Die mobile “Office-sive”: Microsoft Apps für das iPad

Es gibt sie schon länger: Die bekannten und oft als sogenannte “Standard Software” betitelten Microsoft Office Anwendungen Word, Excel und Power Point für iOS. Allerdings erforderten diese, im Download zunächst kostenlosen Apps zur Nutzung einen kostenpflichtigen Office 365 Account, damit man Dokumente nicht nur anzeigen, sondern auch bearbeiten kann.

Seit kurzem ist dies nun nicht mehr der Fall. Man kann die drei Apps kostenlos im Appstore laden und dann auch zur Erstellung von Dokumenten nutzen und diese dann mit anderen z.B. per Mail teilen und auch auf anderen Devices und Rechnern weiter bearbeiten oder ansehen.

Die Apps

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Word

Wer Textverarbeitung auf dem PC oder Mac macht, kommt an dieser Anwendung nicht vorbei. Nun gibt es diese App auch für das iPad und mit großem Funktionsumfang – obendrein auch noch kostenlos. Alle wichtigen Funktionen die man zur Erstellung und Formatierung eines Textes braucht sind vorhanden. Es gibt auch zahlreiche Vorlagen, die man direkt nutzen und mit eigenem Content füllen kann. Die Dokumente kann man dann per Mail als Anlage oder auch über Dropbox bereitstellen. Eine Bereitstellung per Link aus der App heraus erfordert einen kostenpflichtigen Office 365 Account.

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Excel

Natürlich darf auch die Tabellenkalkulation Excel nicht fehlen. Hier gilt Ähnliches wie für Word. Alle wichtigen Funktionen sind an Bord, Dokumente können zwischen den Plattformen getauscht werden und per Anhang oder Dropbox geteilt werden.

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Powerpoint

Alle Welt spricht von “Death by Powerpoint” und Hip sind Programme wie Prezi oder Haiku Deck. Dennoch: Powerpoint ist der Standard, wenn es um Präsentationen geht. Auch diese App bietet alles, was man für den mobilen Einsatz benötigt.

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Eine echte Kollaboration bieten die drei Microsoft Apps nicht bzw. nur mit kostenpflichtigem Account.

Den Microsoft Apps stehen nach wie vor die sehr leistungsfähigen Office Suiten von Apple und Google auf dem iPad oder anderen iOS Geräten zur Verfügung.

Google bietet mit seinem GoogleDrive eine komplett kostenlose Office Lösung zur Textverarbeitung, zum Erstellen von Präsentationen und zum Erstellen von Tabellen, Umfragen, etc an. Erforderlich zur Nutzung ist lediglich ein kostenloser Google account. Hinzu kommt ein freier Cloudspeicher von 15 GB. Alle erzeugten Dokumente lassen sich mit anderen online teilen und kollaborativ je nach Einstellung der Sharingoption auch ohne Google Account bearbeiten.

Ähnlich sieht es bei Apple aus. Die Anwendungen Pages, Keynote und Numbers gehören auf jedes iOS Gerät und sind bei den neuen Devices bereits kostenlos vorinstalliert. Auch diese Apps bieten eine Funktionsvielfalt und gewohnte Apple Qualität und Design. Die erzeugten Dokumente lassen sich plattformübergreifend teilen und weiter bearbeiten (je nach Einstellung) und auch per Link im Webbrowser am Mac/PC ohne Zusatzsoftware und Account ansehen und bearbeiten. Die Nutzung der iWork Suite (so heißt “Office” bei Apple) erfordert keinen speziellen Account. Um Dokumente per Link zu teilen und auch den kostenlosen iCloudspeicher zu nutzen, benötigt man ähnlich wie bei Google einen kostenlosen Appleaccount. Dann erhält man 5GB freien Onlinespeicher.

Auf jeden Fall eine tolle Bereicherung, die weitere Facetten zur produktiven Nutzung mobiler Geräte beisteuert und es ermöglicht, die Dateiformate der Windowsplattform auch auf iOS ohne Konvertierung in die iWork oder Google-Suite zu nutzen.

 

 

LernLab – Lernen und Lehren mit digitalen Medien

Am 24.10.14 findet an der Kaiserin Augusta Schule in Köln ein sogenanntes LernLab zum Thema “Lernen und Lehren mit digitalen Medien statt” #LernLabKAS14

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Pressetext:

Können Smartphones, Tablets und das Internet das Lernen in der Schule bereichern? An der Kaiserin-Augusta-Schule (KAS) in Köln ist man davon überzeugt, dass das geht, denn seit drei Jahren arbeiten viele Lehrerinnen und Lehrer der Schule erfolgreich mit iPads, Wikis und Blogs und man hat in diesem Bereich viele Erfahrungen gesammelt.

 

Nun aber will man über den Tellerrand der eigenen Schule hinausschauen und hat zwölf Experten des digitalen Lernens aus ganz Deutschland eingeladen, im Unterricht der KAS am 24. Oktober 2014 bei einem LernLab zu zeigen, was beim digitalen Lernen heute bereits möglich ist. Dabei setzen die Experten vor allem auf Smartphones, die die Schülerinnen und Schüler Tag für Tag sowieso schon mit in die Schule bringen, und auf Tablet-Computer, die allen bereit gestellt werden, die über kein eigenes internetfähiges Gerät verfügen.

 

Lehrer und Organisator André Spang sagt: „Nachdem der Berliner Schulleiter Jens Großpietsch und der Bildungsjournalist Christian Füller letztes Jahr zum ersten Lernlab nach Berlin eingeladen hatten, war ich von dem, was dort an einem Tag passierte, so begeistert, dass ich das unbedingt auch bei uns an der Schule haben wollte.“

 

Morgens werden die eingeladenen Experten den Unterricht in interessierten Klassen der KAS gemeinsam mit den dort regulär unterrichtenden Lehrkräften gestalten und mit WiKis, Podcasts, Kollaborationwerkzeugen im Internet, Twitter, aber auch mit den Möglichkeiten der Smartphones im Bereich der Ton- und Audioaufnahmen, beim Erstellen von Texten und interaktiven Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Lernstoff arbeiten.

 

Am Nachmittag werden in Workshops und Podien die Erfahrungen des Vormittags vorgestellt und reflektiert. Es wird multimediales Bildungsmaterial der Bundeszentrale für politische Bildung vorgestellt und ausprobiert und über kooperatives Lernen mit digitalen Medien diskutiert. Es werden heiß diskutierte Fragen gestellt werden: Social Media wie Twitter und Facebook im Unterricht? Sollten Smartphones in der Schule nicht länger verboten sondern als normaler Bestandteil der Gegenwartskultur freigegeben werden? Es wird der erste in Deutschland organisierte Twitterchat für Lehrer vorgestellt. Selbstverständlich werden auch didaktische Fragestellungen aufgegriffen und darüber diskutiert, welchen Mehrwert digitale Medien für das Lernen im Vergleich zu bewährten analogen Werkzeugen haben.

 

Das Nachmittagsprogramm ist öffentlich und Anmeldungen sind unter http://lernlab.mixxt.de möglich.

Da das LernLab am Vormittag als Teil des normalen Unterrichtsbetriebs organisiert ist, ist die Teilnahme an diesem Programmteil nur für geladenes Fachpublikum möglich.

Für nähere Informationen sowie die Akkreditierung von Journalisten zur Teilnahme am Vormittags- und Nachmittagsprogramm wenden Sie sich bitte an: spant (dot) kas (at) schulen-koeln (dot) de

 

Web: http://lernlab.mixxt.de

Hashtag: #LernLabKAS14

Termin: 24.10.14

Zeit: 8.10 – 16.00 Uhr

Ort: Kaiserin Augusta Schule, Georgsplatz 10, Köln

 

 

KAS Junior Experts on Tour: #Code4DE #CodeEU

Seit einem Jahr gibt es die  “KAS-Junior-Experts” an der KAS.
Diese Schülerinnen und Schüler der KAS, die im Unterricht und auch privat Erfahrungen mit digitalen Medien und Apps gesammelt haben  bieten dabei im Makerspace der Stadtbibliothek Köln sogenannte Maker-Workshops  zu diesem Bereich der digitalen Medien und Apps in kleinen Teams an. Hierbei geht es z.B. um digitale Bildbearbeitung, Bloggen, Erstellung von Musikstücken und Videos am iPad, Produktion von eBooks, Upcycling und virtuelle 3D Konstruktion von Objekten und Gebäuden am PC oder Tablet. Die Workshops sind öffentlich, meist Samstags und für interessierte Bürgerinnen und Bürger gedacht.
In diesem Schuljahr sind auch Anwendungen im Bereich robotics und coding (Programmieren) dazu gekommen.
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Die beiden Schülerinnen Mimi Zak und Laura Bauer aus der Stufe 11 nutzen einen “Finch”-Roboter der Stadtbibliothek, den die KAS freundlicher Weise als Leihgerät erhalten hat, um selbst das Coding zu erlernen. Der kleine Roboter kann dann nach entsprechender Programmierung per PC gesteuert werden und fahren, in verschiedenen Farben blinken, Hindernisse erkennen und ausweichen und im Fach Musik sogar Töne und Melodien abspielen. Dazu nutzen die Schülerinnen eine Software die das M.I.T. bereitstellt und die in der Cloud läuft. Gelernt haben die beiden das Coden selbstständig, meist mit Hilfe von YouTube-Tutorials und durch Recherche in User-Foren.

