miniDevice – maxiAbitur

“Abitur auf dem iPad, wie geht das denn?” werden Sie fragen.

Im Fach Musik habe ich dieses Vorhaben bereits im Jahr 2011 mit den damaligen Abiturienten umgesetzt, denn:

  • Entsprechend der Allgemeinen Prüfungsordnung für die Gymnasiale Oberstufe ist es im Fach Kunst und Musik auch möglich eine fachpraktische-gestalterische Prüfung im vierten Abiturfach abzulegen, siehe: APO-GOSt NRW §21 (4):
  • “In den Prüfungsfächern Kunst und Musik kann auch eine praktisch-ge- stalterische Aufgabe Bestandteil der Prüfung sein”.

Die Prüflinge meines damaligen Musikkurses hatten sich zu einer solchen Prüfung entschieden und in mehreren Unterrichtsreihen vorbereitend musikpraktisch gearbeitet und auch Komponiert (“Songwriting“). Dazu nutzen wir das Programm GarageBand zunächst auf dem iMac und nachdem das App GarageBand analog dazu für das iPad verfügbar wurde, setzten wir dieses auch auf den iPads ein. Anleitungen und Screenshots und auch weitere Aspekte des Songwriting stand bereits auf unserem Schulwiki bereit.

Foto1

Im Unterricht erstelltes Arrangement

Auch in diesem Jahr war es eine Abiturientin, die sich zur fachpraktischen Prüfung gemeldet hatte. Vorbereitend konnten wir auf die bereits in 2011 zusammen mit den damaligen Lernenden erstellten OER-Materialien (OER = Open Educational Resources = Offene Bildungsmaterialien) auf unserem Wiki und Blogs zurückgreifen. Zusätzlich dazu erstellte die Abiturientin eigenverantwortlich weitere Produktionen und Tutorials, die wiederum auf den Lernplattformen gesammelt wurden.

In diesem Jahr kam statt den “normalen” iPads auf Wunsch der Abiturientin eines unserer iPad-Mini zum Einsatz, das man hier unten links im Bild sieht.

20121218-131719.jpg

iPhone5, iPadMini, iPad3

Auch mit diesem Device klappte der Einsatz in der Prüfung problemlos. Die Größe des Screens ist im Vergleich zum normalen ipad2 nicht wesentlich kleiner und die Darstellung der 8 Spuren, der Keyboardtasten und Bedienungselemente ausreichend groß.

Das iPad wurde entsprechend vorbereitet, vorhandene Inhalte gelöscht und Safari und Mail ausgeschaltet um eventuelle “Recherchen” während der Prüfung zu unterbinden. Ob ein derartiges Vorgehen d.h. das “Abschalten” der in der Lebenswelt der Jugendlichen und in einer digitalen Gesellschaft ständig verfügbaren Informationsquellen und Wissensspeicher heute und auch in einer Prüfung noch Sinn macht, oder ob dies eher dem Bildungs- und Prüfungsbegriff des 19. Jahrhunderts entspricht, soll hier nicht weiter diskutiert werden. Unstreitig ist es aber, dass es in Zukunft um den Erwerb anderer Kompetenzen, um die Herausbildung von persönlichen Lernnetzwerken, Informationskompetenz und das Teilen von Wissen gehen wird und weniger um das auswendig lernen von Fakten(wissen).

Im praktischen Teil der mündlichen Abiturprüfung nutze die Abiturientin ebenfalls GarageBand zur Erstellung ihrer Komposition. Dazu musste Sie zunächst einen vorgegebenen Song/Harmoniefolge analysieren und auf der Basis dieser Analyse einen eigenen Song komponieren. Der erstellte Song wurde dann in der Prüfung präsentiert und der Kompositionsprozess sowie die Analyseergebnisse erläutert. Die Ergebnisse können hier aus verständlichen Gründen nicht gezeigt werden.

Spannend fand ich es zu sehen, dass die in den vergangenen 3 Jahren der Oberstufe mit der Schülerin praktizierte selbständige, vernetzte und problemlösende Arbeitsweise, die auch bei anderen Fachinhalten in Musik konsequent verfolgt wurde und vorwiegend produktorientiert war, im Vergleich zu “anders” Lernenden scheinbar eine positive Auswirkung auf Arbeitsweise, Ergebnis und Vortrag hatte. Wünschenswert wäre es, diese Erfahrungen in der Breite evaluieren und objektiv beurteilen zu können.

Ein iBook zum Welttag des Buches

eucharistie

Rechtzeitig zum heutigen Welttag des Buches steht es zum Download bereit: Das iBook “Eucharistie” meiner beiden Klassen 8 und 9 im Fach Katholische Religion, das wir hier zum Download mit cc-by-sa3.0 Lizenz als freies Lernmaterial (OER=Open Educational Resources) anbieten wollen.

Doch der Reihe nach…

Wie kam es dazu?

Als Beitrag zum bundesweiten Schulwettbewerb “Wenn nicht jetzt – wann dann?” im Rahmen des eucharistischen Kongresses 2013 haben die fast 60 Lernenden dieser beiden Klassen in meinem Unterricht ein iBook mit vielfältigen Beiträgen und Medien (Video, Audio, interaktive Bilder) erstellt.

EuchaEinleitung

Auszug aus dem Vorwort:

“Das iBook haben die SchülerInnen dieser beiden Klassen auf den Wikiseiten der Schule, einer offenen Lernplattform im Internet selbstständig vorbereitet, gemeinsam erarbeitet und fertiggestellt.

Die SchülerInnen haben sich dabei auf den im Wettbewerb vorgegebenen Bibeltext der Emmausgeschichte (Lk 24,13-35) bezogen und im Unterricht zunächst den theologischen Gehalt dieser Stelle analysiert.

Im weiteren Verlauf wurde die Bedeutung auf die eigene Lebenssituation übertragen:

Lena: ”Wir haben den Text im Unterricht zusammen gelesen und interpretiert.”

Stijn: ”Dazu haben wir ganz unterschiedliche Materialien, Medien, Texte, Bilder, Umfragen und Videos erstellt. Es ging uns vor allem darum, den Text auf unsere eigene Lebenswelt zu übertragen und zu konkretisieren.”

Im Prozeß haben die Lernenden mit den Tablet-Computern und Laptops der Schule (“iPad-Projekt der KAS“), aber auch mit traditionellen Medien gearbeitet und vielfältige Beiträge produziert.

eucharistieiba

Die erstellten Inhalte wurden dann von einem “Redaktionsteam” im Wiki gesichtet und auf einem Rechner mit der Software iBooksAuthor zu dem iBook zusammen gestellt, das Sie nun “in Händen” halten.

