann „treffen sich “ca. 60-80 Lehrende aus ganz Deutschland und „unterhalten sich” zu aktuellen Schul- & Bildungsthemen. Am 13.10.2015 wird die 100. Ausgabe stattfinden: Es geht herzliche Einladung. Aber vielleicht magst Du auch vorher schon mal reinschauen. Zur Zeit läuft gerade das EdchatDE SummerSpecial mit vielen spannenden Themen und Moderatoren:

     

  • #DED15 Digital Education Day, Cologne 2015: Die Stadt Köln, genau gesagt das Amt Digital Education Day, Cologne 2015: Die Stadt Köln, genau gesagt das Amt für Schulentwicklung und das Amt für Informationsentwicklung verfür Schulentwicklung und das Amt für Informationsentwicklung veranstalten am 24.10.15 den sogenannten „Digital Education Day”. Die Tagesveranstaltung informiert mit zahlreichen Vorträgen und Workshops über den Einsatz digitaler Medien im Schul- und Hochschulalltag und richtet sich in erster Linie an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen, aber auch an diejenigen, die sich für die Themen „Digitale Bildung und freie Bildungsmaterialien“ interessieren. Dieser Tag tritt an die Stelle des in den letzten beiden Jahren erfolgreich durchgeführten #OERkoeln Camp zu freien Bildungsmaterialien, das ich im Jahr 2013 zusammen mit der Stadt Köln erstmalig planen und durchführen konnte. Ich freue mich, dass die Stadt nun selbstständig in Sachen digitaler Bildung unterwegs ist und mit fortschrittlichen und zukunftsweisenden Formaten landesweit richtungsweisende Trends setzt. #iLike -> Anmelden & Mitmachen!
  • LernLabKAS 2015 ?!: Wie oben erwähnt, war das LernLabKAS14 eine erfolgreiche Veranstaltung, die den Diskurs über das Lernen mit digitalen Medien weiter aktiviert und im Nachgang auch viele Kolleginnen und Kollegen zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht ermuntert hat. Es steht zwar hier noch ein kleines Fragezeichen hinter dem LernLabKAS15, aber wenn alles klappt, wird es im Rahmen der „Internet Woche Köln #iwcgn15 ein weiteres LernLab geben – diesmal aber in kleinem Rahmen und als interne Veranstaltung mit Experten aus den eigenen Reihen der KAS. Weitere Infos hier in Kürze.
  • ExcitingEDU Lehrerkongress: Seit ein paar Wochen ist die neue Seite ExcitingEDU.de online. Hier wird in Zukunft über Bildungstechnologie und deren gewinnbringende Einsatzmöglichkeiten im Unterricht informiert. Zahlreiche Blogger haben schon Erfahrungsberichte aus dem Unterricht beigesteuert oder zugesagt. Im Dezember diesen Jahres wird die Klett-MINT Gruppe, die verantwortliche Betreiberin der Plattform ist einen großen Lehrerkongress zum Thema mobiles Lernen und digitale Technologie in Berlin veranstalten. Hier gibt es alle Infos – unbedingt anmelden und einen Platz sichern.

Natürlich gibt es noch viele andere und sehr spannende Veranstaltungen. Das würde den Rahmen hier sprengen. Google hilft da mit Sicherheit weiter ;) Aber die heute so wichtige Vernetzung mit Leuten gleicher Interessen ist imho wesentlich zielführender. 

Ich wünsche nun aber eine schöne Ferienzeit und gute Erholung – We’ll be back 8/12/15 ;)

André Spang


#KASdE – die KAS.digitalEXPERTs

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Im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2014/15 hatten wir die Möglichkeit an einem Angebot des Kompetenzteams Köln/Medienberatung NRW unter Unterstützung des Vereins „Neue Medien für Kölner Schulen e.V.“ teilzunehmen.

Im Rahmen dieses Projektes wurden insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler zu sogenannten „Tabletscouts“ ausgebildet – wir haben diese auf den Namen „KAS.digitalEXPERTs“ getauft, da sie sich mit Tablets und darüber hinaus mit Apps und dem Web2.0 auskennen.

Die KAS.digitalEXPERTs oder kurz #KASdE sind nun ab dem folgenden Schuljahr einsatzbereit, stehen im jeweiligen Fachunterricht den Lernenden und Lehrenden mit Rat und Tat zur Seite, wenn mal wieder der Beamer nicht funktioniert, die App nicht das macht, was sie soll oder das iPad nicht ins W-Lan will (was natürlich nie vorkommt ;)

Wir freuen uns, dass wir dieses Serviceangebot nun an unserer Schule haben und, dass es aus der Schule selbst erwächst und von Lernenden angeboten wird. Das Projekt soll im kommenden Schuljahr natürlich fortgeführt und auf insgesamt 32 Schülerinnen und Schüler aus allen Klassen 6-9 ausgedehnt werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite der KAS.digitalEXPERTs.

 

#BiDiWe15 – Bildung in einer digitalisierten Welt: Ein Aufbruch mit Hindernissen

(Hinweis: Dieser Artikel ist ein Crosspost und erschien ursprünglich im Blog des „Hochschulforum Digitalisierung“ des „Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft“. Außerdem findet sich der Artikel auch im Blog des Co-Autors Bob Blume.)

Die ersten Teilnehmer der Tagung werfen sich verstohlene Blicke zu, als sie das gläserne Haus gegenüber des Kanzleramtes betreten. Aus allen Himmelsrichtungen sind heute Menschen aus Lehre, Forschung und Wirtschaft zusammengekommen, um die Zukunft der digitalen Bildung zu diskutieren.

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Wir, @legereaude aka Bob Blume und @Tastenspieler aka André Spang, besuchten am 15.6.2015 die Tagung „Bildung in einer digitalisierten Welt“ der SPD Bundestagsfraktion im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages in Berlin.

Das Programm war viel versprechend – die Gästeliste nicht weniger, aber Geduld – schön der Reihe nach!

Humboldt 2.0?

Sören Bartol @soerenbartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD Bundestagsfraktion, sorgt schon mit dem Zitat „Digital ist besser“ von @tocotronic, mit dem er die Tagung eröffnet, für allgemeines Schmunzeln. Er stellt gleich zu Beginn die zentralen Fragen:

#21stCenturyLiteracies: Welche Kompetenzen braucht denn der Mensch nun in einer digitalen Welt?

#DigitalGap: Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um Chancengleichheit in der digitalisierten Welt nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu machen?

#Humboldt2.0: Wie kann das humboldtsche Bildungsindeal ins digitale Zeitalter übersetzt werden?

#Support: Was kann und was muss Politik tun, damit diese Herausforderung gelingt?

Schon nach der Einführung wird klar, dass es die großen Fragen sind, die die Teilnehmer beschäftigen werden – Fragen, die leider allzu lange politisch ignoriert wurden.

Jan-Martin Wiarda (Helmholtzgesellschaft), der durch das Programm führt, stellt den nächsten Impulsgeber vor.

Ein zusätzliches Element

Ernst-Dieter Rossman @edrossmann, Bildungspolitischer Sprecher der SPD, nimmt bei seiner Begrüßung Bezug auf die Artikel von Saskia Esken @EskenSaskia („Bildungssystem muss fit für Digitalisierung werden!“) und Christian Füller  @Ciffi („Die gefährliche Tablet-Ekstase der Schulpolitik“), die sich einen kritischen Austausch lieferten, der im Netz hohe Wellen schlug.

Dabei mahnt Rossmann, dass es heute eben gerade nicht um eine Scheindebatte und Scheinfronten gehen soll, sondern darum, das zu verbinden, was Bildung schon immer bedeutet: „Durch das Digitale kommt ein zusätzliches Element ins Bildungsspiel, dem wir uns stellen müssen, um die Zukunft der Bildung zu sichern“.

Neue Lernmedien bieten kommunikative Möglichkeiten, die es bisher so nicht gegeben hat und die man sich aneignen muss, um an einer digitalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts aktiv teilnehmen zu können.

Rossmann schlägt in seiner Rede den Bogen zur Föderalismusebene. Das, was heute diskutiert und angeboten wird, soll ein Angebot an die Länder sein. Der Bund will sich unterstützend und kooperativ – ganz wie es in einem digitalen Zeitalter wichtig und möglich ist – einbringen.

Seine Forderungen:

#Citizenship: Wissen und (auch persönliche) Handlungskompetenz in der digitalen Welt

#Anwendungskompetenz: Umgang mit digitalen Tools

#Partiziptation: Mit Medien soziale Realität gestalten

Vernetzt euch!

Nachdem der rote Faden gelegt ist, beginnen die Keynotes, die als weitere Impulse für den anschließenden Austausch und die Weiterarbeit dienen sollen.

Saskia Esken, die Berichterstatterin für digitale Bildung der SPD Bundestagsfraktion, eröffnet die Runde.