Ihr Coding-Know-How haben die Schülerinnen ebenfalls in einem Makerspace-Workshop der Stadtbibliothek an interessierte Bürgerinnen und Bürger weiter gegeben. Da die Stadtbibliothek bundesweit mit ihrem Makerspace richtungsweisend in Sachen Angebot und Ausstattung ist und für ein EU-Projekt ausgewählt wurde, war am Tag des Workshops auch der Präsident des Europäischen Parlamentes Martin Schulz anwesend und ist auf die beiden getroffen. Er zeigte sich sehr interessiert an den Aktivitäten der KAS im Gespräch mit den Schülerinnen.
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Doch nicht genug: Die beiden Schülerinnen sind nun am 14.10. nach Berlin eingeladen. In dieser Woche findet  die sogenannte “Coding Week” statt und die beiden sollen am 14.10. Gäste bei einem Themenabend, den die Initiative D21 in der Microsoft Digital Eatery  in Berlin organisiert, sein. An diesem Abend findet ein Twitterchat für Lehrende zum Thema “Coding: Muss Deutschland programmieren lernen?” statt, der live von Berlin aus moderiert wird. Mimi und Laura sind als Mitdiskutantinnen live vor Beginn des Chats, zusammen mit ihrem Lehrer André Spang dabei. Moderiert wird der ED- ChatDE dann von Lena-Sophie Müller, der Geschäftsführerin der D21 und André Spang. 

#BackToSchool – am Tag der Digitalen Agenda

Herzlich willkommen zurück!

Das iPad-Projekt der KAS hat nun sozusagen bald die 5. Klasse erreicht, denn es ist seit dem Schuljahr 2011 ununterbrochen im Einsatz und wird in diesem Schuljahr fünf ;)

 

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Wie immer nach den Ferien, werden die Tablets zunächst wieder alle an den Strom gehängt, und die Doodlelisten für die Ausleihe fertig gemacht. Noch vor den Ferien habe ich alle iPads von Bildern und Texten und sonstigem Content des zur Neige gehenden Schuljahres befreit: Es ist also alles startklar für weitere Produktionen der KAS-Lernenden.

 

Was kommt? – Termine!

Wichtige Termine hatte ich bereits auf meinem letzten Post vor den Ferien angekündigt:

  • am 24.10. findet an der KAS ein “LernLab” statt. An diesem Tag wird es um Lernen und  Lehren mit digitalen Medien und Devices gehen und dabei dreht sich alles um die Unterrichtspraxis
  • einen Tag später, am 25.10. findet in Köln das 2. Barcamp zu freien Bildungsmaterialien statt, das #OERkoeln14

Zwei Termine, die man sich als Lehrender unbedingt freihalten sollte. Beide Veranstaltungen finden in der iwcgn5 – der Internetwoche Köln Nr. 5 statt, während der es auch noch einige andere Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Netz zu sehen gibt.

 

Digitale Agenda?

Politisch möchte ich auf diesem Blog nicht werden. Dennoch: Freie Bildungsmaterialien sind für mich ein zentrales Thema in Bezug auf meine persönliche Arbeitsorganisation aber auch in Bezug der schulischen Arbeit und Contentproduktion mit meinen Lernenden. Gerade in diesem Zusammenhang bin ich etwas – gelinde gesagt – enttäuscht von der “Digitalen Agenda der Bundesregierung” die heute vorgestellt wurde. Die Agenda spricht zwar Bildung, Wissenschaft und Forschung eine herausgehobene Rolle zu, die im Vorfeld der Veröffentlichung der Agenda im politischen Kontext stets genannten OER (Open Educational Resources = Freie Bildungsmaterialien) werden in der Agenda allerdings nicht mehr erwähnt. Eine erste Stellungnahme zur Agenda durch das Bündnis freie Bildung findet sich hier.

Davon abgesehen lässt die Agenda auch an vielen anderen Stellen, wie z.B. dem Breitbandausbau, der Störerhaftung und dem Umgang mit dem Lizenrecht viele Fragen offen, ist sie doch eher ein Katalog von Zielen, denn ein Maßnahmenkatalog.

 

Was geht?

Nun zurück zum iPad-Projekt und dem “Kerngeschäft” der Lehrenden – dem Unterricht. In den vergangenen Jahren sind stets neue Apps die sich für den Unterricht eignen dazu gekommen. Natürlich sind Webrecherche aber auch die Arbeit auf Blogs und Wikis immer zentraler Bestandteil der unterrichtlichen Arbeit. “Best of Apps” wie Pages, mittels der die Lernenden einfach und schnell Texte und Handouts, oder mit Keynote z.B. Präsentationen erstellen können gehen immer. Nicht zu vergessen iMovie – eine App, die sich sehr gut zur Produktion von Videos auf dem iPad eignet und die die Kollegen immer häufiger in verschiedensten Unterrichtsszenarien mit ihren Lernenden nutzen. Dazu kommen aber spezielle Anwendungen und Möglichkeiten fast täglich dazu.

Schwierig sich da gerade eben nicht in einer Toolschlacht zu verlieren und immer im Blick zu halten, dass es um das Lernen und nicht um das Device oder die App geht. Klar macht es Spaß, neue Sachen auszuprobieren, die Lernenden haben sogar großen Spaß damit, man könnte sagen “es liegt ihnen im Blut”. Wenn es einem gelingt, diese spielerische Motivationsphase geschickt zu nutzen, um Lerninhalte zu transportieren, wird das Lernen tatsächlich zum Spiel. Gerade in anspruchsvollen Lerngruppen, die stets viel Steuerung benötigten ist der Effekt am deutlichsten. Mein Favorit, die App Minecraft mittels derer ganze Kurse hochkonzentriert über 90 Minuten im Team am Ball blieben und konstruierten und sich gegenseitig halfen, kann ich jedem ans Herz legen. Digital Storytelling ist damit ebenso gut möglich, als z.B. Gruppenprozesse abzubilden und danach zu diskutieren. Anregungen und Einblicke erhält man auf der Minecraft.EDU Seite.

 

Keep it simple

Doch kompliziert muss es eben gerade nicht sein. Wiki, Blog, Minecraft, Twitter? In meiner ersten Stunde in diesem Schuljahr habe ich das altbewährte Etherpad eingesetzt. Es galt, als Warming-Up einen gemeinsamen Text mit Ferienerlebnissen und Tipps, Links und Kommentaren  zu entwickeln. Das Etherpad ist im Handumdrehen eingerichtet und der Link dazu wird einfach an die Tafel geschrieben. Ich nutze dazu meist die Etherpad-Plattform von Wikimedia, da sie auf den iPads sehr gut funktioniert. Die Lernenden hatten großen Spaß und erstellten sich auch recht bald eigene Pads in kleineren Teams, die sie dann zu einem gemeinsamen Text zusammen fassten.

Eine andere App, die ich schon seit Beginn des Projektes immer gerne nutze und auch gerade wieder entdeckt habe ist Adobe Ideas. Hiermit lassen sich einfache Bilder auf dem iPad Zeichen. Wir nutzten es heute in Klasse 7, um Entwürfe für das Klassenlogo unserer Wikiseite zu erstellen. Hier ein Beispiel:

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Ein anderer Schüler nutzte dafür die App 123Creature, mit der – wie es der Name schon erahnen lässt, die Gestaltung von 3D Figuren möglich ist, die man dann auf einem 3D Drucker ausdrucken kann. In unserem Fall hat er jedoch einfach einen Screenshot seines Werkes erstellt und dann mit Pages einen Text in das Bild eingefügt.

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Welches der vielen Logos es dann werden wird, muss die Lerngruppe in der nächsten Stunde entscheiden. Zu sehen sind die Logos dann auf der neuen Wikiseite der Klasse, die auch als “digitale Tafel” für das kommende Schuljahr dienen wird.

Doch nun, an die Arbeit!
Ich wünsche allen ein spannendes, erfolgreiches und schönes Schuljahr 2014-15!

A. Spang

 

 

 

#SummerBreak – Time2relax

Too busy to improve?

Nope – eher nicht mehr, denn heute ist es soweit: In NRW beginnen die Sommerferien! #Yay! Aber “busy” waren wir schon, keine Frage! Ein weiteres Schuljahr, in dem die iPads der KAS täglich im Einsatz waren und durch tausende von Schülerhänden gegangen sind. Und “improved” haben wir trotzdem ;)

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Was war, was ist, was kommt?