Die vernetzte Arbeitsweise über die Wikiplattform, Soziale Netzwerke (Facebook-Gruppen) und die Nutzung der digitalen Medien und Devices ermöglichte eine kollaborative, transparente Zusammenarbeit der fast 60 Schülerinnen und Schülern beider Klassen, auch über den Unterricht hinaus.

eucha1

Daniela: „Die Facebookgruppe hat uns geholfen, kurzfristig und schnell miteinander zu kommunizieren.“

Neben den allgemeinen, fachlichen Kompetenzen im Unterricht Katholische Religion wurden auch überfachliche Kompetenzen, wie Medienkompetenz und Sozialkompetenzen durch das Projekt gefördert. Zusammenfassend hat das Projekt den Lernenden große Motivation und Spaß an der Ergründung der Bibelstelle und des eucharistischen Kontextes bereitet.

eucharistie3

Peter: „Die Arbeit mit den Tablets und dem Internet hat uns Spaß gemacht und die Produktivität gesteigert und war mal was anderes.“

eucharistie4

Creative Commons:

Das gesamte iBook bieten wir im iBooks-Format* für das Apple iPad und als plattformübergreifende Lösung im PDF-Format über unsere Wikiseite als Download an. Das Book stellt eine freie Bildungsressource (OER-Open Educational Resources) dar, die unter Creative Commons Lizenz cc-by-sa 3.0 steht. Alle darin enthaltenen Texte, Bilder und Medien sind von den Schülerinnen und Schülern selbst erstellt oder stammen, so gekennzeichnet, ebenfalls aus Creative Commons Quellen. Sie können das Book frei nutzen, verändern und unter gleichen Bedingungen weitergeben.”

Eucha2a

Download und Installation:

Die iBooks-Datei (Eucharistie.ibooks) und das PDF (Eucharistie.pdf) gibt es hier als Download.

Bitte beachten Sie, dass die iBooks-Datei nur auf einem iPad ausführbar ist. Das PDF können Sie auf jedem beliebigen Gerät ansehen.
iPad-Installation:
1. Wenn Sie das iBook auf dem Apple iPad installieren wollen, öffnen Sie den Link auf dem iPad in “Safari”.
2. Tippen Sie dann auf die Datei “Eucharistie.ibooks” und dann auf “Download”.
3. Nach dem Download in Safari wird der Dialog “In iBooks öffnen” angezeigt. Tippen Sie auf diese Auswahlfläche. Fertig. Das iBook wird auf dem iPad installiert.
Viel Spaß!

A. Spang, KAS, Köln

PS.: Ein weiteres Projekt steht kurz vor dem Abschluss und der Veröffentlichung: Der Musikgrundkurs 10 hat Lernmaterialien für die Klasse 5/6 im Fach Musik erstellt. Diese Materialien liegen ebenfalls als eBook vor, wurden allerdings mit dem Creative Book Builder komplett auf den iPads erstellt und enthalten Texte, Hörbeispiele, Videotutorials und Bilder – cc-by-sa, KAS wird auch die Lizenz dieses Materials sein. Auch in diesem Projekt führte das Prinzip “Lernen durch Lehren” bzw. in diesem Fall “Lernen durch Erstellen von Lernmaterial” zum selbstständigen Kompetenzerwerb der Lerner.

eBooks und iBooks selbst gemacht

In diesem Post geht es erneut um eBooks und iBooks – ein Thema, das mich umtreibt. Diese “Books” werden von den Lernenden der KAS auf den iPads mit dem Creative Book Builder (CBB) komplett erstellt oder zunächst vorproduziert und dann mit der kostenlosen, aber nur für Mac verfügbaren Software ” iBooks Author” fertiggestellt.

iBook-KAS

iBook-KAS

Zur Produktion von eBooks nutzen wir den Creative Book Builder auf den iPads. Diese Software bietet viele Möglichkeiten, interaktive Books im plattform-übergreifenden epub-Format zu erstellen, zahlreiche Medien (Bilder, Audio, Filme) einzubinden und erlaubt mittlerweile auch eine komfortable Bildersuche in “Flickr: Creative Commons“, um frei verfügbare bzw. unter CC-Lizenz stehende Bilder zu finden und automatisch mit richtiger Copyrightangabe in das eBook einzubinden. Die Bedienung ist dabei so einfach, dass auch 5. Klässler solche Funktionen nutzen und ihre Arbeitsergebnisse als eBook präsentieren und bereitstellen können. Ganz nebenbei lernen sie dann auch Plattformen mit frei verfügbaren Bildern und die entsprechenden CC Lizenzierungen kennen: Project-Based Learning oder “Learning by doing” par excellence.

CBB1

CBB1

CBB2

CBB2

Arbeitsaufträge und Lernprozesse und deren Ergebnisse (= Produkte) werden nicht als Plakat oder “Powerpoint”, sondern als Gemeinschaftsprodukt “eBook” präsentiert und nachhaltig gesichert. Solche Books können leicht upgedated, editiert, erweitert und geteilt werden. Wenn man dieses Prinzip in unterschiedlichen Fächern konsequent verfolgen und die Ergebnisse entsprechend qualitätssichern würde, könnten im Laufe der Zeit eine große Vielzahl an freien Bildungsmaterialien für die eigene, aber eben auch für andere Schulen und/oder Lernende überhaupt entstehen – sicher ein sehr spannender Gedanke.

Projektauftrag: Erstelle Arbeitsmaterialien für Klasse 5/6 im Fach Musik!

Der Musikkurs 10 hatte den Arbeitsauftrag Tutorials und Unterrichtsmaterial zu den Themen: Töne, Tonleitern, Komponistenportraits, Lautstärkebezeichnungen, Instrumentenkunde, aber auch zu Apps wie GarageBand, Audioboo und iMaschine zu erstellen. Vorgabe war, dass diese Themen so aufbereitet und erklärt werden, dass sie von Schülern der Klasse 5 und 6 als interessant und motivierend empfunden und auch verstanden werden. Die meisten Teams einigten sich darauf die Inhalte als kurze Erklärvideos oder Interviews abzubilden und mit unterstützendem Bildmaterial zu arbeiten. Zur Vorbereitung nutzen die Lernenden der Klasse 10 das Schulwiki und Etherpads, oder arbeiteten auch zum Teil lokal auf den iPads direkt im Creative Book Builder.