Ihre süffisante Replik auf das “Joch der Digitalisten” aus der FAZ macht schnell deutlich, dass es der Debatte nicht gut tut, Positionen absolut zu setzen, sondern dass ihre Teilnehmer – auch die anderer Fraktionen (#DigitalLeben, CDU) – ein gemeinsames Anliegen haben.

Die Nennung der Tagungsbesucher macht deutlich, aus welch unterschiedlichen Bereichen die Teilnehmer der Tagung kommen – und was sie zusammenbringt.

Esken geht auf die „disruptiven Kräfte“ der digitalen Strukturen ein und auf die Herausforderung, aber auch Chance, diese zu erkennen und zur Neugestaltung zu nutzen.

Kein Gesellschafts- und Wirtschaftsbereich werde davon ausgenommen werden.

Die SPD will diesen grundlegenden Wandeln mitgestalten und sich der Realität nicht verweigern. Das Problem dieser Realität ist die Anwendung digitalen Inhalts bei Jugendlichen.

Wie Studien zeigen wird das Internet zwar von allen Jugendlichen als Kommunikationsmedium genutzt, aber nicht, um konstruktiv damit umzugehen und um Wissen zu gestalten und zu produzieren.

Um Deutschland aus seiner Starre zu lösen, müssen MINT-Fächer, informatische Grundbildung und der Aufbau von Medienkompetenzen dringend gestärkt werden.

Wie gelingt der Einstieg in eine digitalisierte Berufswelt, welche Kompetenzen brauchen junge Menschen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe? Wie geht man sicher mit den Medien um, wie schützt man seine Daten und wie wird man sensibilisiert für den verantwortungsvollen Umgang mit seinen Daten?

Die Forderungen, die hier gestellt werden, bewegen sich vor allem auf zwei Ziele zu:

  • grundlegendes Verständnis für den Umgang mit Programmiersprachen erhalten
  • medienkompetenter Umgang

Eskens Aufruf am Ende ihrer Keynote hätte auch die Unterüberschrift der Tagung sein können:

“Seid dabei, tauscht euch aus, vernetzt euch!”

Als nächstes stellt Wiarda einen Teilnehmer vor, der zunächst in die Vergangenheit blickt.

Die Geschichte wiederholt sich

Ties Rabe, Senator für Schule und Berufsbildung der Hansestadt Hamburg, macht eine Zeitreise zurück zur Ausblidung in seine eigene Schule, damals, als er 10 Jahre alt war.

Vom Telefon und der Dachantenne bis zum ersten Computer im Referendariat. 1995 sein erstes Handy, groß wie ein Brikett. 1996 der erste Computer mit Internetanschluss im Hause Rabe.

Wenn er das seinen Kindern heute erzählt, denken diese, er redet aus der Zeit der Burgen und Ritter. Hier wird deutlich, wie rasend sich die Entwicklung fortsetzt. Vergleicht es mit den Umbrüchen zur Erfindung des Buchdrucks – nur eben 1000 mal schneller.

Welche Veränderungen die rasende Entwicklung ausgelöst hat, macht er am Beruf des Setzers deutlich, den die Layoutprogramme ersetzt haben. Dafür aber sind viele andere Berufe entstanden. Was die heutigen Veränderungen bewirken, erklärt Rabe in einem simplen Beispiel: Als seine Tochter auf einem Festival ihr Handy verlor, konnte sie nur noch eine Telefonnummer auswendig: Die ihrer Eltern. Ihrem Vater sagte sie auch gleich, was ihr durch den Kopf ging, als sie das Handy verlor: „Ihr Leben hat sich aufgelöst“.

Zum Macher werden

Wie schon zu Beginn der Tagung liegt auch bei Rabe die Betonung auf der digitalen Kompetenz. Denn sie sei Voraussetzung für eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft.

Das Problem sieht er (wie auch im weiteren Verlauf die Teilnehmer der Tagung), dass diese Entwicklung nicht in den Schulen ankommt.

International sind deutsche Schülerinnen und Schüler mittlerweile abgehängt. Und ein weiteres Problem bahnt sich an: Der sogenannte “digital divide”.  Die Nutzung selbst ist abhängig vom Bildungsstand der Familien. Bei niedriger formaler Bildung nutzen die Kinder die digitalen Medien vor allen Dingen bei der Freizeitgestaltung, während bei höherer Bildung auch die Bildungsangebote genutzt werden. Das bedeutet eine immer größer werdende Benachteiligung vor allem bei den bildungsschwachen Familien.

Rabe fordert vor allem aus diesem Grunde eine Agenda #digitaleBildung für Schule, Hochschule und Ausbildung. Und die Förderung von digitaler Bildung in jedem einzelnen schulischen Fach.

Die Problematik liegt, wie so oft, in dem, was Rabe die „Macht-Frage“ nennt: Wer macht was? Dabei geht es vor allem um:

  • Klare Rechtslage
  • Cloud
  • Ausstattung (BYOD)
  • Bildungspläne
  • Überzeugungsarbeit

Vor allem der letzte Punkt ist Grundlage, um Lehrerinnen und Lehrer mit ins Boot zu nehmen. Dazu bedarf es praxissichere Angebote, die die Arbeit der Lehrenden unterstützen, anstatt sie weiter zu belasten.

Letztlich fordert Rabe das, was in den digitalen Diskursen mittlerweile ein geflügelter Begriff ist:

#BeAMaker!

Sei ein Macher, der durch aktive Arbeit die Differenzen beilegt und neue Chancen erkennt und umsetzt.

Die nickenden Köpfe im weiten Rund zeigen ein ums andere Mal, dass die hier gestellten Forderungen auf offene Ohren stoßen.

Sichtbares und relevantes Lernen

So auch bei Richard Heinen @richard_he, Universität Dusiburg-Essen, der mit einer allgemeinen Frage beginnt:

Was bedeutet digitale Bildung eigentlich?
Als Beispiel nimmt er diejenigen, die der gerade stattfindende Wandel am meisten betrifft: Die Schüler. “Mit dem Smartphone kann ich ganz einfach Sachen nachschauen, die ich nicht weiß oder verstehe. Mit Videos versteht man die Dinge besser.” Solcherlei Auskünfte lassen nur vermuten, wie Schülerinnen und Schüler das Smartphone jetzt schon nutzen.

In Notebook-Klassen kontrollieren Schülerinnen und Schüler ihre Lernwege selbst – Lehrer haben mehr Zeit, sich im jeden einzelnen zu kümmern. In Zeiten zunehmender Heterogenität und der Inklusionist dies eine riesige Möglichkeit.

Wie Rabe geht auch Heinen auf die Möglichkeiten ein, seine eigenen digitalen Endgeräte in der Schule zu nutzen. Er bringt diese Forderung auf einen einfachen Punkt: Handyverbote gehören verboten.

Anstatt zu stigmatisieren und zu reglementieren müssen unsere Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt werden, zu kompententen Anwendern zu werden. Schulen brauchen dafür Infrastruktur und Support – am besten eher gestern als heute, wie er betont.

Auch wenn die Lehrer nur Rädchen in einer großen Maschinerie der Bildung und ihrer politischen und gesellschaftlichen Verbindungspunkte sind, ist für Heinen klar:

Engagierte Lehrer sind Kristallisationspunkte und damit maßgeblich für den Wandel innerhalb der Schulen. Nur eine Verbindung zwischen diesen und die Unterstützung von außen schafft es, den Wandel herbeizuführen.

Dass dies nicht nur geschieht, um lustige Gadgets zu nutzen, betont Heinen besonders, denn:

Digitale Medien können Lernen sichtbar und relevant machen.

Ob nun die Arbeit mit visueller Unterstützung in der Biologie, die Vernetzung untereinander oder das Erstellen von schulinternen Wikis, die spätere Schülergenerationen auch weiter nutzen können: Immer haben die Schülerinnen und Schüler ein Ziel, dass sich der Allgemeinheit öffnet, das ihr Lernen zur Teilhabe an der Gesellschaft macht, anstatt im Klassenzimmer brach zu liegen.

Dynamische vs statische Inhalte

Prof. Dr. Christoph Igel, der letzte Redner, vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, geht darauf auf das Future Internet 2020 ein. Das Internet der Dinge, bei dem viele Nutzer die unterschiedlichsten Gadgets nutzen, um ins Word Wide Web zu kommen, ist längst keine Utopie mehr.

Igel bringt eine atemberaubende Zahl: 2020 wird es etwa 50 Mrd vernetzte Computer auf dem Planeten geben. Die Vernetzung ermöglicht es so auch, dass die Bildung stärker wahrgenommen werden kann, als jemals zuvor.