Erfreuliches: Die 60 iPads und 2 MacBooks haben dieses weitere Jahr unbeschadet überstanden, alle Geräte sind seit 40 Monaten voll funktionsfähig. In diesem Jahr ist ein schulweites W-Lan in Betrieb gegangen. Dies ist besonders praktisch, denn es macht es überflüssig, im Hauptgebäude der KAS die mobilen AirPort Extreme W-Lans in den jeweiligen Klassenräumen aufzubauen, in denen die iPads online gehen sollen. Alle Geräte haben in der gesamten Schule Empfang und sind permanent mit dem Internet verbunden. Auch auf dem Schulhof ist das Netz zu empfangen. Das Wlan besteht aus Aerohive Funkstationen und wird vom lokalen Telefonanbieter Netcologne und der Stadt Köln zur Verfügung gestellt. Die Stadt Köln will im Bereich der Computer- und Internetausstattung an Schulen bis zum Ende des Jahres weitere Angebote schaffen und insgesamt den Standard erhöhen bzw. angleichen, wie man hier lesen kann. An anderen Schulen in Köln sind nun ebenfalls iPads im Einsatz und es hat sich bereits ein Netzwerk aus Lehrern verschiedener Schulformen gebildet, um den Wissenstransfer auf dem Gebiet des mobilen Lernens zu fördern. Eine gemeinsame Fortbildung zum Thema “Lernen mit Tablets” organisiert vom Kompetenzteam der Medienberatung Köln hat am 21.5. an der Gesamtschule Rodenkirchen stattgefunden. Kollegin A. Olsen und ich haben dort das iPad-Projekt der KAS präsentiert. Die Prezi zeigt Eindrücke und Anwendungsbeispiele aus den vergangenen 40 Monaten iPad-Einsatz an der KAS:

 

Best Practices: Haupteinsatzbereich der iPads waren, nach Rückmeldung der Kollegen und Schüler auch im vergangenen Schuljahr die Nutzung der Devices zur Recherche im Netz, als komfortable Möglichkeit im Unterricht YouTube als Quelle für Tutorials und kurzen Clips zum jeweiligen Thema zu nutzen. Darüber hinaus wurde mit den Tablets in unterschiedlichsten Fächern wieder viel Content produziert. Neben Standardanwendungen wir Pages (Texdokumente) und Keynote (Präsentationen), produzierten die Lernenden Interviews, z.B. mit Audioboo oder GarageBand, Videos mit iMovie und Vine und eBooks mit Creative Book Builder. Als Lernplattformen sind in zunehmendem Maße das SchulWiki Köln und Weblogs im Einsatz. In diesem Schuljahr habe ich mit meinem 11er Kurs in Musik über die Dauer eines Halbjahres die Plattform Google+ im Unterricht eingesetzt, um eine wöchentliche Livesendung zu Themen aus dem Musikunterricht, oder auch Sondersendungen zu bestimmten Themen, wie z.B. dem #SID14 zu produzieren.

KAS Junior Experts: Ein besonders schönes Projekt in diesem Jahr ergab sich aus der Kooperation mit der Stadtbibliothek Köln. Es ist das Projekt “KAS Junior Experts” innerhalb dessen Schüler der Jahrgangsstufe 10 der KAS selbstständig Workshops im Makerspace der Stadtbibliothek Köln zu digitalen Tools, Apps und Softwareanwendungen veranstalten. Auf diese Weise geben die Experts ihre Kompetenzen im Bereich der digitalen Medien an interessierte Bürgerinnen und Bürger weiter.

iBook Evangelisch-Katholisch: Auch in diesem Schuljahr haben die Schüler der KAS wieder ein iBook produziert und im Apple Bookstore weltweit unter einer Creative Commons Lizenz bereit gestellt. Das iBook wurde rechtzeitig zur Didacta 2014 online verfügbar und dort als Kooperationsprojekt mit rpi-Virtuell, dem Portal für freie Bildungsmaterialien im Bereich Religionsunterricht präsentiert.

#Gamification: Bei der Gamifizierung von Unterricht werden spieltypische Elemente, also Highscores, Fortschrittsbalken, Ranglisten, Badges und verschiedene Spieldesigns für den Lernprozess verwendet. Wir haben in diesem Jahr mit der App Minecraft in verschiedenen Unterrichtsszenarien gearbeitet und dabei z.B. mit den Lernenden Kirchen konstruiert oder im Projekt Klimawandel die Welt vor und nach einer Klimakatastrophe dargestellt.

QR Codes: Diese Codes, die man mit einem Smartphone scannen kann, um dann z.B: zu einer Webseite zu gelangen, eigenen sich sehr gut, um Projekte und Wikiseiten, die online Vorliegen, in der “analogen Welt” zu verbreiten. Der Link zur entsprechenden Seite wird in einen Code umgewandelt und dann ausgedruckt und einfach an geeigneten Orten aufgeklebt. Einfach und wirkungsvoll und die Lernenden freuen sich über steigende Zugriffszahlen auf ihren Blogs und Wikiseiten.

Twitter: Auch getwittert wurde wieder fleissig, vor allem zum Projekt #Europafuermich – ein Twitterprojekt zur Europawahl. Twitter eignet sich prima als Backchannel im Unterricht, aber vor allem auch zur Öffnung des Lernraumes nach außen und zur (weltweiten) Vernetzung. Leider ist dieses Medium in Deutschland nur wenig angekommen, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern liegt Deutschland hier wie in anderen Bereichen des digitalen Lernens auch nur auf Platz 34 der weltweiten Twitternutzung. An der Twitternutzung unter den Lehrern soll der wöchentliche Twitterchat für Lehrende #EDchatDE  etwas ändern – zumindest langfristig.

Nach den Sommerferien stehen zwei wichtige Veranstaltungen zum Thema digitales Lernen und Bildung an!

#LernLabKAS14 am 24.10.14

Lernen mit digitalen Medien soll im Kollegium der Kaiserin-Augusta-Schule (KAS), Köln in die Breite getragen werden, denn es entspricht neuen Lernkulturen und der Lebens- und Berufswelt des 21. Jahrhunderts.

Dazu soll ein “Lernlab” an der KAS an einem “normalen” Unterrichtstag durchgeführt werden. An diesem Tag werden LehrerInnen anderer Schulen, die bereits versiert im Bereich des Lernens und Lehrens mit digitalen Medien sind, an die KAS kommen und es interessierten KAS-Kollegen ermöglichen, den jeweiligen Fachunterricht für z. B. eine Doppelstunde zu übernehmen. An das jeweilige Unterrichtsthema des KAS-Kollegen soll angeknüpft werden.

Am Nachmittag des Tages wird es eine Auswertung und (Podiums-)Diskussion geben. Es könnten dann auch  Workshops und Vorträge/Infoveranstaltungen stattfinden. Diese könnten z. B. von externen Organisationen, die als Sponsoren oder Unterstützer des LernLAbKAS14 auftreten, veranstaltet werden (weitere Infos).

 

#OERkoeln13 – Barcamp zu freien Bildungsmaterialien

In Köln gibt es in diesem Jahr bereits das zweite Barcamp zum Thema OER, das OERkoeln14. Es findet am 25.10.14 im Rahmen der Internetwoche Cologne statt und beschäftigt sich mit Fragen, Beispielen, Bestpractices zum Thema OER. Darüber hinaus sollen Akteuere im Bereich OER der Bildungslandschaft Köln aber auch deutschlandweit vernetzt werden. Mehr dazu hier.

 

Doch nun sind erst mal Ferien – gute Erholung, eine schöne Zeit und “Thumbs Up” wünscht #ipadKAS!

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Wir sehen lesen uns im August wieder!

André Spang

Freie Bildungsmaterialien in Deutschland & OERkoeln14 in Köln!

Bild: Global Open Educational Resources Logo CC BY 3.0 Jonathasmello

Bild: Global Open Educational Resources Logo CC BY 3.0 Jonathasmello

OER? Schulbuch mit copyright!

Schaut man sich in Schulen um, scheint es mit den Open Educational Resources (OER – Freie Bildungsmaterialien) in Deutschland nicht weit her zu sein: In allen Schulformen, Fächern und Klassen sind die bewährten Schulbücher im Einsatz – daran hat sich seit meiner Schulzeit nichts geändert und dies liegt nun schon ein paar Jahre zurück ;)

Daran ist auch nichts Schlechtes – im Gegenteil: Schulbücher funktionieren, sie müssen nicht aufgeladen werden, sie sind Qualitätsgesichert, entsprechen dem Lehrplan und bieten Schülern und Lehrern eine gute Arbeitsgrundlage. Aber bieten sie das wirklich?

Mir sind schon Schülerstimmen zu Ohren gekommen, wie: “Das Schulbuch im Fach XY – geht gar nicht”, oder “Im Fach XYZ teilt Frau Müller immer Kopien und Arbeitsblätter aus, das Schulbuch nutzen wir überhaupt nicht, oder ganz selten”.

