Allen Lesern dieses Blogs wünsche ich ein frohes Osterfest!

Meine Berichterstattung auf diesem Blog läuft nun bereits seit über einem Jahr und die Posts werden natürlich etwas seltener, denn fast alle Einsatzmöglichkeiten, Ergebnisse und Apps sind schon vorgestellt worden. Das Blog erfreut sich trotzdem eines regen Zuspruchs und gleichbleibend hoher Besucherzahlen, denn das Thema “Einsatz von iPads bzw. Tablet-PCs im Unterricht” wird immer stärker in die Breite getragen und an vielen Schulen im In- und Ausland mittlerweile auch praktisch gelebt wie zahlreiche Beispiele zeigen. Danke an die Leser des Blogs – die Besucherstatistiken sprechen für sich und wir haben die 70.000 zu Ostern fast geschafft ;)

Interessant auch, dass das Blog international gelesen wird, wobei das Gros der Besucher verständlicherweise aus Deutschland kommt, wie der 30-Tage Rückblick zeigt.

Blogs zum Thema iPad und dessen Einsatz in Schulen gibt es mittlerweile sehr viele, Kollege Ulf Blanke hat die neuesten Meldungen dankenswerter Weise in einem scoop.it Magazin zusammengestellt und aktualisiert dies ständig. Dort findet man alle aktuellen Posts aus den unterschiedlichen Blogs, Twitternachrichten, Google+ Fundstücke und und und zusammengefasst – eine sehr gute Quelle zum Thema.

Wo stehen wir heute?

Von stehen kann in der Zeit der digitalen Gesellschaft keine Rede sein – die Entwicklungen rasen – also ist dies sozusagen eher ein “Screenshot”. Was zu Beginn dieses Blogs noch undenkbar war ist heute schon lange verbessert, überholt oder Geschichte. Wurde, wie bereits an anderer Stelle berichtet im Januar die Möglichkeit vorgestellt, auf einfach Art und Weise eBooks im Selbstverlag zu erstellen und US-Amerikanische Schulbuchverlage hatten sich zusammengeschlossen um ihre Schulbücher für das iPad herauszugeben, ist im Nachbarland Polen seit ein paar Tagen die Grundlage einer Initiative zur Schaffung von offenen Bildungsmaterialien die unter CC-BY-Lizenz stehen gestartet worden. Im Rahmen dieser Initiative sollen die Klassenstufen 4-6 komplett mit digitalen Schulbüchern in allen Fächern ausgestattet werden. Diese “Bücher” können – eine entsprechende Namensnennung vorausgesetzt – frei kopiert und verändert werden dh. sie sind in der Nutzung frei (und kostenlos) verfügbar. Auch wenn Deutschland von diesen Entwicklungen noch weit entfernt ist und sich mit Diskussionen und Überlegungen zum Urheberrecht, der Verwertung von Text und Musik und Schultrojanern zermürbt beschäftigt, sind auch hier die Diskussionen zu frei verfügbaren Unterrichtsmaterialien in vollem Gange und es gibt z.B. ein sehr lesenswertes “Whitepaper” zum Thema Open Educational Resources für Schulenin Deutschland (verfasst von Mirjam Bretschneider, Jöran Muuß-Merholz und Felix Schaumburg). An der KAS arbeiten wir zusammen mit Schülern an einer eigenen Ausgabe eines iSchulbuch für die KAS. Dies ist ein Projekt zur kollaborativen Erstellung von fächerübergreifenden und schulinternen Unterrichtsmaterialien und Unterrichtsbüchern in verschiedenen Unterrichtsfächern, die nach Möglichkeit auch als OpenEducationalRessources (OER) für andere Lehrende und Lernende als Download zur Verfügung gestellt werden. Dazu nutzen wir die App iBooks Author und die Contents unseres Schulwikis, die durch die Lernenden der KAS erstellt wurden. Dass das Thema “Future of the Textbook” und im Speziellen “Future of the Schoolbook” ein hochaktuelles ist, wird jeder erkannt haben. Wir haben die Möglichkeit das Projekt iSchulbuch auf der internationalen Konferenz “od ala ma kota do e-matury” zum Thema “Design in education” in Warschau im Rahmen einer “Kurzprezi” durch den Kollegen R. Deeken zu präsentieren.