Das Problem ist jedoch auch hier, dass die Schulen bei so genannter Corporate Education stehen geblieben sind und nicht den Schritt zur Smart Education wagen, innerhalb derer es möglich wäre, Interaktion und Vernetzung zum Bestandteil von Schule und Bildung zu machen. Die Schülerinnen und Schüler wissen um die dynamischen Inhalte, die heutzutage in jeder Lebenslage zugänglich sind. Erstes Medium der Recherche ist heutzutage nicht selten Youtube. Noch vor Google oder Wikipedia. Währenddessen verschicken die Lehrer PDF-Dokumente mit der Begründung:

Ich bin Lehrer geworden, weil ich unterrichten will und nicht, weil ich einen PC nutzen will. Diese Diskrepanz gelte es zu schließen.

Nach den Impulsen wird klar, dass das Problem zwar erkannt ist, der Aufbruch aber mit vielen Hindernissen verbunden ist, die es noch zu  überwinden gilt.

Die Möglichkeiten und Herausforderungen werden im Anschluss an eine kurze Pause in vier unterschiedlichen Workshops erörtert und vertieft.

Medienbildung und Informatik

Im Workshop von Saskia Esken ergeben sich zwei wichtige Themengebiete, die besprochen und kontrovers diskutiert werden. Zum einen wird deutlich, dass Informatik-Lehrer und deren Verbandsmitglieder stark darauf drängen, die Informatik in den Schulen zu stärken und sie nicht ungelernten Lehrpersonen zu überlassen, wie es ein interdisziplinärer Medienkompetenzbegriff einschließt.

Zum anderen zeigt sich jedoch auch, dass Medienpädagogik nicht einem einzigen Fach überlassen werden kann, sondern dass es um ein umfassendes Konzept gehen muss, dass sowohl in die Lehrpläne als auch in den Fortbildungszentren implementiert sein muss.

Die Schwierigkeit der gemeinsamen Stellungnahme wird so auch nach einem lebendigen Gespräch deutlich, da die Meinungen was die schon vorhandenen Kompetenzen angeht, doch deutlich auseinander liegen.

Jedoch wird auch klar, was die Teilnehmer von dem von Esken geleiteten Workshop einte: Der Willen, die Bildung hinsichtlich der digitalen Bildung zu stärken, ob nun auf den Gebieten der Informatik oder der reflektierten Mediennutzung.

Projekte und Unterstützung

In einem weiteren, von André Spang und Herbert Jancke geleiteten und von Oliver Kaczmarek moderierten Workshop, geht es um mobiles Lernen.

Spang berichtet in seinem Impuls unter dem Titel „explore.create.share“ zunächst von allgemeinen Entwicklungen und persönlichen Erfahrungen im Bereich der Schule2.0. Dabei geht es konkret um die Themenfelder Mobiles Lernen mit digitalen Medien, 21stCentury Skills und OER, also freie Bildungsressourcen.

Als Lehrer und Projektleiter eines Tabletprojektes eines Kölner Gymnasiums seit nun fast fünf Jahren, kann er auf viele Praxisbeispiele aus dem Unterricht und dem täglichen Einsatz von Apps, Devices und Web zurückgreifen. Hier geht es neben Standardanwendungen auch um #Gamification, #MakerEducation und #Coding.

Jancke berichtet über das Projekt und die Projektentwicklung mobiles lernen n-21 in Niedersachsen.

Das Pilotprojekt, das 2003 ins Leben gerufen wurde, konnte im Jahre 2006 erweitert werden. 2013 kam es zur Gründung eines Referenzschulnetzes mit 60 Schulen. So wurde gewährleistet, so Jancke, dass Lehrende nur von Lehrenden eingeführt und weitergebildet wurden – ein Wunsch, der von vielen gehegt wurde. Problematisch sei es bei der Finanzierung geworden. Diese sei zwar nicht einfach zu lösen, aber machbar.

Ein weiteres zu lösendes Hindernis ist die Qulifizierung von Lehrpersonen. In Niedersachen gibt es für diese Aufgabe medienpädagogische Berater, die die Schulen bei den Herausforderungen digitaler Entwicklungen helfen.

Leider war es uns nicht möglich, auch die weiteren Workshops zu besuchen. Es sind einfach zu viele interessante und wichtige Themen zu besprechen gewesen.

Was bleibt?

Nach den Workshops ist die Stimmung gelöst und die verstohlenen Blicke sind vergessen. Offen wird diskutiert, werden weiterführende Fragen aufgeworfen, wird sich vernetzt. Letztlich zeigt die Tagung – und die parallel dazu stattfindende Veranstaltung der CDU, dass auch der politische Wille da ist, digitale Bildung nicht als weiteres Feld des “Neuland” verkümmern zu lassen. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, vor allem von jenen, die meinen, dass dieselben Gespräche schon vor 10 Jahren geführt worden seien oder das maßgebliche Themen nicht besprochen worden seien. Was fehlt, sind die Taten. Und so spricht auch der netzpolitische Sprecher der SPD, Lars Klingbeil @larsklingbeil, vor allem von einem Umsetzungsdefizit, das sobald wie möglich behoben werden müsse.

Um dies zu tun, sind Tagungen und Konferenzen dieser Art, bei denen Lehrpersonen, Politiker, Journalisten und Unternehmer zusammenkommen natürlich wichtig. Dass eine solche Tagung in der gläsernen Architektur des Paul-Löbe-Hauses stattfinden konnte, ist auf vielen Ebenen symbolisch. Vielleicht auch insofern, als dass die Menschen sehen können: Es tut sich was. Hindernisse sind da, ja. Aber hier findet auch ein Aufbruch statt.

Bei allem Optimismus, den der Austausch an einem solchen Tage verbreitet, darf man jedoch nicht vergessen, dass es dabei nicht bleiben kann und darf. Eine solche Tagung kann nur als Impuls dienen, der die Politik zum Handeln bringt. Auch die Form des Austausches sollte überdacht werden. Spricht man von Vernetzung sollte man diese auch praktizieren. Im Zeitalter von Barcamps sind die Teilnehmer mit ihren spezifischen Einsichten durchaus zu mehr in der Lage, als kurze Statements abzugeben. Man kann teilnehmen – und das ist das, was wir wollen.

Es ist Zeit, dass Politik und Gesellschaft die Zeichen der Zeit erkennt. Es ist Zeit für einen Aufbruch – und zwar ohne Hindernisse.

Tl;Dr

Wem es im digitalen Zeitalter zu viel an Text war – wir, als Twitterer und YouTuber können das verstehen – für den haben wir einen kleinen Film während des Tages gedreht, der Meinungen und Stimmen von Akteuren und Besuchern eingefangen hat:

André Spang (@Tastenspieler), Lehrender, Musiker, Experte für mobiles Lernen, Oberstudienrat an einem Gymnasium in Köln, betreibt mehrere Blogs und ist, zusammen mit seinem Kollegen Torsten Larbig Gründer des ersten, deutschsprachigen Twitterchats für Lehrende, dem #EDchatDE.

Bob Blume  (@legereaude), Lehrer und Blogger, ist Studienrat auf einem Gymnasium in Bühl. Er schreibt in seinem Blog über digitale Bildung und gesellschaftliche Veränderungen. @legereaude www.bobblume.de

Die 10 Gebote des Internets

In Klasse 7 in Religion haben wir zum Thema Freiheit und Verantwortung gearbeitet. Dabei haben die Lernenden in gewohnter Routine in der App BaiBoard HD zu nächst viele Unterthemen gesammelt. Die Arbeitsweise mit der App schätzen die Lernenden und nicht zuletzt auch ich selbst, da wir gemeinsam  „Tafelbilder“ oder Ideensammlungen entwicklen können und diese auch in den Folgestunden sofort wieder zur Verfügung haben und weiter bearbeiten können. Natürlich nutzen wir auch unsere Wikiseite als Arbeits- und Lernplattform.

Ein Unterthema war „das Internet“

Dazu wollten wir einige Aspekte auf dem Hintergrund des Oberthemas „Freiheit und Verantwortung“ heraus arbeiten.

In einer Stunde sollte es um das Posten von Bildern im Netz gehen und was man dabei beachten muss, damit man Freude daran hat und niemandem oder sich selbst schadet.

Für den Einstieg in die Stunde habe ich einen kurzen Film erstellt.

Die Lernenden nahmen diesen zum Anlass einer regen Diskussion und erstellten dann selbst kurze Filme, in die sie eigene Aspekte und Gedanken einbrachten.

Eine Gruppe machte sich auf eine ganz andere Reise und versuchte die 10 Gebote für das Internet neu zu formulieren. Dazu nutzen die Lernenden die App Keynote und erstellten zwei schlichte Folien, die es in sich haben:

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Vielleicht ist das ja eine gute Vorlage für ein Plakat oder einen Aushang in Deiner Klasse, über das man dann diskutieren und weitere Ideen dazu entwickeln kann.