 

Lehrer als kopierende Einzelkämpfer

Viele Kollegen erstellen in nächtelanger Sisyphusarbeit ihre Materialen selbst, kopieren sie aus Webseiten, Arbeitsblättern, Büchern etc. zusammen, um aktuelle Materialien zur Verfügung zu haben und einen zeitgemäßen, schülerzentrierten und schüleraktivierenden Unterricht damit machen zu können. Mit ihrer Arbeitsweise bewegen sie sich in einer rechtlichen Grauzone, denn Kopieren und Vervielfältigen von meist urheberrechtlichem Material ist nur in engen Grenzen erlaubt. Davon abgesehen werden die Ergebnisse dieser Arbeit meist nie mit anderen Kollegen geteilt (vielleicht auch aus Angst, weil es nicht perfekt ist, oder weil es unerlaubt ist?).

Im Zeitalter der digitalen Wissensgesellschaft eigentlich unhaltbare Zustände. Hier sollte das Motto doch lauten “Sharing is Caring” – ein Motto, das sich andere Länder und deren Wissensarbeiter (Lehrende) schon lange auf die Fahnen geschrieben haben. Nur wer selbst Kollaboration und Partizipation lebt, kann dies auch seinen Lernenden authentisch weiter geben.

Leichter gesagt, als getan – denn in Deutschland fehlen dazu Angebote und Initiativen zum Thema freie Bildungsmaterialien und diese Materialien selbst.

Oder doch nicht?

 

OER in Deutschland – geht doch!

Schaut man genauer hin, ist das Thema OER in Deutschland tatsächlich angekommen: Yay!

Plattformen:

Im Netz gibt es laut der Broschüre der deutschen Unesco Kommission aus dem Jahr 2013 vier große Plattformen, die sich dem Thema OER und der Bereitstellung von Materialien zur weiteren Verarbeitung und zum Teilen annehmen:

  • Segu Geschichte: Plattform der Uni Köln für selbstgesteuert, entwickelnden Geschichtsunterricht
  • rpi-Virtuell: Überkonfessionelle Plattform für Religionspädagogik und Religionsunterricht
  • ZUM.de Plattformen und Wikis der Zentrale für Unterrichtsmedien
  • SchulWiki Köln: Gemeinsame Lernplattform für Kölner Schulen

Das Angebot edutags des deutschen Bildungsservers als Social Tagging und Bookmarking Tool hilft dabei, OER Materialien zu “taggen” d.h. mit Schlagworten zu versehen und wieder aufzufinden. Nicht vergessen werden sollte, gerade in NRW das Angebot der Medienberatung und des LVR NRW, die learn:line NRW Im Bereich OER-Schulbücher macht auch immer wieder das Projekt schulbuch-O-mat von sich reden.

 

Inititativen:

Auch in diesem Bereich passiert erfreuliches. Im Jahre 2012 ist ein Whitepaper zum Thema OER in Deutschland ersschienen. Es beschäftigt sich umfassend mit diesem Thema. Eine neue Auflage dieses Whitepapers ist gerade vor einigen Monaten veröffentlicht worden und kann hier kostenlos geladen werden.

Außerdem gab es bereits einige Veranstaltungen zum Thema.

Im Internet wird wöchentlich eine offene Fortbildung für Lehrende veranstaltet, die sich ebenfalls regelmässig mit dem Thema OER befasst, vor allem aber den Gedanken des Teilens von Ideen, Wissen und der Partizipation und offenen Kommunikation verfolgt, der Twitterchat #EDchatDE

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In diesem Jahr stehen zwei weitere, große OER Veranstaltungen auf dem Programm:

Was noch zu nennen ist: Akteure, Webseiten, etc.

 

OERkoeln14 – Barcamp zu freien Bildungsmaterialien

 

 

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In Köln gibt es in diesem Jahr bereits das zweite Barcamp zum Thema OER, das OERkoeln14. Es findet am 25.10.14 im Rahmen der Internetwoche Cologne statt und beschäftigt sich mit Fragen, Beispielen, Bestpractices zum Thema OER. Darüber hinaus sollen Akteuere im Bereich OER der Bildungslandschaft Köln aber auch deutschlandweit vernetzt werden. Wie bei einem Barcamp üblich, wird die Veranstaltung von den Teil”gebern” gestaltet, d.h. es ist keine starre Konferenz sondern eine Mitmachkonferenz oder sog. “Unkonferenz” bei der jeder sein KnwoHow in Form von Sessions einbringen kann. Hier geht’s zur Plattform des OERkoeln14.

OER an der KAS Köln

Die Kaiserin Augusta Schule befindet sich schon seit langem mit ihren Lernenden auf dem OER-Pfad, denn im Unterricht werden Wikis und Blogs schon seit 2009 genutzt um Lernmaterialien selbst zu erstellen und zu teilen. Dies geschah z.B. im KAS-Wiki, das durch die ZUM.de bereitgestellt wird und läuft nun vor allem auf dem SchulWiki-Köln, einem Angebot des Schulträgers in Köln, auf dessen Initiative auch das OERkoeln13 und OERkoeln14 zurück geht. Darüber hinaus erstellen die Lernenden in regelmässigen Abständen in meinem Unterricht eBooks die unter creative commons Lizenzen veröffentlicht und anderen bereit gestellt werden.

Was fehlt?

In einer Bildungsrepublik wie Deutschland gehört das Thema OER unbedingt mit zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Bildungsstrategie des 21. Jahrhunderts dazu. Hier müssen Politik, Länder, Schul(buch)verlage und Lehrende an einem Strang ziehen und neue Wege gehen, um Lernende nicht zu verlieren.

Was kannst du tun?

Als Lehrender solltest du dich für OER interessieren, an Veranstaltungen zum Thema teilnehmen und  - vor allem – kein Taker sondern ein Maker sein und den Mut aufbringen auch nicht perfekte Materialien mit anderen zu teilen, damit sie weiter verwendet und entwickelt werden können. Vernetze dich mit anderen Lehrenden im “Real Life” oder z.B. auf Twitter, teile dein Wissen, denn: “Sharing IS Caring”.

QR Codes im Unterricht

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Nach einem Tweet von mir  zum Hashtag #QRcodes, entspann sich auf Twitter eine kleine Diskussion zum Thema QR-Codes im Unterricht. Dies hat mich dazu bewegt, diesen Kurzbeitrag zum Thema zu schreiben, um das nützliche Tool für den Unterrichtseinsatz zu empfehlen.

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QR Codes hat jeder schon gesehen. Man kann sie überall finden und mit einem Smartphone und entsprechender, meist kostenloser App scannen und dann z.B. zu einer Webseite gelangen, Informationen zu einem Event abrufen oder einen Termin oder Adresse automatisch in den Kalender oder das Adressbuch seines Smartphones übertragen lassen.

QR Codes kann man auch ganz einfach selbst erstellen. Dazu gibt es im Netz verschiedene Plattformen z.B. hier oder auch hier, die dies kostenlos möglich machen. Die entsprechenden Daten, der Link zur Webseite, etc. werden einfach in ein Eingabefeld auf der Webseite des QR Code Generators eingetragen und zu einem QR-Bild umgewandelt, das man downloaden und ausdrucken kann.

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Im Unterricht habe ich dies schon öfter genutzt, meistens um von Schülern erstellte Wiki- oder Blogseiten, aber auch Online-Plakate (z.B. mit Smore erstellt und publiziert) durch einen QR Code einfach abrufbar zu machen. Dies erleichtert es die Seiten im Netz wieder aufzufinden, ohne, dass man sich einen kryptischen Link merken muss. Die Lernenden sollten dabei nach Fertigstellung ihres Projektes selbst einen QR Code dazu erstellen und mir dann die Bilddatei und Projektname und Link zu ihrer Seite per mail senden. Dies lässt sich auch alles auf dem iPad über den Browser erledigen, ohne, dass man dazu ein QR-App installieren muss. Die Codes habe ich dann in einem Textdokument auf eine ausdruckbare DIN A4 Seite gebracht und mehrfach ausgedruckt, auseinander geschnitten und wieder an die Schüler verteilt. Die sind dann mit ihren Codes im Schulgebäude aber auch im umliegenden Stadtviertel (wenn es Oberstufenschüler waren) ausgeschwärmt und haben die Codes mit Prittstift und Tesaband bewaffnet “in die Welt” gebracht.

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Die Blog- und Wikiseiten und Smore-Plakate erfreuten sich dann, zur Freude der Schüler steigender Zugriffszahlen.

 

Weitere Ideen zu QR Codes findest du hier:

 

#Europafuermich – Twitterprojekt zur Europawahl

Crosspost: Den Originalartikel “Unterrichtsprojekt zur Europawahl” gibt es hier auf Lehreronline, cc-by-sa3.0 !

Anlässlich der Europawahl 2014 können Jugendliche beim Schulprojekt #europafuermich via Twitter mitteilen, was sie an Europa wertschätzen. Die intensive Auseinandersetzung mit Europa und seinen Errungenschaften soll dazu beitragen, die emotionale Bindung der Jugendlichen zu Europa zu stärken und ihre Bereitschaft, wählen zu gehen, fördern.