Fakt ist, dass innerhalb dieses guten Jahres der iPad-Nutzung an der KAS die Medienkompetenz der Schüler und die Contenterstellung im Internet durch die Schüler der KAS stark angestiegen ist, wie man an den umfangreichen Inhalten des KAS-Wikis sehr gut erkennen kann. Dort arbeiten Schüler aller Klassenstufen und Fächer mit und viele Inhalte sind online mit den iPads erstellt worden. Darüber hinaus haben sich die Schüler Lernenden an die Nutzung von Twitterwalls als interaktive Tafel, Präsentationssoftware wie Keynote und verschiedenen Apps zur Produktion von Musik oder Videos herangewagt und sind im Umgang damit sicherer geworden. Bemerkenswert vor allem, dass die Lernenden dabei sehr selbstbestimmt und projektorientiert und wenig lehrerzentriert arbeiten – dies meist mit einer starken Motivation. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Dies sind keine wissenschaftlich belegten Erhebungen, aber dennoch  gut dokumentierte Ergebnisse und subjektive Erfahrungen unterschiedlicher Kollegen in verschiedenen Unterrichtsfächern. Ein Projektkurs Musik hätte ohne Tools wie GarageBand oder iMaschine und die komplette Onlinedokumentation auf dem Wiki so nicht stattfinden können. Aber auch viele andere Wikiseiten wie z.B hier hier oder auch hier und Projektergebnisse wurden fast ausschliesslich online im Unterricht mit den iPads erstellt.

Und jetzt?

Wie es weiter geht: Alle Welt spricht von (Schul-)Cloud und (Schul-)Netzen, es gibt digitale Schulbücher, OER, Tablets, alles scheint in Bewegung zu geraten und Dinge, die man im Bildungsbereich seit langem installieren will, scheinen nun möglich zu werden. Dennoch kann die Entwicklung nicht von “Top-down” verordnet werden, sondern muss sich von der Basis her ausbreiten und Top-Down unterstützt werden. Dazu sind Leuchtturmprojekte wichtig, die andere “anstecken” und mitnehmen. Ebenso wie die Selbständigkeit der Schüler gestärkt werden muss, so muss auch die Selbstständigkeit der Schulen unterstützt werden. Die Integration der Web2.0 Techniken und auch das Einbeziehen von sogenannten BYOD (“Bring your own device”) Modellen sind dabei von zentraler Bedeutung, denn die “Net Generation” wird im Schulalltag immer präsenter und wird sich in Zukunft immer lauter die Frage stellen: “Warum soll ich dies noch (auswendig-)lernen, wenn es doch nur einen Click entfernt ist?” (“Who is this netgeneration?”)

Doch konkret:

  • Eine Mischung von iPads der KAS und “Own Devices” werden wir in der kommenden Zeit ausprobieren um Chancen und Anforderungen solcher gemischter Umgebungen zu beleuchten. Eine erste Diskussion und daraus evtl. erwachsende Kooperation ergab sich bereits beim ecco12, dem “Educamp Köln 2012” welches vor kurzem an der KAS stattgefunden hatte.
  • Unter Hochdruck werden wir an dem iSchulbuch für die KAS weiterarbeiten, denn unser Wiki wird in Kürze auf das Schulwiki der Stadt Köln umziehen, welches wir mit Spannung erwarten. Dort können wir ganz im Sinne des offenen, kollaborativen Arbeitens (im Internet) mit anderen Schulen der Kölner Bildungslandschaft ganz einfach zusammen arbeiten. Die bestehenden Inhalte des KAS-Wikis werden wir dann in einem iSchulbuch speichern und mit dem neuen Schulwiki verlinken.
  • Gamebased learning – “Lesen lernen mit Altair?” Dieses Thema will darf nicht unbeachtet bleiben und in Kürze werde ich endlich (sehr zur Freude der Schüler) einige Games (ok, es werden natürlich keine Killerspiele sondern Lern”spiel”apps sein) auf den iPads installieren – Weiteres in Kürze, Anregungen willkommen!

Soweit die Mitteilungen und nun euch/ihnen allen: Frohe Ostern!

Über André J. Spang (@Tastenspieler)

Lehrender, Musiker, Komponist, Pianist, Blogger...

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s