KAS-Wiki

KAS-Wiki

Lautstärke

Lautstärke

Nach der Fertigstellung der Einzelbeiträge, werden diese von den Teams präsentiert, im Plenum bewertet und falls nötig noch optimiert und dann von einer “Redaktionsgruppe”, die auch für das Vorwort des “Buches” verantwortlich ist, zu einem Gesamtbuch zusammengefasst. Dazu nutzen wir die Cloud-App “Dropbox”, in die alle Gruppen ihre fertigen Teil-eBooks hochladen und von der aus die Redaktionsgruppe alle Beiträge dann zusammen stellen konnte.

Das Endprodukt werden wir dann über das Wiki und einen Link zu Dropbox oder GoogleDrive zum Download bereit stellen und auch auf die iPads der KAS laden. Soweit zumindest der Plan.

iBook als Beitrag zum Schulwettbewerb Eucharistie 2013

Offizieller Ausschreibungstext:”Um die Auseinandersetzung mit dem Thema “Eucharistie” für Kinder und Jugendliche der Sekundarstufen I und II spannend zu gestalten hat das Team um den Eucharistischen Kongress zusammen mit der Hauptabteilung Schule/Hochschule des Erzbistums Köln, einen bundesweiten Schulwettbewerb ausgeschrieben. Schirmherr der Aktion ist Erzbischof Joachim Kardinal Meisner.” Bild- u. Text-Quelle: https://schulwettbewerb.eucharistie2013.de/
Kurzerhand habe ich mit meinen beiden Religionsklassen in Stufe 8 und 9 beschlossen, am Wettbewerb teilzunehmen und als Beitrag mit diesen 60 Schülern ein iBook zu erstellen. Grundlage war der entsprechende Bibeltext.
Als Arbeitsplattform diente auch in diesem Fall das KAS-Wiki, welches ganz besonders hilfreich war, um die Transparenz der Arbeitsergebnisse und die Kollaboration Team- und Lerngruppen übergreifend sicher zu stellen.

ReliWiki1

ReliWiki1

“Wir arbeiten zunächst zusammen auf einer gemeinsamen Wikiseite (Lernplattform). Als Wettbewerbsbeitrag wollen wir dann kollaborativ ein

ReliWiki2

ReliWiki2

eBook erstellen, in das wir unterschiedliche Medien (Audio, Video, Hörspiel, Texte, Bilder) integrieren und auch Verlinkungen zu dieser Wikiseite und Quizzes ablegen. Das eBook werden wir unter creativecommons Lizenz frei zur Verfügung stellen.
Bitte nutzt für eure Arbeit die unten zu findenden Klassenseiten bzw. den jeweiligen “Sandkasten” eurer Klasse. Ideen, die für alle interessant sind, könnt ihr auch in das “Gemeinschaftsportal” eintragen.” Hier geht es zum Workspace.
Um die Arbeit auch über die wöchentlichen Doppelstunden hinaus zu koordinieren, wurden zusätzlich zwei Facebookgruppen eingerichtet, die zur informellen Kommunikation dienen.

iBooksAuthor

iBooksAuthor

Ein Redaktionsteam pro Klasse hat dann im letzten Schritt die Aufgabe, alle Beiträge zu sichten und mit der Software “iBooksAuthor” zu einem iBook zusammen zu fassen. Das fertige Book steht unter CC-BY-SA 3.0 Lizenz und wird dann über das Wiki als kostenloser Download im iBooks und PDF Format angeboten. Der Austausch der Arbeitsdatei für das iBook läuft über einen freigegebenen Dropboxordner, auf den die Teams in der Schule über die MacBooks der Schule zugreifen und mit iBooksAuthor daran weiter arbeiten können.

iBooksAuthor

iBooksAuthor

Zwei Schülerinnen des Redaktionsteams, die auch privat über einen MacRechner verfügen, sind so motiviert, dass sie auch über die Ferien an der Editierung des iBooks weiterarbeiten und die Ergebnisse per Dropbox teilen.
Wir sind gespannt, wie die Jury des Wettbewerbs entscheidet ;) .
Aber, wie auch immer es ausgeht, das Wichtigste ist doch: Hauptsache was gelernt!

fertiges iBook auf dem iPad

fertiges iBook auf dem iPad

2 Jahre iPad-KAS, Bloggen und Neuzugänge

Screenshot: wordpress.com blog

Screenshot: wordpress.com blog

“Am Anfang war das Blog” – so könnte man sagen, denn die Notwendigkeit ein Projekt mit mobilen Endgeräten in die Schule zu bringen ergab sich nicht zuletzt aus dem verstärkten Arbeiten mit zahlreichen Weblogs und Wiki. Mit dieser Art der kollaborativen Arbeit im Netz des Web2.0 haben wir an der Kaiserin Augusta Schule Ende des Jahres 2009 verstärkt begonnen. Um den Lernenden einen medienkompetenten Umgang mit dem Netz, verschiedenen Anwendungen und auch mobiles Arbeiten im Unterricht zu ermöglichen, kamen die Tablets und in unserem Fall das iPad mit seinem Erscheinen im Jahr 2010 gerade richtig. 30 dieser Devices für unsere Schule anzuschaffen und damit produktiv während des Unterrichts im Netz, auf Blogs und Wiki zu arbeiten und selbst multimediale Inhalte, Filme und Audio, aber auch die sogenannten freien Bildungsmaterialien (OER) zu produzieren, das war der Plan und bleibt das Ziel der Arbeit. Im Februar 2011 war es dann soweit: Die 30 iPads der KAS “meldeten sich zum Dienst”. Seitdem sind sie nun weit über 2000 Stunden im täglichen Einsatz und haben den Schülern Motivation, Wissenszuwachs, Kompetenz und Kritikfähigkeit im Umgang mit Medien und dem Netz ein wenig mehr “Content” verschafft.

wordpress-App

wordpress-App und andere Apps auf dem iPad

Dazu bedarf es mehr als der Anschaffung eines Gerätes

Die eigentliche Herausforderung bestand in der Tat in dem Wandel der Lernkultur auf beiden Seiten – man kann es auch “Wandel der Lehr- und Lernkultur nennen”, aber ich würde den Lehrenden selbst gerne als Lernenden bezeichnen, denn auch er befindet sich beim Arbeiten mit der Digitalität stets auf unbekanntem Terrain – und didaktische Konzepte mit ausgereiften Unterrichtsreihen gibt es dafür keine wenig. Die Lernenden selbst müssen ebenfalls umdenken, sollen sie doch selbstbestimmt oder – wie man sagt – vor allem “challenge-based” lernen und dies ist überhaupt nicht  ”chillig”, wenn man sich stets selbst disziplinieren und die gesteckten Ziele im Blick halten soll. Der Wissensinput (“die Berieselung“) durch den “Experten” (= Lehrer) bleibt dabei fast gänzlich aus oder nur auf ein Minimum beschränkt. Über Jahre erlernte Routinen bei Lehrenden und Lernenden gehen dabei nicht mehr auf – man wird zum (Wissens-)Jäger nicht zum Sammler.