PS: Für die Remixer und Sharer – auf unserem Klassenwiki habe ich eine Liste von cc0 Bildern zusammen gestellt. Diese kann man gut als Vorlage für eigene kurze Videos oder Präsentationen zum Thema nutzen und dann auch ohne Probleme im Netz wieder teilen. Schau mal hier nach („Bildervorrat“).

Gamification im Unterricht

An einem verregneten Samstag lässt sich gut an einem Twitterchat zum Thema #gamification teilnehmen. Ein solcher läuft gerade eben unter dem Hashtag #satchat

Der „Satchat“ ist ein wöchentlicher Twitterchat, der imm Samstag morgens um 7.30 am (US-Zeit) von hunderten vor allem US amerikanischer Lehrern auf Twitter besucht wird. Das Thema heute handelt von „Gamification” oder „Game Based Learning“.

Satchat Fragen

Satchat Fragen

Da ich im Unterricht immer wieder kleine „gamified Sequences“ – vor allem mit Minecraft – einbaue, hier, angeregt durch den #Satchat eine kleine Sammlung dazu.

In der letzten Religionsstunde haben wir in Klasse 6 eine kurze Einheit zum Kirchenbau mit Minecraft abgeschlossen. Hier der Crosspost von unserem Klassenblog:

Kirchen in Köln – mit Minecraft nachgebaut

Nachdem wir bereits in Klasse 5 eine kleine Unterrichtseinheit zum Thema Kirchenbau zusammen gemacht haben und dazu auch einige Entwürfe mit Minecraft erstellt haben, war das Thema der letzten Reihe „Kirchenraum“ und konkret in den letzten Stunden „Kirchen in Köln“ und hier ganz speziell die Kirchen in unserem Viertel. Dazu haben wir in Teams verschiedene Kirchen in der Umgebung unserer Schule ausgewählt und auf einer Wikiseite dazu viele wissenswerte Informationen gesammelt. Zu den einzelnen Kirchen haben wir auch z.B. kleine Lernspiele (die sogenannten Learning Apps) erstellt und auf dem Wiki gesammelt. Als Abschluss des Projektes werden wir die Kirchen auch noch besuchen und kleine Dokumentationsfilme über die Kirchen drehen und hier bereitstellen. Weil es uns in der Klasse 5 so viel Spaß bereitet hat, Kirchen mit Minecraft selbst zu bauen, haben wir auch in dieser Kurssequenz eine kleine Einheit eingeschoben und „unsere Kirche“ mit Minecraft nachgebaut. Die Ergebnisse seht ihr hier:

1. St. Pantaleon

Von Inês, Luca, Clara, Karlo. Unsere Wikiseite zur Kirche findet ihr hier.

2. St. Maria Lyskirchen

Von Dorian, Tillmann, Luka, David, Sid. Zu unserer Wikiseite? Hier entlang!

3. St. Severin

Von Milla, Mila, Jule, Anna Martha, Carlotta. Wir haben auch eine Wikiseite -> hier.

4. Crux Kirche

Von Nina, Noemi, Mara. Unsere Wikiseite gibt es hier.

5. St. Maria im Kapitol

Von Laura, Elisabetta, Sofia. Die Wikiseite unserer Kirche gibt es hier.

6. St. Georg

Zu dieser Kirche haben wir leider kein Minecraft Modell gebaut – aber eine Wikiseite gibt es natürlich hier. ;)

Weitere Links auf diesem Blog:

Natürlich ist das „Game based Learning“ nicht auf Technologie oder gar Minecraft beschränkt. Es lässt sich in vielfältiger Art und Weise methodisch umsetzen. Wichtig ist dabei, dass die Prinzipen von Spielen in den Lernprozess integriert werden: Versuch, Irrtum, Herausforderung, Teamarbeit, Belohnung, Gewinn.

Explore.Create.Share – 4 Jahre Tablets, Apps & Cloud

Das „iPad-Projekt“ ist nun schon seit gut vier Jahren Bestandteil des Schulalltags an unserer Schule. Viele Lernende und Lehrende nutzen es in ihrem Unterricht. So ergibt sich bereits ein Mix zwischen „traditionellen und neuen Medien“. (Ich nutze hier bewusst diese Begriffe, denn sie sind eben sehr griffig und man weiß, was damit gemeint ist.)

In den vergangenen vier Jahren, in denen ich das Projekt betreue und dankenswerter Weise durch ein Team von Kolleginnen und Kollegen unterstützt werde, konnte ich viele Erfahrungen sammeln und auch in vielen internen und externen Workshops, Webinaren und Vorträgen weiter geben. Dadurch habe ich selbst wiederum viele Anregungen erhalten und bin mittlerweile mit fast allen bedeutenden Akteuren im den Bereichen der sogenannten „digitalen Bildung“ (auch wieder so ein Begriff ;) vernetzt und tausche mich aus.

Dies war der Auslöser für mich, ein Video zu produzieren, in dem ich Fakten, Gedanken und Beispiele, die ich Workshops und Vorträgen immer wieder nenne, festhalte – damit auch andere davon profitieren können und eventuell gleiche oder eben auch ganz andere Ideen und Gedanken entwickeln können und ihren eigenen Weg gehen.

Viel Spaß mit „Explore.Create.Share – 4 Jahre Tablets, Apps & Cloud“:

Nutze das Netz – aber sicher! – Videoprojekte zum Thema Cybermobbing

Videoproduktion auf dem Tablet

Tablets, aber auch Smartphones eignen sich sehr gut dazu, Videos im Unterricht zu produzieren. Sie bieten alles an „On Board Ausstattung“, was man zur Produktion eines gelungenen Videos benötigt:

  • eine gute bis sehr gute Kamera
  • entsprechende Prozessorleistung zum Schneiden von Videos
  • integrierter Speicherplatz
  • ein integriertes Mikrofon, was vor allem bei Sprachverständlichkeit punktet
  • einen großen Bildschirm, um die Aufnahmen zu bearbeiten und zu schneiden

Zusätzlich gibt es viele Apps, die man zum Erstellen von Videos gut nutzen kann. Auf dem iPad ist iMovie die klare Empfehlung. Diese App ist einfach zu bedienen, man kann direkt damit aufnehmen, Filme nach synchronisieren, Soundeffekte oder kurze Musikclips aus der iMovie Bibliothek zur Filmspur hinzufügen, oder selbst z.B. mit der App Garage Band erstellte Musik in iMovie exportieren und dann dort weiter bearbeiten.

Dazu gibt es eine Fülle von Übergängen, Texteingabe, Effekten und anderen Möglichkeiten der weiteren Bearbeitung der einzelnen Videoclips und Bilder.

Die fertigen Videos können dann aus der App heraus als Video gesichert und per Mail oder Cloud exportiert werden. Man kann, ein entsprechendes YouTube Konto vorausgesetzt, das Video aber auch direkt aus der App heraus auf YouTube veröffentlichen und per Link teilen oder einbinden.

In der Praxis: Videoprojekte zum Wettbewerb „My digital World“

Vor einigen Wochen und im Nachgang des Safer Internet Day 2015 bin ich auf den Jugendwettbewerb „My digital world“ des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ aufmerksam gemacht worden. Zum Thema „Sicher im Netz“ können Jugendliche Videos produzieren und selbst einreichen, um am Wettbewerb teil zu nehmen. Nichts leichter als das ;)

Im Unterricht produziere ich mit meinen Lernenden sehr häufig kurze Videos zu Unterrichtseinheiten. Dies können Erklärvideos, Interviews, animierte Storyboards, kurze Filmsequenzen, Musikclips oder auch Trailer sein. Die Lernenden sind entsprechend versiert und können von der Musik über Drehbuch bis zur fertigen Produktion mittlerweile ein Video in kurzer Zeit erstellen und publizieren.

Ich stellte einer Klasse 8 und einem Kurs 10, beiden jeweils im Fach Musik den Wettbewerb vor und die Lernenden hatten spontane Ideen zur Umsetzung. Heraus gekommen sind vier Videos die ich hier vorstellen und auch kurz auf die Machart und den Entstehungsprozess eingehen möchte.

Klasse 8

1. YouTube und die Hates

Die Produzentinnen dieses Videos haben den Augenmerk auf die sogenannten „Hater Kommentare“ im Netz und im Speziellen auf solche Kommentare auf der bei Jugendlichen sehr beliebten Videoplattform YouTube gelenkt. Dazu haben sie zunächst ein, wie sie es nennen „typisches YouTube Video“ produziert, in diesem Fall ein „Klamotten HAUL“ und zeigen danach einen Zusammenschnitt der zu erwartenden Comments. Zunächst wurde das Haul Video gefilmt. Dabei stand das iPad auf einem Stuhl, damit nicht gewackelt wird. Der Ton wurde nachsynchronisiert, da das Mikrofon des iPads während des Drehs zu weit von der Sprecherin entfernt war. Die Haterkommentare wurden dann als Screenshots zunächst in der Bilddatenbank des iPads gespeichert und dann in iMovie importiert. Auch hier wurde die Audiokommentare nachsynchronisiert.