Vom 22. bis 25. Mai 2014 ist #Europawahl. Klare Sache: Wer 18 oder älter ist und wählen kann, der geht. Oder etwa doch nicht? Was bedeutet #europafuermich? Was wünsche ich mir für ein #Europa? Was finde ich gut, was #gehtso und wo wird es für mich dann eher doch #gehtgarnicht heißen? Was liegt näher, als sich mit anderen über diese und ähnliche Fragen auszutauschen, und das nicht nur mit den unmittelbar Nächsten, den besten Freunde oder den Eltern? Sich über #Europa mindestens europaweit, wenn nicht sogar #worldwide zu “unterhalten”, das schafft man so schnell nur in sozialen Netzwerken, und – man erkennt es schon an den #Hashtags: Dazu soll der Kurznachrichtendienst Twitter ausprobiert werden.

Kurzinformation zum Unterrichtsprojekt #europafuermich

Thema #europafuermich: Unterrichtsprojekt zur Europawahl 2014
Autor André Spang
Fächer Politik/SoWi und fächerübergreifend
Zielgruppe Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren
Zeitraum 1 bis 2 Doppelstunden
Technische Voraussetzungen Smartphones, Tablet-PCs oder Laptops der Schülerinnen und Schüler (“BYOD – bring your own device”), Beamer; eigene Twitter-Accounts der Jugendlichen oder PC-Raum der Schule, Klassen-Twitter-Account

 

Kompetenzen

Fachkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler

  • setzen sich intensiv mit Europa, mit der Europäischen Union und mit dem Europäischen Parlament auseinander.
  • eignen sich Kenntnisse über die Stellung des Europäischen Parlaments innerhalb der EU an.
  • verschaffen sich einen Einblick in die politische Zusammensetzung und die politischen Mehrheitsverhältnisse des bisherigen EU-Parlaments.
  • lernen, Beschlüsse und Verlautbarungen des EU-Parlaments inhaltlich zu verstehen und politisch zu interpretieren.
  • eignen sich ein profundes Wissen für eine bewusste und reflektierte Wahlentscheidung hinsichtlich der Parteien und Abgeordneten des Europäischen Parlaments an.

Medien- und Methodenkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler

  • schulen ihre Medien- und Informationskompetenz.
  • werden in ihrer Diskussions- und Debattierkultur gefördert.
  • lernen, sich durch die Bildung einer persönlichen digitalen Lernumgebung selbst zu organisieren.
  • bauen durch vernetztes, kollaboratives Arbeiten ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit aus.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Um alle projektspezifischen Kurznachrichten oder “Tweets” zu bündeln, wird der Hashtag#europafuermich etabliert. Er soll als Kennzeichnung aller im Rahmen der Projektidee entstandenen Beiträge genutzt werden. So können Tweets anderer Schülerinnen und Schüler sowie Klassen gefunden, gelesen, im Unterricht diskutiert und auch beantwortet werden. Lernende vernetzen sich europaweit über Twitter; Lernprozesse, Meinungen und Kommunikation werden sichtbar, kritisches Denken und Medienkompetenz werden gefördert.

Einführung in den Kurznachrichtendienst Twitter

Twitter ist ein Kurznachrichtendienst und ein soziales Netzwerk zum Gedanken-, Meinungs-, Erfahrungsaustausch. Hier lesen Sie, wie Twitter funktioniert und was das Besondere an Twitter ist.

Twitter – was ist das eigentlich?

Zugegeben: Twitter ist in Deutschland nicht so richtig angekommen. In anderen Ländern, vor allem in den USA, aber auch in vielen Ländern Europas nutzen es die Menschen, vor allem auch die Jugendlichen, viel stärker. Um zu twittern, nutzt man: a) Das Webinterface im Browser des PCs oder b) eine spezielle, kostenlose App auf Smartphones oder Tablets. Wer viel twittert, kann sich auch spezielle Apps auf seinem PC installieren, wie beispielsweiseTweetdeck.

Das Besondere an Twitter

Twitter ist ein Kurznachrichtendienst und soziales Netzwerk in einem, das im Vergleich zum Platzhirsch Facebook einige Besonderheiten aufweist:

1. Die Offenheit und Geschwindigkeit

Twitter kann von jedem, auch ohne Anmeldung oder Mitgliedschaft im Netzwerk, gelesen werden. Die Tweets, also die Kurznachrichten, verbreiten sich in Windeseile, oft sind aktuelle Nachrichten auf Twitter zu lesen, lange bevor sie in den traditionellen Massenmedien “gesendet” werden. Die Twitteruser sind mit ihren Mobiltelefonen meist vor Ort direkt am Geschehen und twittern kurze Updates, Bilder oder gar Video-Nachrichten, die sogenannten Vines im Video-Network Vine. Diese Offenheit macht Twitter auch für die Nutzung in Schule und Unterricht interessant, denn um bei Twitter zu lesen, muss keiner zu einer Anmeldung im Netzwerk gezwungen werden.

2. Das Zeichenlimit
Jeder Tweet, also ein sogenanntes Statusupdate auf der Timeline oder Pinnwand eines Twitter-Users, darf das Limit von 140 Zeichen nicht überschreiten. In dieser Kürze liegt auch der besondere Reiz von Twitter: Man muss mit seiner Aussage und seinem Argument auf den Punkt kommen und unnötiges Beiwerk weglassen. Dadurch kann man viele Informationen auf der Timeline überfliegen, ohne sich durch lange “Buchstabenwüsten” kämpfen zu müssen. Oft werden in die Tweets auch Links eingebaut, die man anklicken und dann einen ausführlicheren Text zum Thema lesen kann. Natürlich ist es auch möglich, einen Link zu einem YouTube-Video zu posten.

3. Die Hashtags

Um die Tweets bestimmten Themensträngen zuordnen zu können, arbeitet man auf Twitter mit den sogenannten Hashtags, also Schlagworten. Oft nutzt man diese Hashtags auch für Events und fügt die Jahreszahl dazu. Also zum Beispiel #brasil14 für die diesjährige Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Die Tags zur Europawahl 2014 sind folglich: #europawahl oder auch #euw14. Die Debatten zur #euw14 findet man unter #EUdebate2014. Für unser Twitter-Unterrichtsprojekt zur #euw14 haben wir uns den Hashtag #europafuermich ausgedacht, also die Kurzform von “Was bedeutet Europa für mich?”. Wichtig bei den Tags ist, dass das “#”-Zeichen direkt vor den eigentlichen Tag geschrieben wird und unbedingt vor dem “#” ein Leerzeichen bleibt, sonst funktioniert es nicht. Nach dem Hashtag #europafuermich kann man ein Satzzeichen setzten, oder man lässt wieder ein Leerzeichen bis zum nächsten Wort.

4. Die Favs und Retweets

Wenn einem ein Tweet eines anderen Users gefällt, kann man ihn durch klicken auf den zugehörigen kleinen Stern “faven”, also favorisieren. Dies entspricht in etwa einem “Gefällt mir” bei Facebook. Will man den Tweet mit seinen eigenen Followern teilen, drückt man auf “retweet”. Dann wird der Originaltweet erneut gesendet. So verbreiten sich Tweets schnell über unterschiedliche Adressatenkreise.

5. Reply oder Antworten
Hier wird es interessant, denn durch ein “Reply”, also eine Antwort auf einen Tweet, kommt eine Art Chat in Gange. Dieser Chat ist natürlich vollkommen öffentlich, und es können sich andere User einschalten. Die gesamte Unterhaltung wird sichtbar, wenn man “Gespräch zeigen” anklickt, dann klappt die Konversation auf, und man kann alle dazugehörigen Tweets lesen. Ein Chat, den man in der Klasse beginnt, kann also schnell auch Meinungen und Antworten von außerhalb nach sich ziehen. Dies ist spannend, motivierend und sehr dynamisch. Eine orts- und womöglich europaübergreifende Diskussion entsteht.

Was die Freunde bei Facebook sind, sind auf Twitter die Follower – naja, fast. Findet man die Tweets eines Twitterusers interessant, kann man ihm “followen”, also seine Posts sozusagen abonnieren. Dann erscheint alles, was er oder sie twittert, automatisch in der eigenen Twitter-Timeline. Dieses Folgen ist also eine freiwillige Sache. Eine Followerschaft kann man nicht wie eine Freundschaftsanfrage bei Facebook anfragen und auch nicht verhindern. Für unser Projekt #europafuermich ist es also ratsam, einigen Twitterern zu folgen, die zum Thema #euw14 schreiben. Natürlich kann man auch die Twitter-Accounts der traditionellen Medien und Vertreter der Parteien abonnieren, also ihnen followen.

7. Suchen
Um Twitterer zu suchen, denen man folgen möchte, oder auch um nach Hashtags zu suchen, kann man das Suchfeld benutzen. Die Suchergebnisse von Twitter sind in Kategorien unterteilt: Alles, Personen, Fotos, Videos, et cetera. Nach einer Suchabfrage werden die “Top”-Tweet Ergebnisse angezeigt. Möchte man alle Ergebnisse sehen, wechselt man oben auf der Seite auf “Alle”. Über die Filterfunktionen kann die Suche verändert werden. Twitter passt die Webseite übrigens auch ständig an und verändert die Funktionen, alles sieht schnell wieder anders aus. Tipp: Einfach ausprobieren.