Aber es klappt

Wie man auf diesem Blog nun seit 2 Jahren nachlesen kann, geht es gut, viele, tolle Projekte und Arbeitsergebnisse sind hier zu finden und können sich sehen lassen und Umfragen unter den Lernenden bestätigen zumindest auf informeller Basis, dass das Konzept aufgeht. Das macht Mut! So passt es sehr gut, dass just am zweiten Geburtstag der “iPad-KAS” 30 “Neuzugänge” die mobile Einsatzpower an iPads auf das Doppelte anwachsen ließen. Hinzu kamen außerdem 2 iPad-Mini für das Kollegium, das sich mit diesen Leihgeräten in Ruhe vertraut und die installierten Apps kennen lernen kann.

+30 iPads im Schrank

+30 iPads im Schrank

2 Minis für das Kollegium

2 Minis für das Kollegium

Back to the roots

Im Verlauf des Jahres 2012 verlagerten wir die Arbeit mit den Lernenden immer stärker auf die offene Lernplattform der Schule, das KAS-Wiki. Dort sind in der Zwischenzeit fast 4000 Seiten von unseren Schülern erstellt und über 30.000 Bearbeitungen vorgenommen worden – dies haben fast 2 Millionen Besucherinnen und Besucher der Wiki-Plattform weltweit mitverfolgt. Gegen Ende des Jahres 2012 sind wir nun auch verstärkt auf der Lernplattform der Stadt Köln, dem SchulWiki-Köln produktiv geworden. Doch gerade jetzt habe ich mit meiner Klasse 6, die schon zu den “Wikiexperten” gehört das Bloggen wieder entdeckt und ein eigenes Blog die sogenannten “Relirookies” ins Leben gerufen.

Relirookies

Relirookies

So wird die Arbeit und das Lernen mit den iPads weiter spannend und vielfältig bleiben.  Die Lernkultur wird sich ändern müssen und mit der Zeit in den Köpfen und der Gesellschaft ankommen, denn: Wandel braucht Zeit, aber er vollzieht sich.

iSchnee – mobiles Lernen bei Minusgraden: Für “Wiki”-nger kein Problem.

die Bahnen in Köln fahren nicht(*), aber die Koffer rollen… trotz Schnee.

Etliche Kilometer

Die Klasse 6 nutzt in meinen Religions- und Musikstunden die iPads der KAS seit fast 1,5 Jahren. Dazu müssen die Tablets für den Religionsunterricht jedoch vom Hauptgebäude der Schule in den gegenüber auf dem Schulhof gelegenen Pavillion transportiert werden, in dem sich der Klassenraum der 6 befindet. Um unsere Muskeln noch etwas zu stärken, befindet sich dieser Raum dann auch noch im 1- Stock. Seit Beginn des 6. Schuljahres habe ich aber ein zuverlässiges “Transportteam” in der Klasse, dass mich pünktlich kurz vor Beginn der Stunde im Haupthaus abholt und beim Transport der Koffer hilft und diese nach der Stunde wieder zurückbringt und so schon einige Kilometer mit den Koffern zurück gelegt hat. Dies ist zwar etwas umständlich und der Wunsch nach einer permanenten Ausstattung der Schüler (1:1) ist da verständlich, lässt sich aber praktizieren und die Ergebnisse der Arbeit rechtfertigen den Aufwand unbedingt.

IMG_6038

Was wird gemacht?

Seit Beginn der Klasse 5 haben wir viele Projekte mit den Tablets durchgeführt, über die schon hier und hier berichtet wurde. Da wurden Filme, Interviews, kurze Musikstücke, Wikiseiten und eBooks produziert und mit dem Papst gewittert. Als zentrale Arbeitsplattform diente in jeder Stunde - Kopien oder Arbeitsblätter gab es in meinen Stunden nicht (Stichwort: “papierfreies Arbeiten”) - unser Wiki der KAS  , welches wir aber seit gestern “verlassen” haben, um auf der offenen Lernplattform der Stadt Köln, dem SchulWiki weiter zu arbeiten. Der erste Aufschlag auf dem SchulWiki erfolgte nach Neuanmeldung aller 30 Schüler in der gestrigen Stunde und verlief problemlos, da die Bedienung des SchulWikis der des KAS-Wikis entspricht, nutzen doch beide Plattformen die Opensource “Mediawiki“, die auch die Basis des Mutterschiffs aller Wikis, der Wikipedia ist. Die Schüler sind schon Experten in der Bedienung und erstellen Wikiseiten mit eingebundenen Bildern, Videos, Interviews, Audioboos und Inhaltsverzeichnissen.

Langer Weg bis zur Fertigstellung

Die Seiten sind im jetzigen Zustand natürlich erst im Aufbau – dies entspricht aber der normalen Genese einer jeden Wikiseite, auch der Seiten der Wikipedia und es kann mitunter lange dauern, bis die Seite wirklich perfekt ist – manchmal wird sie es auch nie. Dass dies aber in den meisten Fällen klappt, hat die Wikipedia hinlänglich bewiesen. Ein sehr gutes Beispiel einer solchen, gemeinschaftlichen Erstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer Wikiseite und auch ein Beweis dafür, welche Kraft in der Kollaboration vieler Individuen steckt, lieferte unlängst ein Gemeinschaftsprojekt der Klassen 8 und der jetzigen 9er (die bereits in der 8 damit begonnen hatten) im Fach Physik. Es handelt sich um die Wikiseite “Licht und die Linsengleichung” die eine Sammlung an Experimenten, Formeln, Erklärvideos, Versuchsbeschreibungen und Quizzes enthält und dieses Thema sehr gut nahebringt – besser vielleicht als manches Unterrichtsbuch ;) Die Seite zeigt, dass es funktioniert, dass Schüler/Innen für andere Schüler/Innen Hefteinträge und Materialien zum laufenden Unterricht erstellen, um sich stoffliche Inhalte gegenseitig zu erklären und diese Inhalte dadurch selbst besser zu lernen (Lernen durch Lehren, selbstbestimmtes Lernen, Partizipation). Auch die ZUM.de (Zentrale für Unterrichtsmedien) fand diesen Wikiartikel sehr gut und hat ihn unter den vielen Artikeln die es auf den Wikis der “ZUM-Wiki-Family” gibt als Fundstück ausgewählt. Und da es sich bei unserem Artikel, der im Übrigen auch zu grossen Teilen auf den iPads recherchiert, bebildert und getippt wurde, um einen frei weiter zu bearbeitenden (creative commons) Artikel handelt, haben wir ihn auf das SchulWiki übernommen, um ihn anderen Schulen zur Weiterarbeit zur Verfügung zu stellen.