2. Cybermobbing

Dieses Video wurde ebenfalls in iMovie auf dem iPad produziert. Die Produzentinnen nutzen hier eine der Trailervorlagen von iMovie. Diese geben zwar ein festes Drehbuch vor, was gegebenenfalls von Nachteil sein kann, wirken dafür aber sehr professionell durch die gute Schnittfolge, bereits eingefügte Übergänge und kurze Musik- und Soundpassagen.

Kurs 10

1. Cybermorphose

Das Video „Cybermorphose“ ist ein typisches Musikvideo im Hip Hop Style. Die Lernenden haben dabei den Text und das Drehbuch komplett selbst erstellt. Der Beat stammt von einem bekannten Hip Hop Kanal, der verschiedene Beats unter freier Lizenz zum Download anbietet. Diesen Beat haben die Schüler zunächst auf einem Rechner herunter geladen und leicht bearbeitet. Danach wurde er per Mail ans iPad geschickt und dort in Garage Band importiert und weiter bearbeitet. Der Rap und auch der Gesang wurden mit einem Headset (!) eines Smartphones, das ans iPad angeschlossen war aufgenommen. Dadurch hörten der Rapper und die Sängerin die Musik im Ohrhörer und das Mikrofon zeichnete nur die Stimme auf, sodass es kein Übersprechen der Musikspur auf die Gesangsspur gab. Der fertige Soundtrack wurde dann durch den Dialog „öffnen in“ zum Programm iMovie weiter gegeben und direkt in das Filmprojekt importiert. In iMovie wurden dann die einzelnen Filmsequenzen zum Beat gedreht und bearbeitet und ein Abspann hinzugefügt.

2. Nutze das Netz – aber sicher!

Dieses Video wurde in der sogenannten „Legetechnik“ produziert. Dazu war zunächst eine größere Bastelaktion angesagt. Für ein solches Video muss man Zeit einplanen, aber die Schülerinnen arbeiteten in einer größeren Gruppe zusammen und hatten ihre Freude dabei. Das iPad mit dem schließlich der Film aufgezeichnet wurde, war in einen speziellen Halter gespannt und auf einen Mikrofonständer montiert.

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Nach der Filmaufnahmen spielten 2 Schüler aus dem Kurs die Musik live mit Gitarre und Bass zum Video ein. Dazu verfolgten sie den Film auf dem iPad und ein angeschlossenes Headset zeichnete die Musik live aus Gitarren- und Bassverstärker kommend auf.

Viel Spaß beim Nachahmen!

A. Spang

Veranstaltungshinweis: Tablets in Kölner Schulen

Am Mittwoch, den 25.3.15 findet am Berufskolleg Lindenstraße die Veranstaltung „Tablets in Kölner Schulen” statt. Diese Veranstaltung ist Teil einer Reihe, die von der Medienberatung/Kompetenzteam Köln organisiert wird und in ähnlichem Rahmen zuletzt an der Gesamtschule Rhodenkirchen stattgefunden hat. 

Hier das Programm des aktuellen Termins:

  

Zwei der insgesamt 15 Tablet-Projektschulen in Köln werden ihre Erfahrungen in Bezug auf den Einsatz von Tablets im Unterricht vorstellen. Dies sind das Montessori Gymnasium und das BK Deutzer Freiheit. 

Außerdem gibt es allgemeine Informationen zum Potenzial von Tablets in Bezug auf das Lernen und Lehren und zur Finanzierung von Tablet-Projekten. 

Im Anschluß an den Plenumsteil gibt es ein Worldcafé, in dem viele Lehrende der Projektschulen “Best Practices” aus dem Unterricht zeigen. 

Mein Beitrag wird sich um das “papierfreie Arbeiten mit iPad, Etherpad und Wiki” drehen. 

  

Hier gibt es alle Materialien dazu.

KAS Junior Experts v2.0 @ Makerspace der StadtBib Köln 2015

Makerspaces? Makerspaces! Das sind öffentliche Räume, an denen Tools und Materialien zu finden sind, um kreativ und produktiv werden zu können. In der Stadtbibliothek Köln gibt es einen solchen Makerspace: „Er ist ein offener Raum für neue Ideen, Potenziale und Do-It-Yourself-Projekte. Eigenes Tun steht im Vordergrund, vor allem aber der Spaß an der Sache! Nach einer kurzen Einführung kann man dort selbst die verschiedenen Themen und Techniken ausprobieren.”

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Die „KAS Junior Experts“, das sind Schülerinnen und Schüler aus der Klassenstufe 10 und 11 der Kaiserin Augusta Schule. Die Schüler geben ihr im Unterricht und auch privat erlangtes Wissen im Bereich der digitalen Medien und Devices in Workshops im Rahmen des Makerspace und Makerspace Kids (neu!) Programms in der Stadtbibliothek Köln an interessierte Bürgerinnen und Bürger weiter. Das Projekt ist eine nun schon im zweiten Jahr sehr erfolgreich bestehende Kooperation zwischen Schule und der zentralen Stadtbiblitohek Köln, bei dem beide Insitutionen, aber vor allem die Lernenden der Schule und die Besucher der Stadtbibliothek voneinander profitieren. Die Lernenden Lernen durch Lehren (LDL Methode) und die Besucher der Workshops erfahren, wie sie kreativ und konstruktiv mit Technologie, Materialien und auch Instrumenten umgehen können und dabei selbst Webseiten, Bilder, Filme, Musik produzieren oder sogar Roboter und Platinen programmieren können.

Zur offiziellen Makerspace Seite der Stadtbibliothek Köln geht es hier.

Zu den Workshops anmelden kann man sich über die Seiten der Stadt Köln. Dort dann auf „Makerspace“ oder „Makerspace Kids“ gehen.

Das Makerspace Programm gibt es hier zum Download und hier als Klartext:

Makerspace Programm für Selbermacher:

Diese mehrstündigen Workshops sind für Menschen, die selbst aktiv werden möchten und Interesse daran haben, Neuland zu betreten. Unser Makerspace hilft dabei: Er ist ein offener Raum für neue Ideen, Potenziale und Do-It-Yourself-Projekte. Es werden Veranstaltungen zu so unterschiedlichen Themen angeboten wie Malen und Musikproduktion mit dem iPad, 3-D-Zeichnung und 3-D-Druck mit SketchUpScrapbookingPodcasting, Arduino, Blogging mit tumblr, Masking Tape, Schreiben für Blogger, Digitalfotografie, WebdesignStreetart und vieles andere.

Je nach Workshop werden Kenntnisse im Umgang mit der entsprechenden Informationstechnologie (PC, Smartphone oder Tablet) vorausgesetzt.

1. Finch Robot Programming, 7.3.15 – 12 -14 Uhr

Selbst einen Roboter programmieren? Dazu muss man doch Informatik studiert haben, oder? Um das Gegenteil herauszufinden, sollten Sie zum Anfänger-Workshop von Michael Daehnert und Damian Bogdan (KAS) kommen. Sie zeigen Ihnen, wie man mit der Web-App “Snap” dem Finch Robot allerlei Kunststücke und sogar Musik beibringt. Wie das aussieht, können Sie sich im Video zum “Finch-Roboter” anschauen.

Sie benötigen keine Vorkenntnisse, sollten aber wissen, wie man einen PC bedient. Der Finch Robot wird von der Stadtbibliothek gestellt und Sie können ihn im Nachgang sogar mit Ihrem Bibliotheksausweis ausleihen und zu Hause weiter programmieren.

Die Veranstaltung findet in der 3. Etage in Raum 304 statt.

Workshop-Nummer: M-01

2. Grundlagen der Tontechnik 13.3.15 – 16 -18 Uhr

Sie kennen das: Auf der Familienfeier will jemand eine Rede halten, aber trotz Mikrofon versteht man nichts und es pfeift ständig. Wie kann ich die Band meines Kindes aufnehmen? Der Sound an meiner HiFi-Anlage klingt dumpf und dröhnend! Im Workshop von Lennart Horst (KAS) finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen zum Bereich Tontechnik, Mikrofon, Mischpult, Equalizer etc. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Mitbringen sollten Sie Interesse und viele Fragen!

Die Veranstaltung findet im Makerspace auf der 4. Etage statt.