8. Netiquette
Wie bereits erwähnt wurde: Twitter ist öffentlich! Umso wichtiger ist es, seine Tweets vor dem Absenden genau auf korrekte Schreibweise zu überprüfen und sachlich zu argumentieren: “Erst denken, dann twittern”. Persönliche Daten wie Adresse oder Telefonnummer haben in einem Tweet nichts zu suchen, genauso wenig wie Schimpfwörter oder gar Beleidigungen. Mehr Informationen dazu gibt es im “Twitter-Knigge“. Hinweis: Wer viele Follower hat und sich einen Fauxpas leistet, riskiert einen der bekannten #shitstorms, also bitte ernst nehmen!

TL:DR – TWITTER IN 140 ZEICHEN!

Soziales Netzwerk zum Gedanken-, Meinungs-, Erfahrungsaustausch und zur Diskussion/Kommunikation #Kurznachrichten = #tweets #microblogging

Twitter in Schule und Unterricht

Twitter ist aufgrund seiner Offenheit besonders gut für die schulische Nutzung geeignet. Wie der Kurznachrichtendienst gewinnbringend im Unterricht einsetzt werden kann, wird hier beschrieben.

Digitale Medien im Unterricht

“Die digitalen Medien und das Internet sind für Kinder und Jugendliche keine Technologien, sondern Lebensraum und Kultur.” (J. & T. Haeusler, Netzgemüse, 2012)

Was spricht für Twitter im Unterricht?

Für Schülerinnen und Schüler

  • Förderung der Medienkompetenz
    Es ist wenig zielführend, die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken lediglich zu besprechen und zu diskutieren. Nur wenn man in der Schule mit sozialen Netzwerken arbeitet, kann man den Lernenden zeigen, wie sich diese gewinnbringend und sicher einsetzen lassen: #learning by #doing.
  • Persönliche Lernumgebung
    Twitter ist hervorragend geeignet um sich zu vernetzen. Vernetztes Arbeiten und Kommunikation zählen neben kreativem Arbeiten und kritischem Denken zu den Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts und sind die Grundlage für lebenslanges Lernen, Teamarbeit und Kollaboration in Schule, Studium und Beruf.
  • Hohe Schüleraktivierung
    Twitter garantiert eine hohe Schüleraktivierung: Endlich können sich alle gleichzeitig beteiligen.
  • Förderung der Diskussions- und Debattierkultur
    Durch den Einsatz von Twitter im Unterricht wird die Diskussions- und Debattierkultur der Schülerinnen und Schüler gefördert und transparent gemacht.

  • Öffnung nach außen
    Durch die Öffnung nach außen kommt es zu Diskussionen “mit der Außenwelt”, die nicht konstruiert wirken. Expertenmeinungen können eingeholt werden, nicht Anwesende können unter dem Hashtag oder als Follower mit- oder nachlesen.
  • Konzentration auf das Wesentliche
    Das Zeichenlimit von 140 Zeichen pro Tweet fördert die Konzentration auf das Wesentliche.

Für Lehrende
Natürlich gelten die oben genannten Punkte auch für die Lehrerinnen und Lehrer selbst. Die Vernetzung über Twitter und der einfache und schnelle Zugang zu Informationen durch Chats haben in den USA dazu geführt, dass mehr als 300 sogenannter “Twitterchats” zu unterschiedlichsten Themen im Bereich der Bildung entstanden sind. Der bekannteste Chat für Lehrende in den USA ist der #EDchat, der wöchentlich immer Dienstags stattfindet. Das deutsche Pendant dazu, der #edchatDE, ist der bisher einzige Twitterchat in Deutschland, auf dem sich wöchentlich mehr als 50 Lehrende “treffen” und über verschiedene Themen aus dem Bereich der schulischen Bildung diskutieren. Weitere Informationen dazu finden Sie unteredchat.de.

Twitter Account erstellen

  • Einen Twitter Account kann man einfach auf der Website twitter.com erstellen. Klicken Sie dort auf “Neu bei Twitter?” und geben Sie dann Name, E-Mail und ein gewähltes Passwort ein. Login gut merken und/oder notieren.
  • Der ausgewählte Benutzername sollte möglichst kurz sein. Der Anmeldevorgang wird mit “Mein Konto erstellen” abgeschlossen. Tipp: Schülerinnen und Schüler können einen Namen aus den ersten beiden Buchstaben des Vor- und Nachnamens und einer Zahl erstellen. So lässt sich nicht direkt auf den Nutzer schließen.
  • In der dann automatisch folgenden Kurzanleitung folgt man zu Beginn einigen Nutzern, die von Twitter vorgeschlagen werden. Dies kann man später gegebenenfalls wieder ändern.
  • Die Kontakte aus dem Adressbuch müssen nicht importiert werden. Dies kann man später nachholen, wenn man mag.
  • Ein Profilbild oder Avatar kann hochgeladen und eine Kurzbiographie erstellt werden. Dies ist aber beides optional und kann später auch geändert werden. Tipp: Das “Twitter-Ei” als Profilbild macht den Neuling auf Twitter kenntlich. Man sollte es also bald ersetzen.
  • Sicherheit und Datenschutz: “Per E-Mail finden” sollte in den Einstellungen deaktiviert werden.
  • Die Tweets sollte man nicht schützen (Schlosssymbol), da dies der Offenheit von Twitter zuwider läuft und auch im Projekt nicht erwünscht ist.
  • Auf Smartphones oder Tablets läuft die Registrierung unter Umständen in einer App oder im jeweiligen Betriebssystem abweichend ab.

Gemeinschaftsaccount
Für das Projekt #europafuermich kann man auch einen Gemeinschaftsaccount für die gesamte Klasse erstellen, wenn nicht genügend mobile Endgeräte oder PCs im Unterricht zur Verfügung stehen. Mit dieser Art Gemeinschaftsaccount habe ich schon gute Erfahrungen gesammelt. Man kann Login und Passwort auch an die Schülerinnen und Schüler weiter geben, und diese können sich dann zu Hause einloggen und unabhängig von Unterrichtszeiten alleine oder in festgelegten Teams twittern. Es ist ratsam, dazu einen “Twitterzeitplan” für eine Woche anzulegen: Pro Tag twittert jeweils ein anderes Team kurze Statements, Informationen, Bilder oder beantwortet Replies, die von anderen Twitternutzern eingegangen sind.

Einzelaccounts
Unabhängige Accounts pro Schülerin oder Schüler haben natürlich ihren Reiz, da diese auch unterwegs per Smartphone schnell und problemlos genutzt und so beispielsweise Fotos der Stadt, Sehenswürdigkeiten oder landestypische Eindrücke gepostet werden können.

Tabletklassen oder Tabletprojekte
Wenn nicht schon vorhanden, dann sollte hier jedes Tablet einen eigenen Account haben. Im Klassenraum kann man so per Twitterwall zusätzlich zur “Live”-Diskussion in der Lerngruppe einen Backchannel einrichten. Selbstverständlich sind alle Kombinationen der oben genannten Settings möglich.

Die Twitterwall
Die Twitterwall macht alle Tweets zu einem Hashtag per Beamer sichtbar. Die einzelnen Tweets werden automatisch und chronologisch sortiert und je nach Tool jede Minute aktualisiert. Einzelne Tweets können vorgelesen und live diskutiert werden. Die Wall macht alle Gedanken und Gespräche innerhalb der Klasse und auch die Reaktionen von außen sichtbar. Eine Twitterwall kann man hier kostenlos erstellen: www.socialmediawall.me, einfach mit dem Twitteraccount einloggen und dann bei “Feed” den Hashtag “#europafuermich” eingeben, dann den Laptop mit einem Beamer verbinden und an die Wand projizieren.

Ablauf des Unterrichtsprojekts #europafuermich

Die Lernenden setzen sich anhand verschiedener Arbeitsblätter intensiv mit den Themen Europa und Europawahl auseinander und twittern ihre Arbeitsergebnisse, Gedanken und Fragen dazu unter Nutzung des Hashtag #europafuermich.

Einstieg und Motivation: Twitterwall

Zu Beginn der Unterrichtseinheit und als Einstieg ist es motivierend, per Twitterwall die Tweets zum Hashtag #euw14 oder #europawahl anzuzeigen und mit den Schülerinnen und Schülern ausgewählte Tweets zu lesen oder gepostete Links zu Webseiten, Bildern oder Videos aufzurufen und anzuschauen. Dabei lässt sich die Funktionsweise von Twitter ganz nebenbei einführen. Bitte beachten: Für die Twitterwall braucht man einen PC/Laptop mit Internetzugang und Beamer.