#create #share #collaborate

*(die Bahnen fahren wieder ;) )

A Happy New Year 2013!

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten auch dieses Jahr wieder einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

19.000 Personen passen in das neue Barclays Center um Jay-Z performen zu sehen. Dieser Blog wurde in 2012 über 64.000 mal besucht. Wäre er ein Konzert im Barclays Center, würde es 3 ausverkaufte Vorstellungen benötigen, damit ihn so viele Personen sehen können.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Spannend, dass auch im nun vergangenen Jahr 2012 die Besucher des Blogs wieder aus der ganzen Welt kamen und das Interesse weiter angestiegen ist. Viele Informationen über das Projekt jenseits der reinen Statistik habe ich bereits in einem eigenen Review zusammengefasst.

Viel spannender zu lesen ist jedoch der gerade veröffentlichte Preview des NMC Horizon Report 2013 (Higher Education), der für die nächsten Jahre im Bereich der Bildungstechnologien und der rasanten Veränderungen in der digitalen Bildung Gesellschaft in gewohnter Weise drei Zeitfenster für die Etablierung bestimmter Trends öffnet. Genannt sind hier z.B. die sogenannten MOOCs und natürlich die weitere Etablierung des “Tablet Computings”, die Analyse von “Big Data” und das Gamebased Learning und ganz neu die “wearable Technology”, also digitale Devices in Form von Schmuck, Brillen, Backpacks, Schuhen etc. – na, das kann ja lustig werden ;) .

Ich wünsche ihnen allen ein gutes und erfolgreiches NEUES JAHR – 2013! #checkIn 2013

A. Spang

23 Monate #iPadKAS: Review 2012 und Perspektiven

Ein ereignisreiches Jahr geht für das iPad-Projekt der KAS nun zu Ende und mit diesem Post #160 möchten wir uns in diesem Jahr verabschieden, aber auch einen Ausblick auf das kommende, nicht weniger spannende Jahr 2013 geben. Seit dem ersten Februar 2011, dem Start dieses iPad-Projekts (“Modell: 1:n”) mit 30 iPads. 2 MacBooks und 3 AirportExtreme W-Lans in 3 mobilen Rollkoffern an der Kaiserin Augusta Schule (KAS) sind wir nun bereits insgesamt 23 Monate im Bereich des sogenannten “mobilen Lernens” dabei eine sich verändernde Lernkultur zusammen mit den Lernenden zu erfahren, zu leben und zu hinterfragen.

IMG_5916

Ein paar Zahlen

Insgesamt 2400 Einsatzstunden in allen (auch Sport!) Fächern und bei mehr als 45 verschiedenen Kolleginnen und Kollegen und fast allen unserer 1000 Schüler haben “unsere” iPads nun auf dem “Zähler” und funktionieren noch  - abgesehen von einem bereits wieder reparierten Glasbruch wie am ersten Tag. Unser Projekt genießt weiterhin ungebrochenes und sehr großes Interesse in der gesamten Republik und auch im Ausland, wie die Blogstatistik und tägliche, uns erreichende Anfragen, Mails, Telefonate von Schulen, Kollegen, Universitäten und den Medien zeigen. Viele Bildungseinrichtungen führen nun ähnliche Projekte durch, was uns freut und von deren Ideen und Konzepten wir wiederum profitieren können. Das Blog ist mit seinen über 110000 Hits aus fast allen Ländern der Welt Hauptanlaufstelle des Interesses und dafür bedanken wir uns.

statbycountry

 

On tour

Auch in diesem Jahr gab es viele Anfragen und Gelegenheiten, das iPad-Projekt auf  Tagungen, Podiumsdiskussionen, in Gremien und Expertenkreisen und bei Videokonferenzen zu präsentieren. Bei diesem Austausch mit anderen Experten im Bereich des mobilen Lernens und der “digitalen” Bildung lernt man stets selbst viel dazu, was wieder in die eigene Unterrichtspraxis zurückfließen kann – sozusagen eine Dauerfortbildung. Zu Beginn des Jahres war ich zu Gast bei der “Dialogkonferenz” der Stadt Köln. Diese Präsentation vor Schulleitern, Akteuren des lokalen Bildungsbüros und des Schulträgers war ein wichtiger Meilenstein in Bezug auf Entscheidungen im Bereich der stärkeren Betonung des Lernens mit digitalen Medien und des mobilen Lernens in der Kölner Bildungslandschaft. Zum meiner Präsentation im Rahmen der Dialogkonferenz geht es hier. Weitere Einzelheiten konnte man bereits hier lesen.

Besonders gefreut haben wir uns über eine Einladung zum ersten Kölner Bildungstag im Komed, der am 15.09. zum Thema “Individualisiertes Lernen – Wege zum Umgang mit Heterogenität” stattfand und bei dem wir iPad-Projekt und KAS-Wiki im Workshop “Neue Medien als Katalysator für individuelles Lernen” vorstellen konnten. Zur Präsentation geht es hier.