Workshop-Nummer: M-02

3. Launchpad und Ableton Live 14.3.15 – 12 – 14 Uhr

Schlagzeugbeat – Bassfigur – Akkorde – Melodie. Im Workshop von Jannis Grunwald (KAS) lernen Sie die Software Ableton Live in ihren Grundzügen kennen und schreiben unter Verwendung des „Launchpad“ kurze eigene Songs. Der stilistische Schwerpunkt liegt dabei auf Hip Hop, aber auch Dub, House, Elektro und anderes stehen auf dem Programm. Vorkenntnisse benötigen Sie keine, bringen Sie aber bitte einen USBStick zum Abspeichern Ihrer erstellten Musik mit.

Die Veranstaltung findet im Markerspace auf der 4. Etage statt.

Workshop-Nummer: M-03

4. Eigenen Weblog mit tumblr erstellen 14.3.15 -12 -14 Uhr

Sie schreiben gerne Texte, Ihre Meinung und kommentieren gerne Bilder? Sie wollen gerne im Internet auf einer eigenen Webseite publizieren? Lena Wilbertz (KAS) zeigt Ihnen, wie man mit der kostenlosen Plattform tumblrauf einfache Weise ein ansprechendes Weblog erstellt und mit Inhalten füllt. Vorkenntnisse und Software werden nicht benötigt, einen eigenen Laptopkönnen Sie gerne mitbringen.

Die Veranstaltung findet in Raum 304 auf der 3. Etage statt.

5. Kreativ mit MakeyMakey 21.3.14 – 12 -14 Uhr

Die Handhabung des MaKey MaKey ist kinderleicht: Einfach an den PCanstecken und los geht der Spaß. Andi Cika und Thies Bode (KAS) haben ein kurzes Video erstellt, das Ihnen verdeutlicht, was mit dem MaKey MaKey an kreativen Ideen umgesetzt werden kann. Ist Ihr Controller oder Ihre Tastatur mal kaputt, zeichnen Sie einfach eine Steuerung mit Bleistift auf Papier und bedienen Sie mit Hilfe des MaKey MaKey ihren PC. Sie wollen mit Gemüse Klavier spielen? Das geht, kein Witz! Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Ihren eigenen Laptop und Obst oder Gemüse können Sie gerne mitbringen.

Die Veranstaltung findet in Raum 304 auf der 3. Etage statt.

Workshop-Nummer: M-06

6. Rockgitarre und E-bass für Anfänger 18.4.15 – 12 -14 Uhr

Sie haben eine E-Gitarre oder einen E-Bass und Rock ist Ihr Ding? Dann kommen Sie zum Workshop von Luis Müller-Wallraf und Jonas Richter (KAS). Die beiden zeigen Ihnen Grundlagen, Akkorde und Licks im Stil des Bluesrock. Danach erarbeiten und spielen Sie zusammen einen Song. Voraussetzungen: Grundkenntnisse im Gitarren- beziehungsweise Bassspiel. Bitte bringen Sie zum Workshop Ihr eigenes Instrument und einen Verstärker mit. Beides kann nicht gestellt werden.

Die Veranstaltung findet auf der 4. Etage, Makerspace, statt.

Workshop-Nummer: M-09

7. Digitale Spiegelreflex Fotografie 24.4.15 – 16 -18 Uhr

Im Workshop von Antonia Bornefeld und Daniil Belazovschi (KAS) lernen Sie Grundlegendes zum Umgang mit Ihrer digitalen Spiegelreflexkamera oder Bridgekamera, wie zum Beispiel die Einstellung der Blende, Belichtungseinstellungen, Objektiv- und Motivauswahl, Portraitfotografie und Urban-Fotos. Bitte bringen Sie zum Termin unbedingt Ihre eigene digitale Spiegelreflexkamera oder Bridgekamera und (wenn vorhanden) ein Stativ mit. Kameras können nicht gestellt werden!

Die Veranstaltung findet auf der 4. Etage im Makerspace statt.

Workshop-Nummer: M-11

8. Digitale Bildbearbeitung – 25.4.15 – 12- 14 Uhr

Aufbauend auf dem Workshop vom 24. April 2015 (Digitale Spiegelreflex-Fotografie) werden hier Grundlagen der Bildbearbeitung geübt. Antonia Bornefeld und Daniil Belazovschi (KAS) erklären Ihnen die grundlegenden Funktionen des Bildbearbeitungsprogramms GIMP. Bitte bringen Sie Ihre Fotos vom Vortag auf einem USBStick (nicht Speicherchip) mit. Wenn Sie nicht am Workshop vom Vortag teilgenommen haben, bringen Sie bitte ebenfalls Fotos, am besten auch ein Portraitfoto von sich oder einer anderen Person, auf einem USBStick mit.

Die Veranstaltung findet in Raum 304 auf der 3. Etage statt.

Workshop-Nummer: M-12

9. Kreativ mit dem Schneideplotter 8.5.15 – 16 – 18 Uhr

Im Workshop von Jule Postert und Viktoria Thalmayer (KAS) lernen Sie den kreativen Umgang mit dem Schneideplotter Silhouette Cameo kennen. Die beiden zeigen Ihnen, wie man mit der Software Silhouette Studio eine Grafik, einen Text, ein Namensschild, ein Logo, etc. erstellt und auf selbstklebendem Vinyl vom Plotter ausschneiden lässt. Sie benötigen in unserem Workshop bis auf grundlegende PC-Kenntnisse und kreative Ideen keine Voraussetzungen. Ihre Produkte können Sie nach dem Workshop mit nach Hause nehmen.

Die Veranstaltung findet auf der 4. Etage, Makerspace, statt.

Workshop-Nummer: M-14

10. Musikproduktion mit dem iPad 9.5.5 – 12 -14 Uhr

In Apples iPad steckt ein nahezu vollwertiges Tonstudio. Rebekka Hennig zeigt Ihnen, wie Sie mit den entsprechenden Apps das Maximum aus dem Gerät herauskitzeln: Sie komponieren eigene Melodien, Lieder und Beatsund arrangieren diese zu einem vollwertigen Musikstück. Außer einer musikalischen Ader benötigen Sie keine Vorkenntnisse, können aber gerne Ihr eigenes iPad mitbringen.

Die Veranstaltung findet auf der 4. Etage im Makerspace statt.

Workshop-Nummer: M-15

11. E-Books mit dem iPad erstellen 22.5.15 16 – 18 Uhr

Self-publishing ist eines der großen Potenziale des Internets. Spielen Sie also Gutenberg, stellen Sie Ihr eigenes Buch her und teilen Sie es mit der Welt! Asena Caglayan und Lea Fabry (KAS) zeigen Ihnen, wie das geht. Mit der App Creative Book Builder kann man auf dem iPad E-Books mit Texten, Bildern und multimedialen Inhalten im Handumdrehen layouten und produzieren. Für den Workshop benötigen Sie keine Vorkenntnisse, aber eine gute Buchidee!

Die Veranstaltung findet auf der 4. Etage, Makerspace, statt.

Workshop-Nummer: M-16

12. Fotobuchgestaltung 29.5.15 – 16 – 18 Uhr

Digitale Fotos schlummern oft versteckt auf Festplatten vor sich hin. Mit Laura Bauer und Mimi Zak (KAS) können Sie ein Fotobuch gestalten, das Ihre Bilder wieder lebendig werden lässt. Sie entwerfen mit der Softwarepixum ein Fotobuch, das Sie dann eigenständig bei einem Dienstleister kostenpflichtig produzieren lassen können. Bitte bringen Sie entsprechende Fotos auf einem USB-Stick mit.

Die Veranstaltung findet in Raum 304 auf der 3. Etage statt.

13. iMovie 5.6.15 – 16 -18 Uhr

Im Workshop erfahren Sie von Ilias Petszokat (KAS) wie man mit der App iMovie Filme direkt mit dem iPad aufnehmen und nach seinen Vorstellungen bearbeiten und bereitstellen kann. Wir zeigen Ihnen auch, wie man Filme und Bilder mit Musik oder eigenem Kommentar unterlegt, so entstehen im Handumdrehen kleine Filmprojekte. Sie benötigen keine Vorkenntnisse. Sie können gerne Ihr iPhone oder iPad mitbringen!

Die Veranstaltung findet auf der 4. Etage im Makerspace statt.

Workshop-Nummer: M-21

MAKER KIDS (Neu!)

Bei Maker Kids gibt es spannende und abgedrehte Workshops in den Ferienzeiten. Es geht da um Roboter, Lego Mindstorms, verrückte Maschinen und Deine Erfindungen! Wenn Du zwischen acht und zwölf Jahre alt bist, können Dich Deine Eltern gerne anmelden.

14. Finch Roboter programmieren 28.3.15 – 12 – 14 Uhr

Selbst einen Roboter programmieren? Dazu muss man doch Informatik studiert haben, oder? Um das Gegenteil herauszufinden, solltest Du zu unserem Workshop kommen. Wir zeigen Dir, wie man mit der Web-App “Snap” dem Finch-Roboter allerlei Kunststücke und sogar Musik beibringen kann. Wie das aussieht, kannst Du Dir in dem Video mit Finch-Robotern anschauen. Mit Mimi Zak und Laura Bauer.