Die ersten Tweets

Gedanken zum Thema #europawahl formulieren

Gemeinsam mit der Lerngruppe werden im nächsten Schritt Gedanken zum Thema #europawahl formuliert. Diese können direkt mit dem Twitter-Account der Lehrerin oder des Lehrers und mit #europafuermich getwittert werden. Vielleicht haben auch einige Schülerinnen und Schüler schon einen Account und können mittwittern. Tweets, die im Stream zu #euw14 zu sehen sind, werden retweetet, beantwortet oder kritisch hinterfragt. Der zusätzlich zu #euw14 hinzugefügte Tag #europafuermich vernetzt beide Diskussionsstränge und macht die Tweets auf der Twitterwall #euw14 sichtbar.

Einführung in Twitter und kurze Tweetsession
Die Plattform Twitter wird nun eingeführt, die Lernenden erstellen sich Accounts oder nutzen den vorbereiteten Gruppenaccount. Eine kurze Tweetsession wird durchgeführt. Dabei kann auch ein anderer Hashtag (zum Beispiel #Europatest) genutzt werden, damit die ersten Versuche nicht unter #europafuermich sichtbar werden. Tipp: Tweets lassen sich auch im Nachhinein wieder löschen, wenn man dies möchte. Auf der Twitterwebseite findet man unter den eigenen Tweets ein Papierkorb-Symbol. Auf Mobilgeräten gibt es in der App unter dem Tweet dieses Zeichen “…”. Dort kann man “Tweet löschen” auswählen.

Inhaltlicher Einstieg

Materialien zum Thema Europa
Um tiefer in das Themenfeld Europa und Europawahl einzusteigen, eignen sich Materialien des kostenlosen Medienpakets “Sozialpolitik“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit der Stiftung Jugend und Bildung herausgegeben wird:

Der Sozialkompass Europa
Anhand der vorgestellten Materialien beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in kleinen Teams mit den Themenschwerpunkten Europa, Europäische Union, Europäisches Parlament, gemeinsamer Binnenmarkt, Arbeitsmarkt sowie Sozial- und Rechtssysteme. Zur Erarbeitung nutzen sie außerdem den Sozialkompass Europa des BMAS, der viele Informationen rund um die Thematik bündelt. Der “Sozialkompass Europa” vergleicht die Sozialsysteme in 27 europäischen Ländern; hier können Informationen auch strukturiert nach einzelnen Ländern und Themen abgerufen werden.

Parallel dazu: Twittern!
Parallel dazu werden Arbeitsergebnisse, Gedanken und Fragen getwittert: Hashtag #euw14 und #europafuermich nicht vergessen! Dabei dient Twitter als Backchannel, und die einzelnen Schüler-Teams können mitverfolgen, über welche Themen sich die anderen Teams unterhalten und gegebenenfalls rückfragen, faven oder antworten.

Etherpad: Der Online-Notizzettel

In dieser Arbeitsphase ist ein Etherpad sehr hilfreich. Längere Texte und Notizen können auf diesem Dokument im Internet einfach notiert werden. Die Links zu den Etherpads lassen sich in einen Tweet kopieren und an die anderen Lernenden twittern. Etherpads kann man unter diesem Link kostenlos erstellen: etherpad.wikimedia.org. Dort einfach einen Namen (zum Beispiel euw-projekt-klasse8-schuleXY) für das Pad eintippen und auf “OK” klicken. Der Link in der Adresszeile des Browsers muss am Ende notiert werden. Das Pad speichert automatisch, und alles kann über den Link wieder aufgerufen werden.

Kreativ-Phase

Ausgangspunkt: Was bedeutet Europa für mich?
In dieser Phase der Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler dazu angeregt werden, eigene kreative Ideen zu entwickeln. Die Leitfrage “Was bedeutet Europa für mich?” dient dabei wieder als Ausgangspunkt.

Impulse an die Lernenden

  • Finde ein Bild oder Video zum Thema #europafuermich. Du kannst auch Fotos, die du auf Instagram findest, per Twitter teilen.
  • Zeichne ein Bild zum Thema #europafuermich. Fotografiere es ab und twittere es.
  • Welche Musik passt zu dieser Frage? Twittere den Link zu einem passenden Musikvideo auf Youtube oder Teile einen Song auf Spotify oder Soundcloud.
  • Nutze die Plattform audioboo.fm, zeichne ein kurzes Statement oder Interview auf und twittere den Link unter #europafuermich.
  • Vielleicht hast du Fotos von deinem Wohnort, die du teilen möchtest? Oder du fertigst nach der Schule welche an!
  • Bestimmt hast du schon Wahlkampfplakate zur #euw14 gesehen. Fotografiere sie und twittere die Fotos mit #europafuermich. Du kannst auch einen kurzen Kommentar dazu schreiben. Beachte stets die Netiquette: “Erst denken, dann twittern.”
  • Kennst du Vine? Die App gibt es kostenlos für iOS, Android und WindowsPhone in den jeweiligen App-Stores. Damit kannst du kurze Videos erstellen und den Link twittern.
  • Denke auch daran, deine Tweets in andere Sprachen (englisch, französisch, italienisch, griechisch, et cetera) zu übersetzen. Dies kannst du selbst oder unter Zuhilfenahme eines Online-Übersetzer-Tools machen, aber vielleicht hast du auch Muttersprachler in deiner Klasse, die dir helfen können.

Add-on: Weblog

Wenn man das Twitterprojekt über eine längere Zeit ausdehnen oder mehrere Twitterprojekte zu unterschiedlichen Themen bündeln möchte, empfiehlt es sich, einen Weblog einzurichten. Blogs lassen sich kostenlos beispielsweis bei wordpress.com oder bei tumblr.com einrichten. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen diese Plattformen bereits privat und kennen sich damit aus. Im Blog kann man Screenshots ausgewählter Tweets als Bilder posten oder die Tweets direkt einbinden. WordPress bietet auch die Möglichkeit, ein Twitter-Widget einzubinden und so eine Art “Twitterwall” auf der Startseite des Blogs anzuzeigen.

Auswertung und Präsentation

Abschlussfragen
Um das Projekt abzuschließen, können folgende Fragen im Plenum (und natürlich auch per Twitter) diskutiert werden:

  • Hat sich deine Sicht auf Europa oder deine Einstellung zu Europa durch das Projekt verändert?
  • Wirst du an der Europawahl 2014 teilnehmen oder würdest du es, wenn du bereits 18 Jahre alt wärst?
  • Welche Erfahrungen hast du im Umgang mit dem Medium Twitter gesammelt?
  • Wirst du Twitter in Zukunft auch zum Lernen, zur Vernetzung oder zur Informationssuche einsetzen? Wenn ja, wie?

Nach Projektende
Es empfiehlt sich, auch nach Ende des Projektes von Zeit zu Zeit einen Blick auf den Hashtag #europafuermich zu werfen. Vielleicht hat die Lerngruppe ja auch einen eigenen Hashtag gefunden, der in Zukunft betwittert wird!

 

Gamification von Unterricht

Gamification im Unterricht? Was bedeutet das? Elemente, die man von Spielen her kennt in den Unterricht und den Lernprozess integrieren – kann das funktionieren? Bei der Gamifizierung von Unterricht werden spieltypische Elemente, also Highscores, Fortschrittsbalken, Ranglisten, Badges und verschiedene Spieldesigns für den Lernprozess verwendet. Die in vorangegangenen Blogposts bereits erwähnten „LearningApps“ eignen sich hervorragend dazu. Im Prinzip benötigt man kein zusätzliches Unterrichtsmaterial mehr. Die Lernenden erstellen selbst die entsprechenden Apps oder nutzen bereits vorhandene Apps. Auf einer Blog- oder Wikiseite kann man alle Apps zum jeweiligen Thema sammeln oder in ein E-Book exportieren. Die Motivation und Lernkurve der Lernenden bei Gamification ist sehr hoch. Foto 5 Eine andere Möglichkeit, die ich gerade erprobe ist der Einsatz der Spiele-App „Minecraft“. Zum Projekt „Klimawandel“ erstellt mein Kurs 9 mit Minecraft virtuelle Welten, die dann nach einer Klimakatastrophe überschwemmt werden. Die Screenshots und kleinen Videosequenzen aus Minecraft dienen dann als Vorlage für ein Storyboard zu einem Dokumentarfilm zum Thema. Dabei wird eine Protagonist verschiedenen Aspekte im Zusammenhang zum Klimawandel kennen lernen und durch, von Klimakatastrophen bedrohte Welten reisen. https://vine.co/v/MiM7i1YMddV Flankiert wird das Bauprojekt durch einen Blog zum Thema vegetarische Lebensweise und Tierschutz, einen YouTube Reihe mit Interviews und Anmiationsfilmen und einer Sammlung selbst erstellter LearningApps.   Ein anderer Kurs 6 bildet “Ausstellungen” und Gebäudekomplexe zu Unterrichtsthemen in virtuellen Räumen ab. Das Thema Kirchenbau drängt sich in einem solchen Kontext geradezu auf. Aber auch andere Themen können so handlungsorientiert angegangen werden. Die Kollaboration und die Gruppendynamik in einem solchen Spiel sind sehr hoch. Die Schüler entwickeln eigene Ideen und müssen Lösungen finden, diese gemeinsam umzusetzen. https://vine.co/v/MiYlnVM6xhI Im Spiel selbst eignet sich für die Umsetzung in der Klasse der “Creative Mode”. In diesem Spielmodus geht es lediglich um das gemeinsame Erstellen von Welten und Gebäuden. Der “Survival Mode” ist eher nicht zu empfehlen. Dort geht es kämpferisch zu, was nicht erwünscht ist. image 2 image Auf den Tablets gibt es eine Einschränkung bezüglich der “Bevölkerung” einer Welt. In einer Welt können insgesamt nur 5 Minecrafter zusammen arbeiten. Dazu wird auch einem iPad eine neue, leere Welt generiert. Weitere 4 iPads, die sich im gleichen W-Lan befinden können dann die Welt “joinen”. Am Ende der Stunde wird die Welt in ihrem derzeitigen Zustand auf dem iPad, auf dem sie erstellt wurde, gespeichert. In der nächsten Stunde ist die Welt dann sofort wieder verfügbar. In einer Lerngruppe mit z.B. 30 Schülern muss man diese auf mehrere Welten aufteilen, die dann lokal auf den entsprechenden iPads gespeichert werden. Damit die Welten von anderen Lerngruppen in einem 1:n Projekt wie dem unseren nicht verändert werden können, haben wir den Server, also das Mobilgerät, das die Welt bereit stellt auf schülereigene Devices ausgelagert. Dieses Device muss natürlich ebenfalls über die Minecraft-App, was bei allen Devices der Fall war und sich im gleichen Wlan befinden.   Eine andere Form von gamification sind die LEGO mindstorms die ein Kollege im Fach Informatik einsetzt. https://vine.co/v/M6JMLWMK02U Ein Klassensatz “Lego Mind Storms” bringt “Robotics” in die Schule. Mit diesen programmierbaren Lego Robotern können die Lernenden handlungsorientiert informatische Grundlagen erfahren und werden bestimmt großen Spaß am “Lernen” haben. Natürlich lassen sich die Robots mit entsprechender App auch per iPad steuern. https://vine.co/v/MvQtTUKhKQY Weitere Infos zum Thema gamification findet man unter folgenden Links:

           

Openrelibook, #didacta14, digitale Schulbücher und Rollkoffer

Evangelisch-Katholisch: Das Openrelibook

Foto

Pünktlich zur #didacta14 – Europas größter Bildungsmesse ist es soweit:

Ein weiteres eBook der KAScologne, das Themenbuch “Evangelisch-Katholisch” in Zusammenarbeit mit rpi-virtuell ist in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag weltweit in allen 51 Apple-Bookstores online gegangen. Hier kannst du es  fürs iPad oder einen Mac mit installiertem iBooks kostenlos downloaden:

Bookstore

 

Aus der Einleitung des Buches:

“Die Inhalte dieses Buches wurden in großen Teilen durch Schülerinnen und Schüler eines Religionskurses der Klassen 6c/d der Kaiserin Augusta Schule, Köln erstellt Außerdem haben an diesem Themenheft noch Jörg Lohrer von RPI-Virtuell und André Spang mitgewirkt.”

Was kann man mit dem Buch machen?

Das eBook kann sofort im Unterricht eingesetzt werden, z.B. als Ideensammlung oder als Einstieg in das Thema. Es eignet sich besonders für die Klasse 6 aber auch in allen anderen Lerngruppen. Dies kann man selbst entscheiden.

Was muss man beachten?

Bitte bedenke, dass die Texte Aussagen und Meinungen und Ergebnisse der selbstständigen Arbeit der Schülerinnen und Schüler sind und kleinere Fehler enthalten können – wenn du unser Buch weiter verbessern willst, laden wir dich herzlich dazu ein, denn das gesamte Buch steht unter so genannter „Creative Commons cc-by-sa3.0“ Lizenz, d.h. du kannst es frei verwenden, verändern und unter gleichen Bedingungen weiter geben. Bitte nenne dabei die Namen der Urheber wie in unserem Buch bezeichnet. Wenn jeder mit seinem Wissen an diesem Buch weiter mitarbeitet, wird es immer besser – teile dein Wissen, ganz im Sinne des Teilens, von dem auch dieses Buch handelt. Wie kann ich dies tun? Die Inhalte werden zur weiteren Bearbeitung auf der Blogseite evangelisch-katholisch.openrelibook.digitales-religionsbuch.de bereitgestellt.

Besonderheiten: Apps und Videos

Im eBook sind neben Texten vor allem Bilder, Videos, Präsentationen und Apps und Games enthalten, die die Schüler selbst erstellt haben. Damit kann man spielerisch lernen und sich von einem “Lern”level zum nächsten durchspielen ;)

appsscreen

Aus dem Buchtext:

LearningApps.org ist eine Plattform im Netz, auf der du eigene Apps erstellen oder auch bereits existierende nutzen kannst. Coole Sache, was? Du wirst App-Programmierer, und dann auch noch ein katholischer oder evangelischer App-Programmierer! Zunächst solltest du mal ein paar von unseren Apps testen und spielen. Manche Apps kannst du auch mit mehreren Spielern zocken. Auf jeden Fall lernst du auch was dabei – beim Spielen lernt man immer was ;) Hier bei uns lernst du natürlich was zum Thema „Evangelisch-Katholisch“. Wenn du genug gespielt hast, entwickle selbst kreative Ideen und stelle eine neue App zusammen. Das ist ganz einfach. Du kannst zunächst remixen, also eine bestehende App mit anderen Fragen und Antworten versehen. Dir fällt bestimmt was ein.”

Wir freuen uns, genau wie bei unsere ersten Produktion, dem Buch “Eucharistie” wieder über viele Downloads und vor allem über weitere Beiträge, die das eBook bereichern, verbessern und die Möglichkeiten des vernetzten, gemeinsamen Lernens über das Netz im kollaborativen Arbeitsprozess sichtbar machen.

Be a MAKER not a Taker – Explore.Create.Share!

P.S. Du hast kein iPad oder Mac? Dann lade die Open Reli Book PDF

 

 #didacta14

Die zu Beginn erwähnte Bildungsmesse Didacta fand dieses Jahr bereits zum achten Mal in Stuttgart statt. Sie ist die größte Bildungsmesse in Europa. In diesem Jahr präsentierten ca. 900 Aussteller Neuheiten, Bücher und Fortbildungen für Lehrende und Bildungsinteressierte. Wie in jedem Jahr nehmen die Angebote im Bereich digitaler Lehr- und Lerntechnologien und auch Materialien rasant zu:

Natürlich hat es uns (Jörg Lohrer von rpi-virtuell und mich) besonders gefreut, das gerade erschienen eBook “Evangelisch-katholisch” direkt und live vor Ort präsentieren und promoten zu können. Wie gerade en Vogue haben wir auch gleich ein “Selfie” gemacht ;)

selfie

Praxisvortrag “mobiles Lernen mit Tablets”

Auch in diesem Jahr konnte ich als Referent bei dem Forum Unterrichtspraxis des Verband für Bildungsmedien einen Praxisvortrag zum Thema “mobiles Lernen mit Tablets, OER und Social Media halten. Dabei ging es um Erfahrungen und Praxisbeispiele aus den vergangenen drei Jahren iPads an der KAS. Die Präsentation fand großen Publikumszuspruch und auch interessierte Diskussionen im Nachgang. Die gesamte Prezi kann man hier ansehen.

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Podiumsdiskussion “Analog und digital: Welche Zukunft hat das Schulbuch”?

Bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion im „Forum Bildung“ diskutierte ich zusammen mit Tobias Hübner (Lehrender und Blogger), Prof. Dr. Eva Matthes (Lehrstuhl für Pädagogik der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg, OER-Studie), Wolf-Rüdiger Feldmann (Geschäftsführer Cornelsen Schulverlage), Prof. Dr. Ritter (Ruhr Universität Bochum – Moderation) über die Frage: „Analog und Digital: Welche Zukunft hat das Schulbuch“. Die Diskussion wurde sehr kontrovers geführt und es ging, neben Entwicklungen im Bereich der digitalen Angebote der großen Schulverlage auch um OER (Open Educational Resources) und die Veränderung von Lernkulturen in der digitalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Foto 2

Kleiner Hinweis: Neben bereits seit längerer Zeit verfügbaren Plattformen wie die digitale-schulbücher.de (die immer noch etwas Schluckauf haben) und dem bereits etablierten meinUnterricht.de haben die Cornelsen Schulverlage einen mutigen Aufschlag mit der Plattform scook.de gewagt. Da gerät also nun auch in Deutschland einiges in Bewegung.

#rollkoffer

Der Hashtag #rollkoffer ist wie in jedem Jahr auf Twitter der Renner in Verbindung mit #didacta, denn auch 2014 gab es wieder sehr viele Menschen mit Rollkoffern zum Büchersammeln zu sehen ;)

Soweit die kurze Zusammenfassung und nun viel Spaß mit dem “Evangelisch-Katholisch” Relibuch.