Die Hauptthemen des Bildungstages waren individualisiertes Lernen und Inklusion. Neben den Fachforen gab es auch Informationsstände und Vorträge sowie Podiumsdiskussion. Teilnehmer waren ua.: Prof. Dr. Andreas Helmke, Uni Koblenz, Sylvia Löhrmann, Ministerin des Landes Nordrhein-Westfalen für Schule und Weiterbildung, Prof. Dr. Kersten Reich, Universität zu Köln, Bernd Knorreck, Schulleiter des Genoveva- Gymnasiums Köln, Träger „Deutscher Schulpreis 2011“

 

#ecco12 – EduCampCologne an der KAS

Im März diesen Jahres hatten wir die Gelegenheit ein sogenanntes Educamp für und in Köln zu organisieren, das ecco12. Dieses fand im März in den Räumlichkeiten der KAS an einem Wochenende statt und bescherte der KAS ganz nebenbei einen schnellen Internetzugang, den wir seitdem gerne mit Lernenden und Lehrenden nutzen und der natürlich auch dem iPad-Projekt sehr zugute kommt. Das Educamp bot Diskussionen und Kreationen zu breit aufgestellten Themen im Bereich der “digitalen” Bildung, wie OER, Identität2.0, mobiles Lernen, Wiki, aber auch sogenannte “Eduhacks”. Für den Support möchten wir dem Amt für Schulentwicklung und auch dem Schulsupport der Firma Netcologne und natürlich dem ecco12 Team nochmals danken.

educamp1

educamp2educamp3

 

mobiles Abitur?

Auch im Jahr 2012 hatten sich Schüler, die das Fach Musik mündlich belegt hatten wie bereits im Vorjahr dazu entschlossen, eine sogenannte fachpraktische Prüfung abzulegen und dabei produktorientiert zu arbeiten. Mit den iPads und der Anwendung “GarageBand” wurden dabei Songs entsprechend vorgegebener Kriterien komponiert und produziert und anschliessend der Kommission vorgestellt. Dies klappte, genau wie im Vorjahr reibungslos.

Markusscreen

 

 

eBooks vs. iBooks, Schultrojaner, digitale Demenz und flüssige Schulbücher

In einem Rückblick darf dies selbstverständlich nicht fehlen, denn schon zu Anfang des Jahres ereignete sich anscheinend Großes – jedenfalls anderswo. Im Januar stellte Apple seine kostenlose Software “iBooks Author” vor, mit der es ein Leichtes ist – den entsprechenden Content vorausgesetzt –  ein ansprechendes, interaktives eBook mit medialen Inhalten, Quizzes und Vernetzung ins Web zu erstellen. Ein kleiner Haken ist dabei: Die eBooks nennen sich bei Apple “iBooks” und laufen ausschließlich auf iOS-Geräten (iPods, iPhones, iPads) der Firma Apple. Dennoch: In den USA bekannten sich die großen Schulbuchverlage zu diesem Modell und brachten die Schulbücher in diesem, interaktiven Format heraus. In Polen wiederum sollten Schulbücher für verschiedene Jahrgänge gleich gänzlich kostenlos, frei und veränderbar als eBooks erscheinen und unter CreativeCommons Lizenz gestellt werden. In Deutschland kämpften wir derzeit noch mit dem Schrecken des sogenannten “Schultrojaners“. Wir fanden die Möglichkeit mit den Lernenden “eigene” Lernmaterialien zu produzieren sehr spannend und durch unser Wiki hatten wir viele Contents inklusive interaktiver Inhalte und lizenzfreier Bilder schon zur Verfügung. Also machten wir uns an die Arbeit und begannen mit der Produktion eines iSchulbuch für die KAS.

Die Produktion von eBooks bereitet den Lernenden immer noch Spaß und Motivation, mittlerweile gibt es auch Möglichkeiten diese mit einer entsprechenden App (dem CBB) auf den iPads selbst zu erstellen. Diese lässt auch plattformübergreifende Formate zu und ist so einfach zu bedienen, dass auch die “Rookies” aus Klasse 5 schon ihre eigenen eBooks produzieren:

IMG_0694

IMG_0695IMG_5432

Veränderungen bringen Ängste mit sich, diese lassen sich leicht schüren und als ob der “Schultrojaner” nicht schon genug war, konnte man an vielen Stellen von einem deutschen Phänomen, der sogenannten “digitalen Demenz” lesen, hören oder gar sehen. An dieser Stelle zu diesem Thema viel zu diskutieren – geschenkt, denn dies wurde an anderen Stellen pro und contra schon zur Genüge getan. Fest steht, dass Panikmache einer konstruktiven und objektiven Auseinandersetzung mit digitalen Medien ebenso abträglich ist, wie Blindheit. Dass aber an der Nutzung der digitalen Medien auch in der Schule in Zukunft nichts mehr vorbei führt, um einer sich ändernden Lernkultur und dem sich vollziehenden Leitmedienwechsel in der digitalen Wissensgesellschaft Rechnung zu tragen, dürfte klar sein. Die wirklich spannende Frage ist eher das: Wie?

Alles wird gut: Dies zeigt auch die neuliche Meldung, dass der Schultrojaner nun endgültig, auch durch den von allen Seiten ausgeübten Druck in der Versenkung verschwunden ist und wir Lehrende nun doch tatsächlich auch (geringe) Teile der von uns käuflich erworbenen Schulbücher digitalisieren und speichern dürfen. Und ganz nebenbei sind auch die uns bekannten Schulbücher aller Verlage auf gutem Wege als digitales Pendant verfügbar zu werden.

 

SchulWiki der Stadt Köln

Eine wegweisende Neuerung im Bereich der offenen, partizipativen Lernplattformen ist im November diesen Jahres gestartet: Das SchulWiki der Stadt Köln. Hier bewiesen das Amt für Schulentwicklung und das Amt für Informationstechnologie der Stadt Köln Mut und Weitsicht, eine solche Plattform auf die Beine zu stellen. Das SchulWiki orientiert sich am großen Vorbild, der “Wikipedia”, die es ermöglicht, dass jeder sein Wissen mit anderen teilt und kostenlos jedem Nutzer des Internets zur Verfügung stellt. Im Hinblick auf die Lernenden aller Schulen Kölns bedeutet dies eine Partizipationsmöglichkeit aller Akteure der Bildungslandschaft Köln. Aller Anfang ist schwer und entsprechende Inhalte und Diskussionen müssen das Wiki nun mit Leben füllen. Dass dies aber funktioniert zeigten bereits unser eigenes schulinternes Wiki, das KAS-Wiki, welches auch als Vorbild für das SchulWiki-Köln diente und die vielen anderen Wikis, die von Schulen bereits genutzt werden bis hin zur Wikiversity für Universitäten.

schulwiki

 

ipadkas doing the movies

Nach diesem recht textlastigen Anfang nun zur Auflockerung und Entspannung zwei Filme, die mit den iPads in diesem Jahr von Schülern produziert wurden. Die Lernenden hatten dazu ausschließlich die iPads zur Verfügung und fotografierten, filmten, schnitten, loopten und produzierten Musik, um schließlich den fertigen Film auf YouTube zu veröffentlichen. Im ersten Beispiel sehen Sie einen Dokumentarfilm über die Kirchen rund um die KAS, produziert von Lernenden der Klasse 5.