Du brauchst keine Vorkenntnisse, solltest aber wissen, wie man einen PC bedient. Der Roboter wird von uns gestellt und Du kannst ihn danach sogar mit Deinem Bibliotheksausweis ausleihen und zu Hause weiter programmieren.

Die Veranstaltung findet in der 3. Etage in Raum 304 statt.

Workshop-Nummer: MK-1

Die totale Wikifizierung des Unterrichts

Was ist das denn für ein Titel??? Na, zugegeben ich habe mich von der Äußerung des Präsidenten des deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus “inspirieren” lassen, der in einem Interview vor der “totalen Digitalisierung des Unterrichts warnt” und ihr “eine Reihe an möglichen Kollateralschäden” zuspricht.

@SvenVolmering, der gestern in einer Pressemeldung bereits von Schule4.0 gesprochen hat, sieht und kommentiert das auf Twitter auf meine Nachfrage hin ganz angemessen und unaufgeregt und spricht von einer “Bedienung von Ängsten”:

Die @EskenSaskia, die sich, wie Sven Volmering auch vor allem für den Bereich digitale Bildung und ganz speziell für freie Bildungsmaterialien (#OER) engagiert und die ich ebenfalls angetwittert habe, sieht diese Äußerung sogar als eine Art “Panikmache”:

TL;DR: #staycalm and #think, Herr Kraus!

Nun, wir wollen hier nicht weiter politisch werden – es geht um „guten Unterricht“, den wir alle machen, ob mit oder ohne „totale Computerisierung“ und hier im speziellen Fall um Unterricht mittels des Einsatzes der digitalen Medien. Von einer möglichen, totalen Computerisierung sind wir in Deutschland weit entfernt, die will auch wohl niemand, denn es geht – wie man so schön sagt immer um „sowohl als auch“.

Ich vertrete hier auf diesem Blog natürlich Kraft seines Mottos „Mobiles Lernen“ eher das „sowohl“ ;)  Vor einigen Tagen habe ich hier dann auch von papierfreiem Arbeiten gesprochen. Aber, es muss und darf jeder seinen Platz finden. #stayReal

 

Jetzt aber bitte konkret, Herr Spang: Wikifizierung des Unterrichts!

Heute möchte ich vom Einsatz von Wikis im Unterricht berichten. Hier im Blog habe ich schon öfter davon geschrieben, z.B. hier oder hier und es gibt auch einige Publikationen zum Thema Wiki im Speziellen, wie z.B. hier oder zum Thema OER im Allgemeinen wie an dieser Stelle hier, an denen ich mit arbeiten durfte. Gerade in den letzten Tagen, wurde mir wieder klar, welche großartige Plattform solch ein Wiki im täglichen Unterrichtsgeschäft sein kann. In der Regel bilde ich alle meine Klassen und Kurse auf dem Wiki, in unserem Fall dem SchulWiki Köln ab. Die einzelnen Seiten sind nicht immer unbedingt „eine Augenweide“, eben zunächst einfach ein Sandkasten, Spielwiese, Tafelbild, Unterrichtsskizze und Sammlung. Das muss man als Lehrer auch erst einmal aushalten. Doch: „Willkommen” im Internet, das vor allem eben gerade nicht aus Hochglanzwebseiten besteht und, das wir gemeinsam verbessern sollten können.

So entstehen oft auch große Projekte und sehr gute Ergebnisse  – es braucht einfach Zeit und den Input vieler Schüler und verschiedener Lerngruppen. Darin liegt die Power des Wikis.

Gerade durch die Möglichkeiten der Kollaboration und des “digitalen vernetzten Denkens und Arbeitens”, wie ein Mathematikkollege vor einigen Tagen gesagt hat, entstehen tolle Lernszenarien und ein Wandel der (Lern-)Kultur des Zusammenarbeitens. Dazu kommt die Transparenz des Arbeitens die sich Lernende und auch Eltern wünschen, die aber auch für Kollegen wohltuend und hilfreich ist, kann man sich hier doch Anregungen oder Ideen holen und sei es nur, um es besser zu machen ;)

Die Beispiele:

Musik Grundkurs 12

Die Seite des Musik Grundkurses 12 habe ich zu Beginn des jetzigen Schuljahres angelegt. Hier sind auch Links zu den vorangegangenen 12er Kursen zu finden.

Das Wiki legt ab einer gewissen Zahl von Überschriften automatisch ein Inhaltsverzeichnis an. So kann man sich leicht zurecht finden.

Screenshot 2015-02-26 20.25.14Ich nutze das Wiki hier, wie in vielen anderen Anwendungsbereichen zunächst einfach als Möglichkeit, digital und gemeinsam Notizen zu machen und Unterrichts- und Themenverläufe zu entwicklen.

Die freie Gestaltungsmöglichkeit des Wikis hilft den Lernenden und mir dabei, maximal flexibel zu bleiben. Wir können einfach gemeinsam Texte und Notizen eingeben, den Text dann mittels Überschriften, Aufzählungszeichen etc. formatieren und übersichtlicher machen, aber auch Medien wie Videos und Bilder einbinden. Darüber hinaus bietet das Wiki die Möglichkeit, die Lernenden selbstständig Quizzes erstellen zu lassen und diese ins Wiki einzufügen. So können die Lernenden einzelnen Themen als “Experten” bearbeiten und am Ende eine Quizabfrage erstellen. Andere Lernende können dann die Themen lesen und ihr Verständnis mittels des Quiz überprüfen. Durch die Diskussionsfunktionen im Wiki, kann Peerfeedback gegeben werden. Und schließlich hat jeder Wikinutzer die Möglichkeit und Pflicht, kleine oder auch größere ;) Unzulänglichkeiten im Wiki zu verbessern. Dies können z.B. Schwächen in der Formulierung, Rechtschreibung oder Kommasetzung sein.

Bearbeitungsansicht im Wiki 12 Musik Grundkurs

Bearbeitungsansicht im Wiki 12 Musik Grundkurs

Hier sieht man eine kleine Unterrichtssequenz zum Thema “Filmmusik” auf dem Kurswiki des Musik Grundkurses. Die Lernenden klären zunächst in Teams einige grundlegende Begriffe.

Wikiabschnitt zum Thema Filmmusik

Wikiabschnitt zum Thema Filmmusik

Die Erklärungen stehen dann gleich allen zur Verfügung und dienen als Glossar. Wenn etwas fehlt, kann das Glossar jederzeit ergänzt oder umstrukturiert werden, auch in anderen Kursen oder Lerngruppen und auch Fächern. Sind die Begriffe einmal auf dem Wiki angelegt, können sie von allen genutzt und bearbeitet werden, die im Wiki als User angemeldet und eingeloggt sind. Die rot dargestellten Begriffe sind dabei noch “leere Seiten”, haben also noch keinen Inhalt und können von Lernenden noch mit Inhalt gefüllt werden. Dies könnten z.B. auch Schüler einer ganz anderen Klasse machen, die im Unterricht gerade einen “Leerlauf” haben, weil sie gestellt Aufgaben schneller bearbeiten konnten als ihre Klassenkameraden. Hier sind viele Nutzungsmöglichkeiten denkbar. Ich probiere täglich Neues aus und die Lernenden geben mir neue Anregungen und Ideen mit auf den Weg. So lernen wir alle ständig dazu :)

In diesem Beispiel sieht man die Integration eines Videos, das zum Thema passt und, das die Lernenden auf YouTube gefunden haben.

Wikiseite: Tonfilm - mit Videointegration

Wikiseite: Tonfilm – mit Videointegration

Und so sieht das dann in der Bearbeitungsansicht aus:

Bearbeitungsansicht der Seite "Tonfilm"

Bearbeitungsansicht der Seite “Tonfilm”

Da die 12er bald in die Abiturphase eintreten und dann die Schule verlassen, lag es nahe einen kleinen Abschlussfilm zu produzieren. Die Idee dazu haben wir gemeinsam im Wiki entwickelt und auch erste Produktionsergebnisse, die wir auf YouTube hochgeladen haben, auch im Wiki bereit gestellt.

Filmprojekt der 12er

Filmprojekt der 12er

So sehen die einzelnen Teams sofort, wie der Entwicklungsstand des Gesamtprojektes ist und können dann ihre Beiträge entsprechend anpassen. Im letzten Schritt wird dann die Musik zu den Filme produziert und alles zusammen geschnitten. Das Wiki dient hier wieder als Speicher, Sandkasten und am Ende dann als Präsentation- und Dokumentationsplattform. Im folgenden Jahr kann dann auf die Ergebnisse des Kurses in einem anderen 12er Kurs aufgebaut werden und an den Vorlagen und Beispielen weiter gearbeitet oder auf deren Basis etwas ganz Neues entwickelt werden.

Mit einer entsprechenden “Widget-Erweiterung” kann ein Wiki auch andere Medieninhalte darstellen. Hier zum Beispiel haben die Lernenden Präsentationen mit dem Web2.0 Tool “Prezi” erstellt. Die Schüler nutzen dies sehr gerne, da sie gemeinsam an Präsentationen arbeiten und diese online teilen können. Ausserdem sind die Präsentationen nicht so statisch wie gängige Powerpoints.

Wikiseite mit eingebundenen Prezis

Wikiseite mit eingebundenen Prezis

Wiki der Klasse 6b

Nun könnte man denken, dass Wikis nur “was für die Großen sind”. Aber weit gefehlt. Die ZUM.de bietet z.B. schon Grundschulwikis an. Grundschule ist hier nicht so meine Baustelle, aber ich nutze die Wikis bereits in Klasse 5 und 6 ohne Probleme und zur Freude der Kinder.

Wiki der Klasse 6

Wiki der Klasse 6

Die regelmässige Wikinutzung erkennt man schon sofort am umfangreichen Inhaltsverzeichnis. Im Wiki haben wir z.B. unseren Beitrag für den Tag der offenen Tür geplant. Im “Projekt Stars” haben die Schüler ihre Lieblingsbands auf einzelnen Wikiseiten vorgestellt und waren – wer hätte es anders gedacht – sehr fleißig bei der Arbeit.

Auch der Abschnitt zu “Komponisten der Romantik” auf der Seite ist recht umfangreich geworden. Die Komponisten wurden von mir vorgegeben, die Lernenden konnten sich selbstständig in Teams zunächst in den Komponistenseiten eintragen und dann die Biografien, Musikbeispiele, etc. dort entwickeln. Neulich kam die Kritik auf, dass “Schüler ja nur aus ‘der Wikipedia’ kopieren”, wenn sie Referate anfertigen. Diese Kritik mag berechtigt sein. Gerade wenn Schüler ein Referat anfertigen und dies ausgedruckt abgeben, ist die Versuchung groß. Im schlimmsten Fall, merkt es der Lehrer und die Note ist futsch. Im Internet offen arbeiten hat da schon andere Reichweite und Konsequenzen. Das Wiki ermahnt auch immer vor dem Speichern mit folgendem Dialog, dass Urheberrechte gewahrt und nur eigene Produkte hochgeladen bzw. gespeichert werden dürfen.

Urheberrechtshinweis

Urheberrechtshinweis

Dennoch muss man, wie in allen anderen Bereichen auch, als Lehrer stets ein waches Auge haben. Es bietet sich hier z.B. auch an, Schülerteams zu bilden, die sich um die Wikipflege kümmern und dafür besondere Kompetenzen attestiert bekommen. Über Ideen und Anregungen bin ich hier immer offen und freue mich. Die Routine hat aber gezeigt, dass die Lernenden hier sorgfältig arbeiten und gerade, wenn man das Bewusstsein schon bei “den Kleinen anlegt”, wird man hier langfristig als Gewinner hervorgehen – Gewinner in Sachen Medienkompetenz und verantwortungsvollem Umgang mit dem Netz und seinen Inhalten. So geht Lernen.

In der Klasse 6 arbeiten wir zur Zeit am Thema “Musik und Werbung”. Hier kann man die Seite noch in ihrer Entstehung begutachten:

Klasse 6: Musik und Werbung

Klasse 6: Musik und Werbung

Hier ein besonders schönes Beispiel der Kollaboration:

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Die Lernenden der Klasse 6 haben , als Vorarbeit zum Thema Musik und Werbung musikalische Strukturen verschiedener Musikbeispiele analysiert. Dabei haben sie die einzelnen Teile (Strophe, Refrain) aber auch Instrumente (Klarinette, Oboe) benannt und ins Wiki geschrieben. Diese Teile und Instrumente wurden allerdings schon von einer Klasse 8 in einem anderen Zusammenhang erklärt.

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So können die 6er auf die Erklärungen der 8er zurückgreifen und diese entsprechend weiter verarbeiten.

Dies ist auch der Grund, warum ich mit all meinen Klassen und Kursen auf dem Wiki präsent bin und so eine Zusammenarbeit über alle Lern- und Altersgruppen und meine beiden Fachbereiche von Anfang an anlege.

Übersicht der Klassen- und Kursseiten im Wiki: 1.

Übersicht der Klassen- und Kursseiten im Wiki: 1.

Übersicht der Klassen- und Kursseiten im Wiki: 2.

Übersicht der Klassen- und Kursseiten im Wiki: 2.

 

Wiki der Klasse 5

Mit meiner 5. Klasse in Musik arbeite ich bereits seit einigen Monaten mit dem Wiki. Allerdings hatten die Kinder noch keinen schreibenden Zugang zur Plattform. Dies hat sich seit zwei Wochen geändert und ich habe für kleine Teams bereits “Sandkästchen” auf dem Wiki angelegt, in denen die Arbeit nun beginnen kann.

Klassenwiki der 5er

Klassenwiki der 5er

Im ersten Schritt schreiben alle neuen Wikinutzer jedoch zunächst auf ihren eigenen “Nutzerseiten” die auch von außen nicht zu finden sind (Anmerkung: Das Wiki ist eine offen lesbare Plattform).

An der Versionsgeschichte des Wikis (das ist quasi das Protokoll aller Arbeitsvorgänge die auf dem Wiki gespeichert werden) sieht man, wie begeistert (hier auch an einem Freitag Abend) und ohne verpflichtende Aufgabe die 5er am Wiki arbeiten :)

Wiki Versionsgeschichte

Wiki Versionsgeschichte

Wiki Klasse 7 Religion

Nun habe ich viel über Musik geschrieben – klar, meine Religionskurse sind auch mit dabei. Hier ein Beispiel der 7er, die schon “alte Wikihasen” sind und schon seit der 5. Klasse mit auf dem Wiki arbeiten.

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Dementsprechend haben sie natürlich ein eigenes Klassenlogo entworfen und ins Wiki hochgeladen.

Ihre Arbeitsabläufe und Einteilungen sammeln die 7er schon selbstständig im Wiki, wie z.B. hier wo eine Unterrichtssequenz im Bereich #Gamification geplant wurde:

Gamifizierung der Weihnachtsgeschichte

Gamifizierung der Weihnachtsgeschichte

Zur Zeit arbeiten die 7er gerade zum Thema Freundschaft, Liebe, Partnerschaft. In der Wikiseite finden wir wieder eingebundene Videos zum Thema, aber auch Links zu Online-Umfragen mit Google Docs, die die Schüler selbst erstellt, durchgeführt und ausgewertet haben.

Screenshot 2015-02-26 21.53.02

Und so sieht das dann wieder in der Bearbeitungsansicht aus – Sie können mit vertrauen: Für die 7er ist das ein “ganz normaler Text” ;)

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Ganz spannend auch diese Beispiele der Versionsgeschichte:

1. Ein Wikitext an dem nur eine Schülerin alleine gearbeitet hat:

Versionsgeschichte: 1 Schülerin

Versionsgeschichte: 1 Schülerin

2. Ein Wikitext an dem viele Schüler über mehrere Jahre gearbeitet haben:

Versionsgeschichte: Mehrere Schüler arbeiten an einem Text

Versionsgeschichte: Mehrere Schüler arbeiten an einem Text

Und hier noch ein Beispiel für einen Quiz im Wiki (hier zur Seite Martin Luther King):

Quiz: Martin Luther King

Quiz: Martin Luther King

Das Quiz haben Schüler der Klasse 6 erstellt und so sieht das in der Bearbeitungsansicht aus:

Screenshot 2015-02-26 21.56.20

 

Nun, ich denke, ich konnte einen Eindruck erwecken, welche Möglichkeiten ein Wiki zur gemeinsamen Arbeit bieten kann. Vielleicht haben Sie Lust es mal auszuprobieren. Es ist nicht schwer, programmieren muss man dazu nicht können. Hier habe ich mal einen Online-Kurs zusammengestellt, bei dem man die Grundlagen lernen kann: Online Webinar, Uni Duisburg “Arbeiten mit Wikis”

 

Prof. Dr. Christian Spannagel (aka @dunkelmunkel) hat hier die Möglichkeiten von Wikis in der Schule in einem Video festgehalten:

 

Ich frage mich, ob der zu Anfang des Artikels zitierte Herr Kraus von all diesen Möglichkeiten der Wikifizierung des Unterrichts weiß, wenn er solche Plattitüden von sich gibt? Wer weiß.

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Unterrichten und Lernen, ob mit oder ohne totaler Computerisierung, Wikifizierung oder Analogisierung und hoffe, dass mir der Titel dieses Posts nun verziehen ist ;)

 

André Spang, @ #didacta15