Der zweite Beitrag zeigt einen Kurzfilm zum Thema “Sommer in Köln”. Wer Gummibärchen mag… ;)

 

und sonst?

Wem dies an Informationen noch nicht reicht, kann auch das Blogarchiv zu Rate ziehen und sich von Januar, indem es eher ruhig war, über den Februar mit der 5. Kölner Jahreszeit, den März mit EduCamp und Softwareupdate, den April, in dem bereits getwittert wurde, hin zum Mai mit neuen Apps und Filmproduktionsstarts, über den Juni mit Schwerpunkt Projektlernen und Interviews und den Juli mit Zahlen und noch mehr Projektlernen in den Ferienmonat August mit fast nichts, weiter zum September mit Bildungstag, Rookies und dem Einzug auf der Apple Homepage, sowie einem OER-Camp, weiter zum Oktober mit 100000 Besuchern auf dem Blog zum November mit digitalen Schulbüchern und endlich zum Dezember mit Tweets vom und an den Papst, einem weiteren Softwareupdate und “digitalen Tafeln” durchklicken. Ufff! Ein Satz an dem Deutschlehrer ihre Freude haben ;)

pontifex_de

ipadkas9

ipadkas22Perspektiven

Sieht man sich den “Mobile Review 2012″ an und betrachtet sich die kometenhaft ansteigenden Zugriffszahlen eines Musikvideos, das mit seinem “Gangnam-Style” in nicht mal 4 Monaten 1 Milliarde Klicks geschafft hat, den Zuwachs sozialer Netzwerke, Tweets, Datenmengen, Katzenvideos und ein bereits existierender Foursquare Check-In auf dem Mars ;) wird es in Zukunft weiter spannend und rasant bleiben.

In einer derart schnelllebigen Welt, in der sich Dinge ändern, bevor sie richtig begonnen haben, Informationen und Wissen fast überall und ständig verfügbar sind, sind wir als Pädagogen mehr denn je gefordert.  Das Lernen von Fakten tritt zunehmend in den Hintergrund und es geht um Partizipation, soziale Kompetenzen und Verantwortung. In einer Welt in der Realität und Virtualität immer mehr verschmelzen gewinnt die Kommunikationskultur- und Kompetenz  eine immer größere Bedeutung. Die versierte, produktive und kritische Nutzung der “Digitalität” wird im Sinne einer “i-Literacy” eine, wenn nicht die Kernkompetenz der nächsten Generationen werden, wenn die uns umgebende Technik immer noch rasanter wird und kommende Computergenerationen bald die “Rechenleistung” der gesamten Menschheit übertreffen, wie uns zumindest “Did you know 3.0″ zeigen will:

Kommende Generationen an Lernenden werden vielleicht ihre eigenen, internetfähigen Devices, Smartphones oder Tablets (Bring Your Own Device, BYOD) in Bildungseinrichtungen nutzen, wie einst das Heft, das Buch und das Federmäppchen oder ich noch die gute, alte Schiefertafel.

Man kann dazu stehen wie man will, fest steht, dass das “Internet und die digitalen Medien keine Technologie sondern Kultur und Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen unserer Zeit sind” und wir sie ernst nehmen müssen. (via Netzgemüse, T & J. Haeusler)

Sollten wir einmal keine Idee mehr haben, etwas mit unseren iPads anzufangen, dann bleibt immer noch eine praktisch-haptische Anwendungsmöglichkeit als Ausweg:

Dank an alle ipadeinsetzenden Kollegen, das iPad-Team, das Amt für Schulentwicklung und Informationstechnologie der Stadt Köln, allen Lesern dieses Blogs und vor allem den Lernenden der KAS!

cu in 2013 @ #ipadkas

Aller guten Dinge sind… Mini?

Im heutigen Post geht es um Hardware.

Unser derzeitiges Equipment

Als Devices nutzen wir bei unserem Projekt ein Klassensatz iPads der 2. Generation. Diese können wahlweise per Doodle online und in Einheiten à 10 Stück von den Kollegen für ihre Lerngruppen ausgeliehen werden. Dabei entscheiden die Lehrenden, ob sie eine 1:1 Versorgung in den jeweiligen Klassen benötigen, oder ob bei Teamarbeit auch je ein Device pro Team ausreicht.

Das Koffersystem

Füllung: 1 MacBook, 10 iPads, 1 Airport Extreme

Die Devices sind zum Transport in Rollkoffern untergebracht, die in jeden Unterrichtsraum und auch in die Pavillions auf dem Schulhof oder das Nachbargebäude gebracht werden können. In den Koffern befindet sich auch jeweils ein W-Lan und bei Bedarf ein Laptop. Das W-Lan wird im jeweiligen Unterrichtsraum einfach mit der Netzwerkdose, die sich in jedem Klassenraum befindet verbunden und mit Strom versorgt und schon ist der Raum Online.

20121218-131837.jpg

Neuzugang: Das iPad mini im Test

Da die iPads immer im Einsatz sind, haben die Kollegen meist keine Gelegenheit, diese mal selbst “auszuprobieren”. Aus diesem Grund hat der Förderverein erfreulicher Weise beschlossen 2 iPads für das Kollegium zu finanzieren, damit die Kollegen bei Bedarf entsprechende Apps und die Devices selbst besser kennen lernen können. Es lag nahe, nicht zuletzt auch aus Kostengründen die neuen iPad mini dafür zu ordern. Die Minis bieten den gleichen Bildschirminhalt wie das iPad2, allerdings sind sie wesentlich handlicher. Die Schrift ist natürlich etwas kleiner, aber immer noch gut zu lesen, vor allem, wenn man das Mini quer hält.
In den Bildern sieht man jeweils ein iPhone5, ein iPad mini und ein iPad2.

20121218-131340.jpg
Wichtig für den Unterrichtsgebrauch ist auch, dass alle Apps in voller Darstellung laufen, d.h. häufig gebrauchte Funktionen sind direkt zugänglich, auf dem Bildschirm ist zB in GarageBand oder iMovie genug zu sehen. Im Quermodus ist die Tastatur zur Texteingabe auch ausreichend groß.

20121218-131719.jpg
Im Hinblick auf die Kameraausstattung ist das Mini dem iPad2 sogar deutlich überlegen und man kann damit schon vernünftige Bilder machen, aber auch Filme von ausreichender Qualität produzieren.
Der größte Vorteil liegt bei der Handhabung, denn das Gerät ist wesentlich mobiler und leichter zu handlen als das iPad2. Beim Lesen eines eBooks kann man es bequem, wie man es auch von einem Papierbuch gewohnt ist, in einer Hand halten, denn es passt von den Abmessungen perfekt in die Hand und ist deutlich leichter als das iPad2.
Würde man 10 iPadMini in einem Rollkoffer unterbringen, könnte man diesen deutlich verkleinern und würde viel Gewicht und auch Kosten sparen.
Ich könnte mir vorstellen, in Zukunft auch Geräte von der Größe und den technischen Möglichkeiten eines iPad mini als Alternative für die größeren Tablets im Unterricht einzusetzen. Recherchieren und lesen kann man damit auf jeden Fall, aber auch Aufgaben wie Text-, Musik-, und Filmproduktion lassen sich damit komfortabel bewerkstelligen.
Aller guten Dinge sind Mini? Wir werden sehen, wie sich die Geräte im Dauertest bewähren und was die Zukunft bringt.

Skyfall oder “Tschüss Tafel, Teil 2″

An verschiedenen Stellen wie hier oder auch hier habe ich bereits über Möglichkeiten des tafel- und papierfreien Klassenraumes berichtet.
Ein gutes Beispiel ist auch mein Musikprojekt in Klasse 5, dass es als Erweiterung des regulären Musikunterrichts schon seit 10 Jahren an der Kaiserin Augusta Schule gibt. In diesem Projekt geht es um sogenanntes Klassenmusizieren im Bandkontext mit E-Gitarre, Bass, Keyboards, Saxofongruppe, Gesang und Drums.
Für die Keyboardgruppe dieses Projekts führe ich schon seit 3 Jahren einen Weblog in dem alle Unterrichtsstunden, Ergebnisse, “Tafelanschriebe” und “How to play Tutorials” veröffentlicht werden.

20121214-172447.jpg
Dabei werden z.B. die Übungen und Griffe, die wir auf dem Keyboard lernen einfach am Ende der Stunde kurz per Smartphone oder iPad gefilmt, direkt auf YouTube hochgeladen und im Blog verlinkt. “Tafelanschriebe” machen wir seit einiger Zeit komplett vernetzt und kollaborativ auf den iPads, meist mit BaiBoard HD. Hier zum Beispiel der Klavierpart des Intros des James Bond Titelsongs “Skyfall”, den wir uns erst auf einem anderen Video auf YouTube “abgeguckt” und dann zusammen notiert hatten. Dazu haben wir in diesem Fall aber die App Noteshelf und einen Stift oder einfach den Zeigefinger benutzt. Noteshelf hat schon “integriertes” Notenpapier in verschiedenen Größen.

20121214-172745.jpg
Das “Tafelbild” wird schon während seines Entstehens per Beamer visualisiert und am Ende der Stunde ebenfalls als Post im Blog abgelegt.
Und wie das dann klingt kann man hier (gespielt von Melis und Noa, Klasse 5) hören und sehen:

Mein Name ist Bond, James Bond ;)

Twittern mit dem Papst?

Nicht nur, dass wir heute den 12.12.12 hatten, nein um 12 Uhr 12 und 12 Sekunden befanden wir uns im Religionsunterricht der 6a/c und Papst Benedikt VXI schickte seine ersten Tweets unter dem Account @pontifex_de

Twittern scheint groß in Mode zu kommen, auch viele Politiker haben es “für sich” entdeckt – twittern dabei oft nicht selbst. In den traditionellen Printmedien und im TV findet man immer häufiger Tweets als Quellen oder Zitate. Andere Menschen lesen es rein zufällig oder gelangen per Googlesuche zu einem Tweet, manche verstehen die Kurznachrichten nicht oder interpretieren sie gar falsch und ziehen für sich passende Schlüsse. Viele finden es gänzlich unnötig. Zu Recht kann man geteilter Meinung über Sinn und Unsinn dieses Netzwerks sein, beurteilen kann man es aber nur wirklich, wenn man sich aktiv damit auseinander setzt.

Doch zurück ins Klassenzimmer: Die Lernenden der Klasse 6 waren gerade dabei eBooks mit dem CBB auf den iPads zu erstellen, jedes Team trug einige Kapitel über die Weihnachtsgeschichte, Bilder, Interviews dazu bei – da kam mir spontan die Idee, den Schülern den ersten Tweet des Papstes zu zeigen:

pontifex_de

Die Schüler fanden das spannend: “Wie jetzt? Können wir dem Papst nun was schreiben?… Aber wir haben ja keinen Twitteraccount…”

Was sie nicht wussten: Jedes der iPads der KAS verfügt über einen Twitteraccount samt passender App. Diese wurde schon in verschiedenen Lerngruppen eingesetzt, zuletzt von einer Kollegin in einer Reihe zu “Jugend Debattiert” wo sich die Lernenden zum Thema “RTL-Programm abschaffen: pro oder contra” per twitter mit RTL und dem offiziellen Twitteraccount der Sendung “Bauer sucht Frau” unter dem hashtag #jd8b austauschten ;)

 

Zurück zum Pontifex: “Wenn das funktioniert, würden wir ihm sehr gerne schreiben. Wir wissen auch schon was….” Und das kann man hier, gesendet von zwei verschiedenen iPads lesen:

ipadkas9

ipadkas22

Ob der Papst uns antwortet, bleibt noch offen, aber bei seinen bereits über 1 Million “Folgern” auf Twitter, hätte “er” viel zu tun, allen zu antworten…

Unsere 6. Klasse hat durch diesen kurzen Ausflug das Netzwerk ein wenig kennen gelernt, weiß was ein “Hashtag”, ein @-reply und ein “Retweet” ist und, dass man auch in wenigen Worten etwas sagen kann – mehr vielleicht, als manch einer in vielen. Über Nutzen und Sinn muss nun doch jeder für sich selbst entscheiden und, ob das was bringt – nun, wer weiß das schon? Spaß gemacht hat’s aber allen – hoffentlich auch… dem Papst.